Werbung
Werbung

IAA 2023: Opel Experimental gibt Ausblick auf zwei Modelle

Auch 2022 gehörte der Insignia noch zu den beliebtesten Flottenfahrzeugen. Die Studie “Experimental” gibt einen Ausblick auf den nächsten großen Opel als CUV und eine kompaktere, sportlichere Version.

Der Opel "Experimental" deutet den künftigen Manta (etwas kompakter) und einen Insignia-Nachfolger (etwas größer und als CUV) an. | Foto: Opel
Der Opel "Experimental" deutet den künftigen Manta (etwas kompakter) und einen Insignia-Nachfolger (etwas größer und als CUV) an. | Foto: Opel
Werbung
Werbung
Gregor Soller

Die ersten Fotos des Grills erinnerten Opel-Kenner und –Fans an die großen chrombehangenen Grills der KAD-Serie, als Opels Topmodelle noch “Kapitän”, “Diplomat” und “Admiral” hießen und fette 5,4-Liter-GM-V8 unter ihren langen Hauben trugen. Der Opel Experimental soll jedenfalls die Opel-Markensäulen „Detox“, „Modern German“ und „Greenovation“ mit Leben füllen.Er deutet ganz konkret auf einen Insignia-Nachfolger im D-Segment als CUV und einen eventuell tatsächlich wieder “Manta” genanntes kompakteres Coupé hin.  

Auch hier ist Licht das neue Chrom

Und so baut Opel ganz “diplomatisch” eine Brücke zum künftigen Topmodell, dessen Stelle seit der Einstellung des Insignia vakant ist. Lustiger Effekt nebenbei: Trotz glänzender Details verzichtet Opel komplett auf Chrom und platziert die Fahrgäste stattdessen auf elektrochromen Stoffe, die Fahrer und Passagiere mit atmosphärisch wechselndem Licht auf extrem leichten Sitzen empfangen. Trotzdem brauchen große Opel simmer ein bisschen bling-bling: Hier den leuchtenden neuen Opel-Blitz im Zentrum des “Opel-Kompasses”, dem Leitmotiv der Opel-Designphilosophie. Flankiert wird er hier in der horizontalen Achse von der lang gestreckten Flügelsignatur der Scheinwerfer; und wenn BMW seine Niere illuminiert, kann Opel das beim “Experimental” auch mit der Bügelfalte in der Mitte der Haube tun, was laut Opel für “zusätzliche Dramatik” sorgen soll. In der Realität, so ein Insider, kann man sich die Front durchaus auch als schwarzen “Vizor” vorstellen, mit Opel-Blitz und ja, beleuchteter “Bügelfalte” auf der Haube. Im Designersprech von Opel-Designchef Mark Adams hört sich das dann so an:

„Unser neuer Opel Experimental zeigt eine technischere und noch pointiertere Interpretation unserer mutigen und klaren Designphilosophie. Mit ihm nimmt unsere Vision der Zukunft Gestalt an. Viele seiner Designelemente und der zugrundeliegenden Philosophie werden sich in künftigen Serienmodellen wiederfinden. Das Karosseriedesign vereint beste Aerodynamik mit einer unverwechselbaren Silhouette. Und der Innenraum vermittelt ein intensives, emotionales Nutzererlebnis“.

Die Basis: Stellantis Medium – leider eher nicht mit 800 Volt

Die Studie steht unserer Vermutung auf der neuen Stellantis-Medium-BEV-Plattform und kommt mit elektrischen Allradantrieb. Mit ihr lässt sich das C-Segment bis hinauf ins D-Segment abbilden. Theoretisch liebäugelt auch Opel mit einem Modell auf “Stellantis Large” mit 800 Volt, auf der Chrysler, Dodge, Alfa Romeo und Maserati ihre Modelle aufbauen.

Auch bei dieser Studie sind die traditionellen Außenspiegel vollintegrierten 180-Grad-Kameras gewichen, die hier an den C-Säulen sitzen. Die “vierte Dimension” des Opel Vizor steht dabei für moderne Technologien, darunter Sensoren, Lidar-, Radar- und Kamerasysteme, die beim neuen Vizor zum Einsatz kommen und das teilautonome Fahren mit auf ein neues Niveau heben sollen. Am Heck wird die sogenannte “Kompass-Grafik” mit dem speziellen Bremslicht wieder aufgenommen. Hier arbeitet Opel mit einer transparenten Glasoptik. Wie Skoda meint auch Opel fälschlichereise, das ein Opel-Schriftzug –anstelle des Blitz-Logos am Heck – zur Markenbildung beiträgt. Da das Heck aber ganz neue Elemente enthält könnte da auch “Build you dreams”, “Xpeng”, “Fiat” oder sonstwas stehen, das eben erst gelesen werden muss, statt dass man das Logo auf einen Blick erkennt. Man darf gespant sein, wann Audi, BMW und Mercedes-Benz endlich endlich die Ringe, den Propeller und den Stern aufgeben, um am Heck ihre Namen hinzuschreiben…am besten noch ausgeschrieben: Bayerische-Motoren-Werke…

Außen kompakt, innen groß

Gespannt sein darf man umso mehr auf die Aerodynamik, die bei diesem Heck herausragend sein könnte. Die fließende Silhouette beinhaltet laut Opel “intelligente, weiterentwickelte Aerodynamik-Lösungen”. Luftklappen an Front und Heck ebenso wie einen Heckdiffusor, der je nach Fahrsituation aus- oder einfährt. Die in Kooperation mit Goodyear entwickelten Reifen bestehen aus recyceltem Gummi und sitzen auf 3-Zonen-Ronal-Rädern, die mit ihrem speziellen Aero-Design die Effizienz weiter erhöhen.

 

 

Wer beim “Manta” mit rund 4,4 Meter Länge und 1,8 Tonnen Leergewicht rechnet, dürfte nicht so falsch liegen. Darüber rangiert das neue CUV-Topmodell.

Auch der Opel Experimental zählt mit seinen mit seinen äußeren Abmessungen zum kompakten C-Segment (heute ein kleiner Astra, einst der Ascona A, den er ganz streng genommen auch beerbt), innen soll er dafür ein Raumgefühl, wie man es von Fahrzeugen des D‑Segments erwartet, bieten, womit wir bei Rekord oder Senator wären. Möglich wurde dies durch eine intelligente Raumnutzung, für die Opel bei Astra und Insignia bisher noch nicht so dramatisch aufgefallen wäre. Beide boten innen Platzverhältnisse, die in Ordnung waren, für die Außenlänge aber her keine Maßstäbe setzten. In Neudeutsch respektive -hessisch spricht man hier selbstbewusst von “Space Detox”.

So lässt sich das Lenkrad dank Steer-by-Wire-Technologie einfach wegklappen, sobald es nicht benötigt wird. Dazu verringert der Verzicht auf mechanische Lenkbauteile das Gewicht weiter. Darauf zahlen auch die adaptiven Leichtbausitze ein, die eine schlanke und zugleich robuste Struktur mit 3D-Mesh-Gewebe kombinieren. Diese sorgen für den von Opel-Kunden gewohnten hohen Sitzkomfort und tragen zusätzlich zur intelligenten Nutzung des Innenraums bei.

Pure Experience und Pure Pad sollen “pures Vergnügen” vermitteln

Die Detox-Philosophie – die Konzentration auf das Wesentliche – spiegelt sich laut Opel auch in der so genannten “Pure Experience” wider. Fahrer oder Fahrerinnen können die für sie entscheidenden Informationen, die sie über die schlanke “Tech Bridge” erhalten und personalisieren. Die Tech Bridge stellt dabei eine Neuinterpretation des aus aktuellen Opel-Modellen bekannten Pure Panels dar. Anstelle von gewöhnlichen Bildschirmen werden die Informationen oder Unterhaltungsformate per Augmented-Projection-Technologie widergegeben.

Künstliche Intelligenz sowie natürliche Sprachsteuerung sollen dabei unterstützen. Das optisch schwebende, transparente “Pure Pad” befindet sich vor der vorderen Armlehne. Es kann nach den persönlichen Vorlieben des Fahrers konfiguriert werden und ermöglicht so laut Opel einen direkten Zugriff auf die am häufigsten genutzten Bedienelemente.

Elektrochrome Materialien lassen die Passagiere im Innenraum in ein atmosphärisches Licht eintauchen und sollen so einen hohen Wohlfühl-Faktor vermitteln. Darüber hinaus weisen die reaktiven Stoffe praktische Eigenschaften auf: Befindet sich beispielsweise ein Fahrzeug im toten Winkel des Opel Experimental, erscheint eine farbliche Warnung an der Innenseite der jeweiligen Tür genauso wie im Head-up-Display. Dies soll die Sicherheit von Fahrer und Passagieren ebenso wie die der übrigen Verkehrsteilnehmer erhöhen.

Was bedeutet das?

Der Opel Experimental zeigt eine klare Vision für die Marke und führt eine lange Tradition an Konzeptfahrzeugen „made in Rüsselsheim“ fort. Diese begann bereits 1965, als Opel mit dem legendären Experimental GT als erste europäische Marke überhaupt eine Designstudie der Öffentlichkeit präsentierte. Leider wurden daraus nicht immer Serienmodelle – vom Experimental würden wir uns das jedoch einmal mehr wünschen. Als niedriger 4,4-Meter-“Manta” und als größeres CUV dürften aus dem “Experiment” zwei “Realitäten” werden.

 

Werbung
Werbung