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IAA 2019: Honda kontert preiswert mit dem „e“

Honda treibt die Elektrifizierung voran und stellt mit dem "e" einen kultigen Stromer mit "Will-Haben"-Faktor auf die Messe, der mit tollem Design und lässigem Interieur zu vertretbarem Preis brutto punktet. Erste Sitzprobe.

Sitzt und passt: Der Honda "e" wirkt nicht nur außen, sondern auch innen äußerst gefällig und könnte ein großer Wurf werden. | Foto: J. Reichel
Sitzt und passt: Der Honda "e" wirkt nicht nur außen, sondern auch innen äußerst gefällig und könnte ein großer Wurf werden. | Foto: J. Reichel
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Gregor Soller

Auch Honda blieb der IAA treu und verkündete gleich mehrere News: Tom Gardner, Senior Vice President Honda Motor Europe erklärte gleich mal, dass der nächste Honda Jazz nur noch Hybrid kommen wird. Und nachdem man bereits in Genf angekündigt hat, verstärkt im Bereich Lade- und Energiemanagement-Systeme aktiv zu werden, zeigte man auf der IAA nun Lösungen dafür, darunter den Honda Power Charger für Laden mit Wechselstrom (AC) vor. Das System kann an einer Wand oder auf einem Sockel montiert werden und bietet eine maximale Leistung von 7,4 kW (einphasiger Anschluss) oder 22 kW (dreiphasiger Anschluss). Bei einer 32-Ampere-Stromversorgung kann die 35,5 kWh-Batterie des Honda e in 4,1 Stunden auf 100 Prozent aufgeladen werden, deutlich schneller als über eine normale Steckdose und ist dann wieder fit für bis zu 220 Kilometer.

Bei einer ersten Sitzprobe bestach das Fahrzeug neben seinen kompakten Außenmaßen mit hoher Solidität schon in diesem frühen Stadium sowie liebevollem und praktischen Design, das Bezug nimmt auf den 1972er-Civic der Marke. Das Interieur wirkt in der Materialauswahl und -anmutung deutlich hochwertiger und besser verarbeitet als etwa beim Renault Zoe, aber auch beim neuen VW ID.3. Ein echtes Highlight ist das durchgehende Displayband im Armaturenträger, in die die Displays für die statt Spiegeln serienmäßig verbauten Kameras integriert sind sowie die Kunststoffe in Holzoptik. Auch die Sitze haben erwachsenes Format, sind mit wertigen Stoffen bezogen, die Fächer wirken plausibel, die Türen fallen satt ins Schloss.

Das Raumangebot des 3,92-Meter-Mobils entspricht in etwa dem Format eines VW Polo, ebenso der Kofferraum. Nett gemacht sind auch Details wie die in die Türen eingelassenen Griffe, das serienmäßige Panoramaglasdach. Zudem soll das mit 1,5 Tonnen für einen Voll-Stromer leichte Fahrzeug dank Heckantrieb hohe Fahrdynamik und Agilität vermitteln und mit 9,2 Meter Wendekreis äußerst kompakt zu handeln sein. Für satte Beschleunigung dürfte die E-Maschine mit ihren 100 oder 113 kW und 300 Nm allemal sorgen, für Sicherheit ein komplettes Paket aus Fahrerassistenzsystemen, vom Abstandstempomaten und Spurassistenten über Parkpilot, Kollisionswarner und Verkehrszeichenerkennung oder LED-Hauptscheinwerfern.

Kooperation mit Ubitricity: Laternen-Laden
Außerdem kooperiert man mit dem Ladespezialisten Ubitricity: Diese sieht den Einbau von Ladepunkten in Laternenmasten vor. Ein spezielles Kabel mit einem mobilen Messgerät ermöglicht eine Abrechnung der Ladekosten, ohne dass der Kunde Abonnements bei mehreren Anbietern abschließen muss. Und während Gardner das so erzählt, kommt er erst so richtig in Fahrt: Ebenfalls neu: Der Honda „Power Manager“-Prototyp. Dabei handele es sich um ein bidirektionales „Vehicle-to-Grid“-System, das Elektrofahrzeuge mit einem intelligenten Stromnetz verknüpft.

Dabei wird der Strom zwischen den Elektrofahrzeugen und dem Netz verteilt, um Angebot und Nachfrage intelligent zu koordinieren und erneuerbare Energien besser zu nutzen. Doch das macht Honda nicht allein, sondern holte sich den Spezialisten für bidirektionale Ladesysteme, EVTEC, ins Boot. Und hat mit Tests begonnen. Und weil Gardner Brite ist, stellt er gleich noch das Projekt in London vor: Ein Demoprojekt dort nutzt EVTEC-Testsysteme bei einer lokalen Behörde. Die Energie kann genutzt werden, um Elektrofahrzeuge aufzuladen, die Gebäude mit Strom zu versorgen und bei Bedarf Strom in das öffentliche Netz zurückzuspeisen.

Der Konter gegen den VW ID.3: 25.000 Euro netto in der üppigen Basis

Außerdem gab Honda die Preise der Serienversion bekannt: In Deutschland startet die 100-kW-Version brutto ab 33.850 Euro, abzüglich Umweltbonus bleiben dann 29.470 Euro, das sind knapp 24.780 Euro netto. Die „Advance“-Variante mit erweiterter Ausstattung und 113 kW (154 PS) startet abzüglich Umweltbonus bei 32.470 Euro, das sind knapp 27.300 Euro. Alternativ kann der Honda e zu einer Monatsrate ab 349 Euro brutto in der Ausstattungsvariante „Advance“ geleast werden. Für den Honda e sollen sich bisher mehr als 40.000 Menschen interessieren.

Was bedeutet das?

Ein Elektro-Auto mit "Wow-Effekt" und unser heimlicher Messe-Favorit: Honda hat klammheimlich einen Stromer auf die Räder gestellt, der sich in keinster Weise hinter dem VW ID.3 zu verstecken braucht, jedenfalls nicht im Stand. Design, Qualität und Package könnten perfekt passen, auch der Preis ist heiß, in Anbetracht schon in der Basis üppigen Serienausstattung. Auch bei Honda wird froh kommuniziert: Mit der Markteinführung will Honda ab 2020 erstmals kommerzielle Energiedienstleistungen anbieten. Als erste Märkte sind Großbritannien und Deutschland vorgesehen; weitere europäische Märkte folgen in den kommenden Jahren. jr

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