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IAA 2019: Seat legt den Schalter um

Hersteller konstatiert rasantes Wachstum bei E-Fahrzeugen in Europa und startet mit dem Mii Electric ein BEV und dem SUV Tarraco ein PHEV-Modell. Dem soll bald das ID.3-Pendant el-Born folgen sowie ein rassig gezeichneter Crossover unter Cupra-Flagge.

Rassiger Alternativer: Der Cupra Tavascan zeigt als schon sehr reell wirkende Konzeptstudie, wohin die Reise elektrisch bald noch geht. | Foto: J. Reichel
Rassiger Alternativer: Der Cupra Tavascan zeigt als schon sehr reell wirkende Konzeptstudie, wohin die Reise elektrisch bald noch geht. | Foto: J. Reichel
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Johannes Reichel

Seat hat zur Messe ebenfalls den Schalter in Richtung Elektromobilität umgelegt und setzt überhaupt auf Nachhaltigkeit: Nicht nur dass man neben Stromern auch die hauseigenen Erdgas-Fahrzeuge auf die Bühne hob. Auch der Messestand selbst bestand zum Großteil aus recyclierten Materialien und zentral verarbeitete ein 3D-Drucker alte Plastikflaschen zu Kunststoffvasen mit spanischem Schick. Fahrzeugseitig gehen mit dem Mii Electric sowie dem Taracco FR PHEV zwei völlig unterschiedlich geartete elektrifizierte Fahrzeuge in Serie. Der Kleinstwagen Mii Electric entspricht den Pendants VW eUp sowie Skoda Citigo iV und verfügt über einen 61 kW Antrieb, der gespeist wird aus einer großen 36,8 kWh-Batterie. Diese ist unterflur verlegt und lässt den Kofferraum sowie den Fußraum unverändert. Die Reichweite soll im WLTP bis zu 250 Kilometer betragen, der Verbrauch mit 12,8 kWh/100 km entsprechend niedrig liegen.

"Der Markt verändert sich rapide und die Elektrifizierung schreitet in beispiellosem Tempo voran", konstatierte Luca de Meo, Vorstandsvorsitzender der Seat S.E.

Um 46 Prozent sei der Markt in Europa in den ersten vier Monaten des Jahres gewachsen, führt er weiter an. E-Fahrzeuge würden in Zukunft eine wichtige Rolle im Produktangebot spielen.
 

Hierzu zählt der Hersteller auch den großen SUV Tarraco, der einen Plug-in-Hybrid-Antrieb erhielt. Der kombiniert wie auch der Antrieb im Passat GTE oder dem Skoda Superb iV den 1,4-Liter-TSI-Benziner (156 PS) mit einem 115 kW starken Elektromotor, den eine laderaumneutral verlegte 13 kWh-Lithium-Ionen-Batterie versorgt. Damit soll das Fahrzeug bis zu 50 Kilometer rein elektrisch fahren können.

Das rassigere ID.3-Pendant: Der el-Born kommt 2020

Noch spannender sieht bei Seat die weitere Zukunft aus: Schon fast im seriennahen Trimm präsentierte sich der el-Born als der "schärfere Bruder" des ID.3, den mancher Messebesucher etwas bieder gefunden haben mag. Die Platzverhältnisse sind exakt ähnlich wie beim ID.3: Tendenziell nicht Passat-, sondern eher Golf-Verhältnisse. Seat grenzt sich von der Mutter aber mit einem eigenständigen Interieur mit zentralem 10-Zoll-Touchscreen ab, dass ebenfalls rassiger aussieht, aber ergonomisch durchaus genauso überzeugt. Bis 2020 dürfte der Kompakt-Stromer auf dem Markt sein.

Wenn er wie traditionell unterhalb des VW-Preises ansetzt, könnte er der Muttermarke dank rassigen, auch aerodynamisch geschliffenen Designs einige Käufer abjagen. Entworfen wurde er übrigens in Barcelona, gebaut wird er in Zwickau bei VW. Das Konzeptfahrzeug verfügt über den 58-kWh-Akku, der für 300 bis 420 Kilometer Reichweite genügen soll. Mittels Wärmepumpe soll die Reichweite um bis zu 60 Kilometer steigerbar sein. Ein 100-kW-Bord-Lader sorgt für schnellen Energienachschub. Mit zwei Systemen für automatisiertes Fahren stellt der el-Bord auch hier die Weichen in Richtung Zukunft. Diese sollen Funktionen wie Lenken, Bremsen und Beschleunigen zum Teil übernehmen.

Wie die Geschichte dann weitergehen könnte, durfte die neue Sub-Marke Cupra andeuten, die neben einer knackig gestalteten PHEV-Studie namens Formentor mit einer Elektro-Crossover-Studie im Lamborghini-Look alle Blicke am gut besuchten Seat-Stand auf sich zog. Ihr klangvoller Name: Tavascan. Man darf gespannt sein, im wahrsten Sinne des Wortes.

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