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IAA 2019: Lamborghini präsentiert seinen ersten Hybriden – den Sian.

Der Sian ist streng limitiert und der stärkste Lamborghini aller Zeiten. Er nutzt Supercaps, die Energie extrem schnell aufnehmen und abgeben können.

Der Sian nutzt Supercaps statt eines Lithium-Ionen-Akkus. | Foto: Lamborghini
Der Sian nutzt Supercaps statt eines Lithium-Ionen-Akkus. | Foto: Lamborghini
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Gregor Soller

Auch Lamborghini bleibt als Tochter des VW-Konzerns der IAA treu und fährt richtig groß auf: Mit dem Sian, was im bolognesischen Dialekt „Blitz“ bedeutet. Und damit der auch einschlägt, hat man den 6,5-Liter-V12 endlich mit einem Hybridsystem kombiniert, das zu den 785 Verbrenner-PS weitere 34 PS addiert. Macht 819 PS Systemleistung. Das sorgt für über 350 km/h Topspeed und eine Beschleunigung auf 100 km/h in 2,8 Sekunden. Den 48-Volt-E-Motor hängen die Italiener direkt ins Getriebe, wodurch das Ansprechverhalten optimiert wurde. Zusätzlich unterstützt die Elektromaschine bei niedrigen Geschwindigkeiten beim Rangieren, was dann lautlos geht und wegen mangelnder Übersicht ohnehin nicht die Paradedisziplin Lamborghinis ist.

Interessant ist die Speichertechnik: Statt einer Lithium-Ionen-Batterie kommt ein weiterentwickelter Superkondensator zum Einsatz, der im Vergleich zum Aventador zehnmal mehr Leistung speichern kann. Es soll dreimal leistungsstärker als eine Batterie mit gleichem Gewicht sein und dreimal leichter sein als ein Akku mit vergleichbarer Leistung. Den Superkondensator setzt Lamborghini in die Trennwand zwischen Motor- und Innenraum: Die gesamte E-Technik soll nur 34 Kilogramm wiegen. Die Supercaps bieten aber auch beim Bremsen Vorteile, denn: Das regenerative Bremssystem erlaubt es im Gegensatz zur Lithium-Ionen-Batterie, mit derselben Leistung zu laden und zu entladen. Dadurch steht gespeicherte Energie sofort wieder per Power-Boost zur Verfügung. Einzige Einschränkung: Der Fahrer kann das höhere Drehmoment nur bis 130 km/h nutzen, dann schaltet sich der Elektromotor automatisch ab.

Innen dagegen bleibt der Sian fast schon erschreckend konventionell: Beledert wurde natürlich von Poltrona Frau und immerhin kommen erstmals Elemente aus dem 3D-Drucker zum Einsatz. Ansonsten dürfen die Besitzer den Sián individuell gestalten. Nach unbestätigten Informationen ist der Sián bereits ausverkauft: Er soll mindestens 2,26 Millionen Euro kosten.

Was bedeutet das?

Mit dem Sian geht Lamborghini einen vorsichtigen Zwischenschritt Richtung Elektrifizierung – und sorgt damit immerhin für etwas Glamour auf der IAA. Das Konzept Ministückzahl (in dem Fall 63 entsprechend dem Gründungsjahr der Marke) mit Maxipreis scheint immer noch aufzugehen. Trotzdem darf man auf den Aventador-Nachfolger und die eitere Elektrifizierung der Marke gespannt sein.

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