IAA Mobility 2021: Michelin bringt Plastik aus der Tonne auf die Felge

Reifen aus Joghurtbechern und PET-Flaschen? Klingt komisch, könnte aber ein echtes Klimaschutzkonzept sein. Hersteller Michelin stellt sich der Herausforderung und will bis 2050 seine Reifen aus nachhaltigen Rohstoffen produzieren. Auf der IAA wird schon einmal fleißig Müll gesammelt.

Michelin Vision Concept: luftlos, 3D-gedruckt, nachhaltig. Bild: Michelin
Michelin Vision Concept: luftlos, 3D-gedruckt, nachhaltig. Bild: Michelin
Nadine Bradl

Jede Minute landet weltweit etwa eine Lkw-Ladung Plastikmüll im Meer, mit drastischen Folgen für die Umwelt. Reifenhersteller Michelin möchte diesem Problem entgegenwirken, indem er den Plastikmüll zum Rohstoff für Reifen macht.

„In einen Reifen können wir mit den Hightech-Recyclingverfahren bis zu 143 Joghurtbecher und rund 12,5 PET-Flaschen verarbeiten. Wir wollen uns dem gesellschaftlichen Plastikproblem stellen und Lösungen anbieten", sagt Anish K. Taneja, CEO der Michelin Region Nordeuropa.

Deshalb hat sich Michelin ein Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2030 sollen die Reifen aus 40 Prozent nachhaltigen Materialien wie Naturkautschuk oder Sonnenblumenöl bestehen, bis 2050 vollständig aus nachhaltigen Rohstoffen. Auch erneuerbare Materialien wie recyceltes PET- oder Einwegplastik sollen im Hightech-Recyclingverfahren künftig ihren Weg in die Reifen des Herstellers finden. Fast vier Milliarden PET-Flaschen könnten jedes Jahr als Füllstoff für Reifen recycelt werden, teilt Michelin mit. Bereits ab 2024 werden die ersten Michelin Reifen auf die Straße gebracht, in denen zum Beispiel auch recycelte Joghurtbecher und PET-Flaschen wiederverwertet werden.

Aus Plastikmüll können Reifen werden

Damit das Zukunftsversprechen schon heute startet, ziehen sechs Michelin Teams während der IAA durch München und animieren Bürger*innen und Besucher*innen zum Recycling von Plastikmüll. Die Teams bestehen aus Mitarbeiter*innen aller deutschen Michelin Standorte – vom Top-Management über Industrie- bis hin zu Vertriebsmitarbeiter*innen. Auch der weltbekannte Michelin Mann beteiligt sich an der Sammelaktion. Gemeinsam will das Unternehmen so Bewusstsein dafür schaffen, dass der Müll von heute zu einer wertvollen Ressource für die Reifen von morgen wird.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Plattenresistenter Reifen

Auf dem Messestand von Michelin können sich Besucher*innen dann über die weitere Wertstoff-Reise informieren. Wie der gesammelte Plastikmüll zum Reifen wird, ist ebenfalls auf dem Outdoorstand am Königsplatz zu sehen. Das sogenannte „Michelin REGEN´Lab“ führt die Besucher*innen Schritt für Schritt durch die Recyclingprozesse und erläutert, wie aus Holz, PET-Plastik oder Verpackungsmüll Rohstoffe für neue Reifen gewonnen werden. Zudem stellt Michelin auch seine Zukunftsvision des Recycling-Reifens in München aus: den Michelin Vision Concept. Dieser ist zu 100 Prozent aus wiederverwertbarem, nachhaltigem Material, 3D-gedruckt und resistent gegen Platten.

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