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IAA 2019: Mercedes-Benz EQS – Daimlers nächster Schritt

Auch Daimler spürt den Druck im Segment der Luxuslimousinen – und zeigt mit dem EQS, wie man hier weitergehen könnte.

Glatt und rund: Der EQS zeigt, wie eine elektrische S-Klasse aussehen könnte. | Foto: G. Soller
Glatt und rund: Der EQS zeigt, wie eine elektrische S-Klasse aussehen könnte. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

SUV und Teslas Model S machen Druck auf die Luxuslimousinen. Jaguar hat daraufhin beschlossen, den XJ gegen einen elektrischen Nachfolger auszutauschen und auch Daimler arbeitet mit Hochdruck an einer elektrischen S-Klasse, die den Verbrennern als EQS beigestellt werden könnte, oder sie gar ganz ablöst. Wie das aussehen könnte, zeigte man jetzt auf der IAA in Form des EQS, der trotz 5,3 Meter Länge und 2,08 Meter Breite sehr kompakt aussieht. Innen sorgt ein reduziertes, aber luxuriöses Ambiente für Modernität und tatsächlich müsste man gar nicht so viel ändern, um das Auto serienreif zu machen.

Außerdem setzt auch Daimler hier auf eine neue typische E-Plattform auf, heißt: Starke Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse und eine in den Fahrzeugboden integrierten Batterie. Der elektrische Allradantrieb mit achsvariabler Momentenverteilung sorgt für Dynamik, mehr als 350 kW Leistung und ein Drehmoment von ca. 760 Newtonmetern sorgen für die nötige Power.  So soll der Vision EQS in unter 4,5 Sekunden von 0-100 km/h beschleunigen. Dank intelligenter Betriebsstrategie soll eine Reichweite von bis zu 700 Kilometern nach WLTP möglich sein. Außerdem lädt das Showcar bei Ladeleistung von 350 kW die Batterie in deutlich weniger als 20 Minuten auf 80 Prozent nach. Die Lithium-Ionen-Batterie von der Daimler-Tochter Accmotive.

Doch wie gesagt, die Message steckt unter der eleganten Hülle: Denn der EQS steht auf einer völlig neuen, vollvariablen batterieelektrischen Antriebsplattform. Und diese sei „in vieler Hinsicht skalierbar und modellübergreifend einsetzbar: Radstand und Spurweite sowie alle übrigen Systemkomponenten, insbesondere die Batterien, sind dank des modularen Systembaukastens variabel und damit für unterschiedlichste Fahrzeugkonzepte geeignet.“ Und genau das ist der Punkt: Auch Daimler entwickelt einen modularen Systembaukasten!

Die Fahrzeugstruktur baut weniger innovativ auf einen „intelligenten Multi-Materialmix aus Stahl, Aluminium und Carbon und nachhaltigen Materialien aus Rezyklaten“. So will Daimler die Anforderungen an Leichtbau, Stabilität, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit optimal erfüllen – auch dieser „Kompromiss“ ist schon sehr seriennah.

Interessant: Der Vision EQS setzt wieder ein klares Statement für „das Fortbestehen von Selbstfahrer-Fahrzeugen“. Zwar kann der EQS den Fahrer mit hochautomatisiertem Fahren des Levels 3, etwa bei langen Autobahnfahrten unterstützen, doch zuerst soll man Spaß am Selbstfahren haben. Doch durch die Modularität der Sensorik soll das Autonomie-Level in Zukunft bis hin zum vollautomatisierten Fahren erweitert werden können.

Was bedeutet das?

Die Vision EQS ist gar nicht so visionär, sondern in Aufbau, Optik und Ausführung erstaunlich nah an einer elektrischen S-Klasse. Schade nur, dass deren gigantische Dimensionen nochmal übertroffen wurden. Stattdessen hätte man das neue E-Package nützen können, um bei Maßen und Gewichten eine neue „Bescheidenheit“ in der Luxusklasse zu zeigen und das Auto vielleicht auch für Flotten wieder „erreichbarer“ zu machen – optisch ist das gelungen – da wirkt der EQS nämlich kompakter als die S-Klasse!

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