IAA 2019: Michelin präsentiert luftlosen Konzeptreifen Uptis

Auf der New Mobility World zeigt Michelin die nächste Stufe des Michelin Vision Concept. Der luftlose Reifen soll ab 2024 in Serie gehen - und ist in erster Linie für Sharing-Konzepte und autonome Fahrzeuge gedacht.

Mit dem Uptis will Michelin dem luftlosen Reifen zum Durchbruch verhelfen. In Serie ab 2024. | Foto: Michelin
Mit dem Uptis will Michelin dem luftlosen Reifen zum Durchbruch verhelfen. In Serie ab 2024. | Foto: Michelin
Gregor Soller

Wenn die Reifengeschichte neu geschrieben werden soll, sollte das am besten auf der New mobility world der IAA geschehen. So plant jedenfalls Michelin die Europapremiere für den Michelin Uptis am 10. September 2019 um 10:30 Uhr: Der seriennahe, luftlose Konzeptreifen soll maximalsten Pannenschutz mit hervorragenden Fahreigenschaften vereinen. Das Unique Puncture-proof TIre System ist bereits im Praxiseinsatz und noch dieses Jahr sollen erste Versuche im öffentlichen Straßenverkehr erfolgen. Der Marktstart des Michelin Uptis ist für 2024 geplant. Weiteres Highlight auf dem Michelin Look-&-Feel-Messestand (Halle 5.0, Stand C37) ist die 2017 erstmals gezeigte Studie des luftlosen, recycelbaren und im 3-D-Drucker hergestellten Vision Concept, auf dem der Uptis basiert.

Die einzigartige Rad-Reifen-Kombination Michelin Uptis besteht aus einer fest verbundenen Einheit aus Alu, Kompositmaterialien und Gummilauffläche. Beim Uptis ist die leichte Aluminiumfelge über flexible Kunststoffspeichen untrennbar mit der profilierten Lauffläche verbunden. Die widerstandsfähigen Speichen sollen höchste Tragfähigkeit bieten Tragfähigkeit und wirken schwingungsdämpfend im Fahrbetrieb. Die Frage ist lediglich: Wie die Schwingungsdämpfung ausgelegt ist, denn jedes Auto braucht im gleichen Pneu anderen Luftdruck, über den man in der Praxis viel „regulieren“ kann, wie ein Insider verrät. Beim Uptis müsste dann jeder „Reifen“ individuell auf das entsprechende Trägerfahrzeug konfiguriert werden.

„Der Uptis beweist eindrucksvoll, dass die Michelin Vision von nachhaltiger Mobilität ein erreichbarer Traum ist.“

Das erklärte Florent Menegaux, CEO der Michelin Gruppe, zur Weltpremiere auf der Movin’On und fuhr fort:

 „Die enge Zusammenarbeit mit Partnern, die wie wir den Wandel der Mobilität vorantreiben wollen, bringt uns einen großen Schritt nach vorne.“

Das Hauptziel ist aber die Ausfallsicherheit, wie Eric Vinesse, Executive Vice President Research and Development bei Michelin, betont.

„Mit dem luftlosen Michelin Uptis haben Autofahrer die Gewissheit, nie wieder mit einer Panne durch Druckverlust liegen zu bleiben. Trotz des völlig neuartigen Konzepts verfügt er über die ausgezeichneten Eigenschaften der Michelin Premiumreifen, ist energieeffizient und bringt große Umweltvorteile mit sich.“

Da der Uptis völlig ohne Luftdruck auskommt, ist er pannensicherer als konventionelle Reifen und bietet dadurch ein besonders hohes Maß an Mobilität und Zuverlässigkeit. Nach der schnellen und einfachen Montage ist zudem keine weitere Luftdruckkontrolle notwendig, was den Reifen praktisch wartungsfrei macht. Der Michelin Uptis ist ebenso belastbar wie ein Luftreifen, widersteht jedoch durch die angewendeten Technologien und hochelastischen Materialien problemlos Anprall- und Stichverletzungen. All diese Punkte machen in hochinteressant für autonomes Fahren sowie Sharing- und Mietoptionen.

Eric Vinesse unterstreicht zudem die positiven Umwelteigenschaften:

„Der Michelin Uptis zeichnet sich darüber hinaus durch vorbildliche Umwelteigenschaften aus: Aktuell werden pro Jahr rund 200 Millionen Reifen ausgetauscht, obwohl sie noch längst nicht das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben. Grund dafür sind Beschädigungen, die auf zu niedrigen Reifendruck oder Druckverlust nach einer Stichverletzung zurückgehen. Das ist mit dem luftlosen Michelin Uptis kein Thema mehr.“ 

Was bedeutet das?

Michelin entwickelt den luftlosen Reifen mit größtem Ehrgeiz und zielt dabei durchaus und ganz bewusst auf die Anforderungen des Straßenverkehrs von morgen, der von autonomen, elektrischen und vernetzten Fahrzeugen bestimmt werden könnte. Michelin hat in Uptis mittlerweile zehn Jahre Forschung investiert und bereits fünfzehn Patente auf den Konzeptreifen angemeldet. Man wird gespannt sein dürfen, wie der Markt das Konzept ab 2024 annimmt. Erster Kunde könnte Stand heute GM sein.

 

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