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IAA 2018: Iveco schafft Diesel-freie Zone und forciert Erdgas und Elektro

Hersteller setzt ein Signal, will den Messeauftritt ohne Selbstzünder bestreiten und mit Shell auf den Aspekt der Infrastruktur hinweisen.

Doppelstrategie: Der Oberleitungsbus Crealis fährt kurze Strecken mit einer kleinen Bord-Batterie. | Foto: Iveco
Doppelstrategie: Der Oberleitungsbus Crealis fährt kurze Strecken mit einer kleinen Bord-Batterie. | Foto: Iveco
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Johannes Reichel

Der Nutzfahrzeughersteller Iveco will zur IAA 2018 seinen Stand als "Low-Emission-Area" präsentieren. Zusammen mit dem Mineralöl- und Energieanbieter Shell soll eine "Diesel-freie" Transportwelt aufgezeigt werden, wie Iveco-Chef Pierre Lahutte bereits bei einem Workshop des VDA angekündigt hatte. Diskussionsrunden sollen zudem die Energiewende als essentielle Voraussetzung für nachhaltigen Transport in den Fokus rücken. „Der Druck auf Diesel steigt: Die öffentliche Meinung hat sich gedreht. EU-Institutionen und nationale Regierungen führen Politiken und Subventionen ein, um die Umstellung von Flotten auf umweltfreundliche Technologien zu unterstützen", argumentierte Marken-Chef Pierre Lahutte den ungewöhnlichen Schritt. 

Konkret will man am Stand 18 Exponate präsentieren, die über "Niedrig-Emissionstechnik" verfügen. Beim Personenverkehr betrifft dies die Marke Heuliez Bus, die sich als Pionier der Hybridtechnologie sieht, zeigt eine zweitürige elektrische Stadtbus-Version GX mit 12 m, die mit einem Hochleistungsakku ausgestattet ist, der für eine ganztägige Reichweite mit einer Ladung sorgen soll. Diese Baureihe bietet auch eine 18m-Gelenkbus-Version, die mit einem Hochleistungsakku und Schnellladung ausgestattet ist. Zudem will der Hersteller Dienstleistungen anbieten, um den Kunden die Nutzung des elektrischen Antriebs zu erleichtern: eine Simulation des Elektromobilitätssystems, Mietlösungen für die Batterie, eine Auswahl modularer und skalierbarer Batterietypen, Ladegeräte von führenden europäischen Anbietern sowie Datenmanagement "over the air" und vorbeugende Instandhaltung.

Kombi-Verkehr: Oberleitung plus kleine Batterie
Iveco Bus selbst will mit der „In-Motion-Charging-Technologie“ (Trolley-Bus), beim neuen elektrischen Bus Crealis zu sehen, die Anwendung einer elektrischen Oberleitung mit einer kleinen Bordbatterie kombinieren. So könnten neue Elektrobusrouten auch bei Teilstrecken ohne Oberleitungen realisiert, Komplexität und Kosten sowie Zeit für das Aufladen reduziert werden. Unabhängig von Oberleitungen fährt der Daily Electric, gezeigt als Minibus, den man als Lösung für den Personen- und Warenverkehr in Innenstädten sieht. Für den öffentlichen Personennahverkehr fährt man eine Erdgaslösung auf und zeigt den Überlandbus Crossway Low Entry Natural Power. Dieses Fahrzeug verfügt über einen in den Dachraum integrierten Erdgastank, hat eine Reichweite von bis zu 600 km und liefert die Leistung und niedrige Emissionen des Cursor 9 Natural Power-Motors. Für den Stadt- und Vorortverkehr präsentiert man fünf Versionen des Daily Hi-Matic Natural Power, das erste CNG-Fahrzeug der Nutzfahrzeugbranche mit 8-Gang-Automatikgetriebe.

Innovativer Lebensmittler: Erdgas für Fahrzeug und Kühlung

Im mittelschweren Lkw-Segment und für innerstädtische sowie nächtlichen Lieferungen fährt der Hersteller zwei Eurocargo in CNG-Version auf, die ein Jahr früher als gesetzlich vorgeschrieben die Abgasnormen EURO VI Step D erfüllen sollen. Für längere Distanzen mit Lieferungen in Stadtzentren und in der Nacht schlägt man einen 26-Tonner Stralis NP 400 Lkw mit Kühlaufbau vor. Dieser verfügt erstmals mit Carrier Supra CNG-Technologie über eine Erdgas-betriebene Kühlanlage, die vom Kühlspezialisten erstmals auf der Solutrans in Lyon 2017 präsentiert worden war. Die beiden Dieselmotoren des Kühlfahrzeugs werden durch Erdgasmotoren ersetzt. Der Lkw soll niedrige NO2- und Feinstaubemissionen, CO2-Ausstoß und Piek-zertifizierten leisen Betrieb bieten. Der Aufbau umfasst 3 CNG-Tanks für eine Reichweite von 1.000 km.            

Bekannt und bereits in relevanter Stückzahl verkauft ist der Fernverkehrs-Lkw Stralis NP, von dem man gleich sieben Varianten mit verschiedenen Motorleistungen auffährt, darunter Fahrgestelle und Sattelzugmaschinen sowie als originellste Lösung den Stralis X-Way Natural Power mit einem elektrisch angetriebenen Cifa-Betonmischer.

Kreislaufwirtschaft: Diverse Pilotprojekte

Zudem verweist der Hersteller auf seine Beteiligung an diversen Pilotprojekten, die auf eine Kreislaufwirtschaft im Personen- und Güterverkehr abzielen. Darunter ist etwa die Partnerschaft mit der Stadt Lille geführt. Diese betreibt eine Flotte von Natural Power-Bussen, die mit Biomethan aus der städtischen Müllabfuhr betrieben werden. Pionierarbeit leiste man auch beim auf Methan basierenden Partnerschaft mit Pot au Pin Energie, Air Liquide und Carrefour: Hier wird Biomethan aus Zwischenkulturen, die vor Ort angebaut werden, speist – ebenfalls vor Ort – eine Tankstelle und wird in das dortige Gasverteilernetz eingespeist.

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