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IAA 2017: Harman und Rinspeed zeigen autonomen "Oasis" für den Großstadtdschungel

Die Elektronikspezialisten und der Schweizer Visionär präsentieren die Studie des autonom fahrenden City-Vehicles Oasis von der CES auch im Rahmen der New Mobility World. Das Fahrzeug wird hier zum "dritten Wohnzimmer" - und zum Kleingarten.

Eine Oase der Ruhe: Zumindest im Inneren des Rinspeed Oasis geht es ruhig zu. | Foto: J. Reichel
Eine Oase der Ruhe: Zumindest im Inneren des Rinspeed Oasis geht es ruhig zu. | Foto: J. Reichel
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Johannes Reichel

Der Hifi- und Elektronikspezialist Harman und der Automobil-Thinktank Rinspeed zeigen im Rahmen der New Mobility World ihre erstmals auf der CES in Las Vegas präsentierte Vorstellung von einem intelligenten Stadtauto der Zukunft. Der selbstredend elektrisch angetriebene, wahlweise autonom fahrende Rinspeed "Oasis" soll nach dem Willen seiner Schöpfer statt mit PS und Leistung mit Lebensqualität punkten und als eine Art "drittes Wohnzimmer im Großstadtdschungel" fungieren. Hinter dem Konzept steckt der Schweizer Autovisionär Frank M. Rinderknecht. Er sieht in der Konzeptstudie „Oasis“ ein pfiffiges selbstfahrendes E-Mobil für Stadt und Umland und will mit dem filigran und luftig-licht gestalteten Studie die nach seiner Ansicht "fest in den Köpfen betonierte Vorstellung vom Großstadtdschungel überwinden, dass man man tonnenschwere SUVs für den täglichen Überlebenskampf braucht", so der O-Ton.

Sein Gegenentwurf ist ein wendiger Flitzer mit integriertem Kleingarten hinter der Windschutzscheibe. „Mobile Urban Gardening“ hält der Rinspeed-Chef dem martialischen Auftritt entgegen, den man sonst nicht zu knapp auf der Automesse in Frankfurt zu sehen bekommt. Entsprechend "loungemäßig" ist der Innenraum des Oasis gestaltet: Für ein modernes Wohnzimmer-Ambiente sorgen Sessel, Sideboard und TV. Natürliche Materialien von Leder bis zu Holzboden sorgen tatsächlich für heimelige Atmosphäre. Die Unterhaltung besorgt derweil das 5k-Breitbanddisplay von Harman, dass sich über die ganze Armaturenbreite erstreckt. Die Soundkulisse besorgt eine 24-Kanalanlage von Harman Kardon. Die Steuerung des Fahrzeugs erfolgt per Sprache oder Geste.

Im manuellen Modus sind stets die wichtigsten Anzeigen in einer reduzierten Darstellung sichtbar, die elektronischen Rückspiegel sind gedimmt, solange sie nicht benötigt werden. Das ZF-Lenkrad lässt sich mit einem Handgriff umklappen und verwandelt sich so in eine Tastatur oder Ablagefläche. Das Auto wird somit zum autonom rollenden Büro inklusive kompletter Office-Suite und Skype-Video- Telefonaten mit Live-Übersetzung. Für die Übertragung sorgen übrigens in das Dach integrierte intelligenten Antennensysteme von Vites. Rinspeed-Chef Rinderknecht will das Fahrzeug für alle denkbaren Optionen offen halten "wenn die Gesellschaft bereit ist, Güter sinnvoll zu teilen", wie er sagt. Der „Oasis“ könne morgens als Einkaufswagen dienen, nachmittags als Postbox für den Paketdienst und abends als Pizza-Taxi. Möglich werde dies durch ein digitales Zugangssystem des deutschen Zulieferers Huf.

Was bedeutet das?

Das Auto als Garten, klar, die Idee ist schon ein bisschen durchgeknallt. Aber der Rinspeed Oasis setzt einen wohltuenden Gegenakzent zur noch immer dominierenden PS-Protzerei und Fettsucht der Fahrzeuge, die nicht selten kurzerhand ins Elektrozeitalter übertragen wird, ja, auch von einem Visionär wie Tesla. Dieses Konzeptcar ist eine echte Oase.

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