Werbung
Werbung
Werbung

IAA 2019: Renault stellt neuen Captur mit Plug-in-Hybrid vor

Obwohl nicht als Aussteller präsent, dockte der französische Hersteller an die Messe an, um seinen neuen Captur mit PHEV-Antrieb vorzustellen, den man zunehmend als Diesel-Alternative sieht - und ein paar strategische Statements zu machen.

Erschwingliche E-Mobilität: Renault-Chef Thierry Bollorè enthüllte mit Design-Chef Laurens van den Acker (li.) den neuen Captur, den es ab 2020 als PHEV geben soll. | Foto: J. Reichel
Erschwingliche E-Mobilität: Renault-Chef Thierry Bollorè enthüllte mit Design-Chef Laurens van den Acker (li.) den neuen Captur, den es ab 2020 als PHEV geben soll. | Foto: J. Reichel
Werbung
Werbung
Johannes Reichel

Der französische Automobilhersteller Renault hat die Bühne der IAA 2019 genutzt, um am ersten Pressetag im Forum der Messe Frankfurt die zweite Auflage des Kompakt-SUVs Captur vorzustellen, den es ab 2020 erstmals wahlweise mit einem Plug-In-Hybrid-System gibt. Vorgestellt wurde das 4,23 Meter lange Fahrzeug im Beisein von Vorstandsvorsitzenden Thierry Bollorè sowie Design-Chef Laurens van den Acker. Ab 2020 wird der neu entwickelte sogenannte E-TECH Plug-in Hybridantrieb das Antriebsangebot für das Fahrzeug erweitern. Man wolle damit den Hybridantrieb für breite Kundenschichten erschwinglich machen.

Generell glaubt Renault-Chef Bollorè daran, dass es möglich ist, auch ein reines Elektro-Fahrzeug zu einem attraktiven Preis, der in Richtung 10.000 Euro geht, zu konzipieren und dennoch damit Geld zu verdienen. Bollorè sieht hier auch eine Schlüsselrolle im Carsharing-Bereich, mit dem man auf entsprechende Stückzahlen kommen könne, um dann wiederum Skaleneffekte für die Modellentwicklung zu erzielen. Aus diesem Grund habe man auch eine eigenständige Abteilung "Mobility as an Industry" gegründet, die neue Modelle der Mobilität und neue Angebote vorantreiben soll. Nachdem diese erprobt seien, wolle man diese jetzt auf diverse Städte skalieren. Das ist allerdings Zukunftsmusik.
 

Kombination aus Benziner und zwei E-Motoren

Beim PHEV-Captur kombiniert wird hier ein ein 1,6-Liter-Benzinmotor, zwei Elektromotoren, einer Batterie mit 9,8 kWh Kapazität und einem innovativen Multi-Mode-Getriebe. Der Akku lässt sich mit einem Mode-2-Ladekabel an Haushaltssteckdosen und einem Mode-3-Kabel an öffentlichen Ladestationen und privaten Wallboxen aufladen. Der PHEV-Triebstrang soll sich durch eine effiziente Rekuperation beim Verzögern aus. Gestartet wird immer im Elektromodus. Dank der Kombination aus kapazitätsstarker Batterie und hoher Rekuperationsleistung kann der SUV bis zu 45 Kilometer weit und mit einer Fahrgeschwindigkeit bis zu 135 km/h rein elektrisch fahren. Eine rein elektrische Variante des Captur hält Renault-Chef Bollorè übrigens zum derzeitigen Stand noch für zu teuer. Dafür werde der Plug-In-Hybrid in Anbetracht ständig steigender Kosten für die Abgasreinigung beim Diesel immer mehr zur Selbstzünder-Alternative, so die Prognose.

Wegbereiter für automatisiertes Fahren

Zudem soll das Fahrzeug auch als Wegbereiter für das automatisierte Fahren dienen. So ist für die neue Generation des Crossover-Modells der Autobahn- und Stauassistent verfügbar. Das System der Stufe zwei („teilautomatisiertes Fahren”) kann das Modell auf mehrspurigen Straßen komplett übernehmen, beschleunigen, bremsen und dem vorausfahrenden Fahrzeug folgen. Der adaptive Tempopilot mit Stop & Go-Funktion passt die Fahrgeschwindigkeit automatisch so an, dass der Captur den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einhält. Im Stau bremst das System das Fahrzeug bis zum Stillstand ab und fährt selbstständig wieder an, sobald sich der Vordermann in Bewegung setzt.

Ofen aus: Keine Gespräche mehr mit Fiat-Chrysler

Der Captur basiert erstmals auf der modularen CMF-B-Plattform, die von den Allianzpartnern Renault, Nissan und Mitsubishi gemeinsam genutzt wird. Über die abgebrochenen Gespräche mit dem FCA-Konzern bezüglich einer Kooperation wollte Bollorè keinen Kommentar mehr abgeben. Die Gespräche seien beendet, das Angebot vom Tisch, das Bedauern groß, erklärte der Renault-Chef. Priorität habe für den Hersteller im Moment, dass sich der Partner Nissan wieder erhole und man die Kräfte den gemeinsamen Projekten wie dem automatisierten Fahren widmen könne.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung
Werbung