IAA 2017: Honeywell und Lear kooperieren für mehr Cybersicherheit

Die beiden Automobilzulieferer kämpfen gegen das Hacken von Fahrzeugsoftware.

Die immer stärkere Digitalisierung und Vernetzung neuer Modelle stellt die Branche vor neue Herausforderungen. | Foto: G. Soller
Die immer stärkere Digitalisierung und Vernetzung neuer Modelle stellt die Branche vor neue Herausforderungen. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

Honeywell und die Lear Corporation wollen automobile Software-Technologien und Infrastruktur-Lösungen entwickeln und anbieten. Die sollen Bedrohungen vor allem im Zusammenhang mit autonom fahrenden Autos erkennen und berichten. „Es gibt mehr als ein Dutzend klar definierte Angriffsflächen, die Eintrittspunkte für das Hacken in einem Fahrzeug liefern können, und die Zahl wächst schnell. Honeywell ist ein langjähriger Marktführer in der Entwicklung von Software, die Sicherheits- und Cybersicherheitslösungen für eine Vielzahl von Branchen ermöglicht, und wir erweitern dieses Wissen nun auf eine vernetzte und autonome Fahrzeugentwicklung. Unsere Softwarearchitektur basiert auf Best Practices, die wir bereits in den vergangenen 30 Jahren für die Luft- und Raumfahrt, beim Militär, bei der Verteidigung und bei kritischen Sicherheit von Industrieanlagen entwickelt haben“, erklärt dazu Olivier Rabiller, Honeywell Transportation Systems Präsident und CEO.

Dabei konzentrieren sich Honeywell und Lear auf die Paarung von Honeywells Eingriffsentdeckungs-Technologie-Software und Sicherheits-Betriebszentralen mit Lears automobilen Elektroverteilungssystemen und angeschlossenem Gateway-Know-how. Dabei wollen Honeywell und Lear den Autoherstellern eine Architektur zur Anpassung der Fahrzeugprognose und die Sicherstellung der Sicherheit und des Schutzes ihrer Modelle bieten. Das neue System soll Softwarebefehle und Daten identifizieren und validieren. Basis dafür sind mehr als 100 Millionen Codezeilen, die den modernen Fahrzeugbetrieb regeln. Honeywells Software und globale Sicherheitszentralen überwachen die Netzwerkkommunikation im Fahrzeug. Lears Elektro-Gateways und Sicherheitsmodule können ein effektives Instrumentarium sein, um Anomalien vor einem mechanischen Ausfall oder einem absichtlichen Hack des Fahrzeugs zu erkennen und zu berichten. Die erfassten Daten können entweder in Echtzeit oder über einen geplanten Download an die Honeywell-Sicherheitszentrale zur Analyse und Korrektur übertragen werden.

Dabei soll das Honeywell Connected Vehicle Team von der Erfahrung in der Luft- und Raumfahrt und industriellen Anwendungen zur Cybersicherheit profitieren. Die Honeywell-Software ermöglicht auch Echtzeit-Fahrzeug-Leistungsdiagnosen, die eine erhöhte Fahrzeugsicherheit und bis zu 5 Prozent Reduzierung der Garantiekosten bieten kann. Das kombiniert man mit den Gateway-Modulen von Lear. Lear hat darüber hinaus ein eigenes und unabhängiges Produkt-Cybersicherheits-Team, das die Lear-Computer-Plattformen, im Fahrzeug und angeschlossene Fahrzeug-Kommunikation, Fahrzeug-Eingriffserkennungssysteme und elektronische Steuergeräte schützt und absichert. Lear erweitert seine Gateway-Lösungen um Konnektivität und Sicherheitsmerkmal-Integration. „Die Zusammenarbeit mit Honeywell ist ein wichtiger Aspekt unserer Strategie, um die branchenführenden besten Sicherheitslösungen zu schaffen und zu integrieren, die mit unserem führenden Know-how in Konnektivität und Fahrzeugvernetzung gepaart sind“, begründet Frank Orsini, Lear Corporation Senior Vice President und President of Lear E-Systems die Kooperation.

Was bedeutet das?

Digitalisierung und Vernetzung bringen Gefahren mit sich, die Honeywell und Lear gemeinsam entschärfen wollen.

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