IAA 2021 geht nach München

München hat sich gegen Hamburg und Berlin als neuer IAA-Standort für die Pkw-Messe durchgesetzt .

Bunter, grüner und mit integrativen Elementen: Die IAA 2021 soll konzeptionell umgekrempelt werden und in München stattfinden. | Foto: G. Soller
Bunter, grüner und mit integrativen Elementen: Die IAA 2021 soll konzeptionell umgekrempelt werden und in München stattfinden. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

Die Gerüchte haben sich bewahrheitet und VW-Chef Herbert Diess, selbst Münchner, hat sich das natürlich „gut vorstellen können“: München hat jetzt den Zuschlag für die Internationale Automobilausstellung (IAA) erhalten. Das hat der Branchenverband VDA am Dienstag in Berlin entschieden. Die nächste IAA-Pkw soll moderner werden und allgemeine Mobilitätsthemen viel stärker aufgreifen als vorher. VDA-Präsidentin Hildegard Müller erklärte:

„München hat sich damit gegenüber Berlin und Hamburg durchgesetzt. Die drei Städte, die zuletzt in der engeren Wahl als Austragungsort waren, haben allesamt hoch ambitionierte und überzeugende Pläne vorgelegt, um die IAA gemeinsam mit dem VDA weiterzuentwickeln. Es war ein sehr enges Rennen, für das ich den Beteiligten herzlich danke.“

Die IAA soll sich laut VDA "von einer Automobil- zu einer Mobilitätsplattform weiterentwickeln". Sie soll – neben der Faszination Auto – Initialzündung dafür sein, dass sich die austragende Stadt zu einer Smart City mit intelligenten Verkehrskonzepten und innovativer Vernetzung der Verkehrsträger entwickelt - nachhaltig und an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet. München und die Konzeption der Stadt sollen dafür - und damit auch für den Neustart der IAA, wie man beim VDA zugab - nach Ansicht des VDA-Vorstandes die besten Voraussetzungen.

München hat laut VDA auch damit überzeugt, die Innenstadt und citynahe, hochattraktive Plätze als Event Locations zur Bühne der IAA zu machen. Diese Locations sollen über eine Transfer-Route samt Vorrangspuren für umweltfreundliche Fahrzeuge mit dem modernen Messegelände verbunden werden. Der VDA wird die IAA damit – neben den Hallen – auf die Straßen, in die Stadt und somit direkt zu den Menschen bringen. Weitere Gründe: Als Technologie- und starker Industriestandort und Sitz zahlreicher Hightech-Konzerne, Start-ups und Forschungseinrichtungen sowie innovativer Unternehmen der Automobilindustrie sei München "ein ausgezeichneter Partner zur Neuausrichtung der IAA". Die Stadt gilt für den VDA auch als führender Innovationshub in Deutschland mit einem einzigartig breiten Branchenmix. 

Die Stadtverwaltung hat sich auch Mühe gegeben zu überzeugen: Sie verfolgt laut VDA bereits seit mehreren Jahren die Entwicklung zu einer „Smart-City“ in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens, wobei ein Fokus auf nachhaltigen Mobilitätslösungen liegt. Die bayerische Landeshauptstadt verfügt laut VDA über eine außerordentlich gute Verkehrsinfrastruktur und Anbindung an globale Ziele sowie über ausgeprägte Kompetenz bei der Organisation von Großveranstaltungen.

Kleine Anekdote am Rande: Wie die Süddeutsche berichtete, sollen vor allem Daimler und VW Vorbehalte gehabt haben wegen des omnipräsenten „Vierzylinders“ am Olympiapark – der BMW-Zentrale. Die Marke reagierte pragmatisch-entgegenkommend: Das Firmelogo auf dem Dach würde während der IAA überklebt werden - mit dem Wort "VDA". Es gab aber auch „grünere Vorschläge“: Mit einem Blumenmotiv – oder einer Sonne? Wichtig ist für den VDA jedenfalls, dass die über der nächsten Pkw-IAA endlich wieder aufgeht!

Was bedeutet das?

Man darf gespannt sein, wie die bayerische Metropole die IAA ausrichtet, die auch näher an der Innenstadt und an den Bürgern sein soll. Weitere Vorteile: Der international angebundene Flughafen und das vergleichsweise neue Messegelände.

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