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IAA 2019: Valeo Voyage XR übt die Teleportation

Auch bei Valeo führt die Digitalisierung zu neuen Möglichkeiten: Unter anderem fährt man virtuell im Jaguar F-Pace durch Paris, während man in Frankfurt auf der Couch sitzt.

Während man in Frankfurt auf dem Sofa sitzt, fährt man im Jaguar F-Pace durch Paris! Valeo macht es möglich. | Foto: Katrin Denkewitz
Während man in Frankfurt auf dem Sofa sitzt, fährt man im Jaguar F-Pace durch Paris! Valeo macht es möglich. | Foto: Katrin Denkewitz
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Gregor Soller

Für die virtuelle Fahrt durch Paris und das daraus entstehende „Cross-Reality- (XR-) Erlebnis“ hat Valeo mehrere Systeme kombiniert: So haben die Entwickler der Valeo-Gruppe das weltweit erste immersive Kommunikationssystem geschaffen. Valeo VoyageXR vereint dazu mehrere neue Technologien: Sensoren für die Erkennung der Umgebung, Konnektivität für die Übermittlung der Daten und virtuelle Realität für das immersive Erlebnis. Das System setzt sich aus fünf Hauptelementen zusammen:

● Body Tracking: Kameras im Innenraum erfassen die Position von Fahrer und Mitfahrern. Sie schätzen deren Größe und Gewicht ab, woraufhin bestimmte Sicherheits- und Komfortfunktionen aktiviert werden. Valeo VoyageXR erfasst mit dieser Technologie die Bewegungen der Fahrzeuginsassen und nutzt sie zur Animation der Avatare.

● Das Valeo-Akustiksystem gibt den Klang gerichtet ab und verstärkt damit den Eindruck, dass die Person tatsächlich anwesend ist. Der Raumklang minimiert psychoakustische Effekte und erleichtert die Kommunikation im Fahrgastraum sowie zwischen dem virtuellen Beifahrer und dem Fahrzeug.

● Die vier serienproduzierten Panoramakameras passen sich in Echtzeit an die Straßenbedingungen an und bieten eine 360°-Außenansicht des Fahrzeugs – diese visuelle Funktion wird normalerweise bei Einparkhilfen verwendet.

● Der digitale Rückspiegel ist das Fenster zu einer virtuellen Welt. Die Avatare der virtuellen Beifahrer werden auf dem Rückspiegel angezeigt, als säßen sie auf dem Rücksitz.

● Vernetzte Bildschirme ermöglichen den Austausch digitaler Inhalte wie Fotos, Videos, Musik, aktualisierter Informationen zum Fahrziel oder Ähnliches.

Wir haben es in der Praxis getestet und tatsächlich sofort vergessen, dass wir auf einem Sofa in Franfurt sitzen. Stattdessen überquerten wir im Jaguar F-Pace eine Brücke mit Blick auf den Eiffelturm in Paris – inklusive Staus, kreuzender Radler und anderer Hindernisse – und unterhielten uns dazu mit dem Fahrer – der allerdings – noch nicht ganz korrekt – als Fahrerin dargestellt war. Trotzdem muss man sagen:  „Teleportation“ gelungen oder fast erreicht, da das System die andere Seite der Welt für jeden erreichbar macht. Und das soll laut Pressesprecher Jürgen Ströbele erst der Anfang sein:  Mit 5G eröffnen sich dank kürzerer Latenzzeiten, höheren Geschwindigkeiten und verbesserten Cloud-Verbindungen völlig neue Perspektiven für die Mobilität.

Die XR-Plattform soll künftig zahlreiche Nutzungsszenarien möglich machen und testet einige davon bereits in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kunden. Dazu gehören zum Beispiel: Valeo AssistXR für die Integration von Remote Service-Apps für Fahrzeuge, Valeo CoachXR als Fahrassistenzsystem für Lkw, Valeo TeleOpXR für den ferngesteuerten Betrieb autonomer Fahrzeuge und Shuttlebusse und Valeo MediatorXR für das Konfliktmanagement im Bereich Fahrzeugflotten und Carsharing.

Und es geht sogar noch weiter: Mit Valeo „Smart Cocoon“ kommt auch das Thema Empathie dazu! Diese Technologie schafft für jeden Fahrzeuginsassen anhand von Merkmalen wie Körperbau, Herzfrequenz und Kleidung eine auf diesen abgestimmte thermische Komfortzone. Indem der Fahrzeuginnenraum auf die Komfortbedürfnisse der einzelnen Insassen abgestimmt wird, sollen Energieeinsparungen um bis zu 30 Prozent erzielt werden können. Das System basiert auf künstlicher Intelligenz sowie auf Daten, die über mehrere Sensoren erfasst werden. Auf diese Weise wird durch Regelung von Temperatur, Beleuchtung, Geräuschkulisse und Duft ein personalisierter Fahrkomfort erreicht. Durch die je nach Temperatureinstellung in kalten bzw. warmen Farben erscheinende Innenbeleuchtung wird der thermische Komfort zusätzlich auch visuell verstärkt. Das Fahrzeug ist zudem in der Lage, auf den Gemütszustand von Fahrer und Fahrzeugpassagieren zu reagieren, indem es Anzeichen von Müdigkeit, Unachtsamkeit, Gefühle und Stress erkennt – und nimmt so auch empathische Züge an.

Was bedeutet das?

Digitalisierung und 5G lassen Grenzen verschwinden und ermöglichen tatsächlich eine Art von Teleportation – sie sind nachts allein unterwegs? Kein Problem, künftig können Sie sich ihren Partner ins Auto holen und gemeinsam fahren – oder die Kinder im Fond können so Freunde oder Großeltern „mitnehmen“, obwohl diese zu Hause sitzen. Darüber hinaus lassen sich etliche weitere Anwendungsfälle denken.

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