IAA 2021: BMW fährt iX5 Hydrogen vor

Zwei Jahre nach dem Debüt des Konzeptfahrzeugs steht die Seriennahe Version des BMW iX5 Hydrogen auf der IAA Mobility.

Auf der IAA Mobility kann man den Brennstoffzellen-X5 auf der Blue Lane erleben. | Foto: BMW
Auf der IAA Mobility kann man den Brennstoffzellen-X5 auf der Blue Lane erleben. | Foto: BMW
Gregor Soller

Noch ist er nicht ganz ausentwickelt, aber kurz vor fertig: Das laut BMW „aktuell noch in seinem Serienentwicklungsprozess“ befindliche X5-Modell mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb wird unter anderem im fahraktiven Einsatz auf der Blue Lane erlebbar sein, die das Messegelände mit den weiteren Ausstellungsorten in der Innenstadt verbindet. Ab Ende 2022 soll der Brennstoffzellen-X5 in einer Kleinserie für Demonstrations- und Erprobungszwecke eingesetzt werden. sagt Jürgen Guldner, Leiter BMW Group Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie und –Fahrzeugprojekte, erklärt dazu:

„Mit seiner Hochleistungs-Brennstoffzelle und seiner optimierten Leistungsbatterie verfügt der BMW iX5 Hydrogen über ein weltweit einzigartiges Antriebssystem.“

Trotzdem bleibt man bei BMW kryptisch bezüglich er Technik: Bei „entsprechenden Rahmenbedingungen“ besäße die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie das Potenzial, eine weitere Säule im Antriebsportfolio der BMW Group für lokal CO2-freie Mobilität zu bilden, heißt es da.

Unter der Voraussetzung einer Erzeugung von Wasserstoff mithilfe von regenerativ gewonnener Energie und einer entsprechenden Infrastruktur kann diese Technologie eine Ergänzung des elektrifizierten Antriebsportfolios der BMW Group darstellen und dabei insbesondere die Anforderungen von Kunden erfüllen, die keinen eigenen Zugang zu elektrischer Ladeinfrastruktur haben, häufig auf Langstrecken unterwegs sind oder eine hohe Flexibilität wünschen. Hinter den Kulissen sieht die Arbeitsteilung mit Toyota so aus: Während BMW die Brennstoffzelle eitestgehend selbst entwickelt, steuern die Japaner ihr Know-How zur Fertigungstechnik bei, wie uns ein Insider verriet. Bei BMW würde man mit der Technik aber vor allem X5 und X7 antreiben, da hier sehr große Akkus gebraucht würden, um hohe Reichweiten und Reiseschnitte zu erzielen.

Die Aerodynamik wurde dezent optimiert

Und natürlich achtet man auch hier auf Aerodynamik: Die Aerodynamik-Räder des BMW iX5 Hydrogen sind mit nachhaltig produzierten Reifen aus Naturkautschuk und Rayon bestückt. Die Gewinnung der dafür erforderlichen Rohstoffe erfolgt gemäß den Standards der unabhängigen Organisation Forest Stewardship Council (FSC). Die BMW Group ist der weltweit erste Automobilhersteller, der die exklusiv von Pirelli gefertigten Reifen aus zertifiziertem Naturkautschuk und dem holzbasierten Material Rayon bereits jetzt in Serienautomobilen einsetzt.

170 PS Dauerleistung, bis zu 374 PS im Peak

Sein Antriebssystem nutzt Wasserstoff als Energieträger und wandelt diesen in einer Brennstoffzelle zu Strom um. Dabei wird eine elektrische Leistung von bis zu 125 kW/170 PS erzeugt und als einzige Emission Wasserdampf freigesetzt. So sollen auch hohe Geschwindigkeiten über längere Distanzen konstant gehalten werden. Die E-Maschine stammt aus der fünften Generation der BMW eDrive Technologie, die zum Beispiel auch im BMW iX eingesetzt wird. In Schub- und Bremsphasen arbeitet sie als Generator, der Energie in eine Leistungsbatterie einspeist.

Für besonders sportliche Fahrmanöver wird zusätzlich die in dieser Leistungsbatterie gespeicherte Energie genutzt. Damit steht eine Systemleistung von 275 kW/374 PS zur Verfügung.

Der zur Versorgung der Brennstoffzelle benötigte Wasserstoff wird in zwei 700- bar-Tanks aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) gespeichert. Gemeinsam fassen sie knapp sechs Kilogramm Wasserstoff. 

„Das Auffüllen der Wasserstoff-Tanks beansprucht nur drei bis vier Minuten, sodass der BMW iX5 Hydrogen mit wenigen und noch dazu kurzen Zwischenstopps auch auf langen Strecken uneingeschränkt einsetzbar ist“

erläutert Jürgen Guldner.

Was bedeutet das?

Mittlerweile ist der X5 auch schon wieder gut abgehangen und man wird das Gefühl nicht los, dass BMW sich mit der Brennstoffzellentechnik eher eine kleine Hintertür für große Modelle offen halten will. Eine Kleinserie ab 2022 zeugt nicht gerade vom Mut, mit Hyundai und Toyota gleichzuziehen. Wobei: Im Juli 2021 wurden laut KBA in Deutschland null Brennstoffzellenmodelle neu zugelassen. Zu wenig, um irgendeine Serienfertigung zu rechtfertigen.

 

Printer Friendly, PDF & Email