IAA 2017: Auch Continental konzipiert die Zukunft

Auch Contis Reifensparte brachte neue Konzepte zur IAA und legte mit neuen Serienmodellen nach.

Gregor Soller

Continental kümmert sich um die Digitalisierung der Reifen und präsentiert mit ContiSense und ContiAdapt zwei Konzeptstudien für die Zukunft. Bei ContiSense sollen leitfähige Gummimischungen den Austausch elektrischer Signale zwischen einem Sensor im Reifen und einem Empfänger im Auto ermöglichen. Gummibasierte Sensoren messen kontinuierlich Profiltiefe und Temperatur.

Beim Über- oder Unterschreiten definierter Grenzwerte wird der Fahrer sofort informiert. Ein möglicher Profil-Durchstich schließt einen Stromkreis im Reifen und löst ebenfalls eine sofortige Meldung an den Fahrer aus – schneller als bislang genutzte Systeme, die erst dann warnen, wenn der Fülldruck bereits nachlässt. Die Technologie ContiSense wird künftig um zusätzliche Sensoren erweitert, die auch einzeln zum Einsatz kommen können. So können auch Informationen über die Fahrbahn wie Temperatur oder Schnee künftig vom Reifen direkt „erfühlt“ und an den Fahrer weitergegeben werden.

Die Daten können an die Fahrzeugelektronik oder auch per Bluetooth an ein Smartphone übermittelt werden. ContiAdapt kombiniert im Rad integrierte Mikro-Kompressoren zur Änderung des Reifenfülldrucks mit einer in der Breite einstellbaren Felge. Dadurch verändert sich die Reifenaufstandsfläche, die bei unterschiedlichen Straßenbedingungen entscheidend für Sicherheit und Komfort ist. Vier Kombinationen erlauben eine perfekte Einstellung auf nassen, unebenen, rutschigen und normalen Untergrund. Eine verkleinerte Aufstandsfläche mit hohem Fülldruck bietet beispielsweise einen niedrigen Rollwiderstand und energieeffizientes Fahren auf trockenen, ebenen Strecken.

Eine vergrößerte Aufstandsfläche mit geringerem Reifenfülldruck schafft idealen Grip auf rutschigem Untergrund. Auch ist ein sehr niedriger Fülldruck von unter einem bar einstellbar, um das Fahrzeug sicher aus tief verschneiten Parklücken oder einem Gefahrenbereich mit Blitzeis zu fahren. Continental sieht beide Reifen-Technologie-Konzepte als vielversprechende Lösungen für die Mobilität von morgen.

Und für heute? Hat Conti ebenfalls neues im Gepäck.

Der neue PremiumContact 6 soll Komfort und Sport können. Er soll beste Bremseigenschaften auch auf nasser Straße bieten. Dabei wurden laut Conti Mischungen entwickelt, die nennenswerte Fortschritte in sämtlichen Reifenparametern ermöglichen, ohne auf hohe Sicherheitsreserven zu verzichten. Zum Beispiel eine neue Kristall-Silikamischung für kurze Bremswege auf nasser Straße. Für bessere Laufleistungs-, Rollwiderstands- und Komfortanforderungen kombinierten die Techniker eine abriebsoptimierte Polymermischung mit einem geschmeidigen Profildesign. So legt der neue PremiumContact 6 im Vergleich mit dem Vorgänger bei der Laufleistung um 15 Prozent zu, während das Innen- und Außengeräusch des Reifens um bis zu 10 Prozent verringert ist, das Handling will man um drei Prozentpunkte verbessert haben.

Bei den Winterreifen schickt man den neuen WinterContact TS 860 S ins Rennen. Sowohl bei den Bremswegen und beim Handling auf trockener Straße als auch bei den Fahreigenschaften auf Schnee soll der Neue Höchstleistungen bieten. Der neue WinterContact TS 860 S wird zu diesem Winter in 14 Dimensionen hergestellt, Das Lieferprogramm umfasst Durchmesser zwischen 18 und 21 Zoll, die Freigaben gehen bis zu 270 km/h.

Was bedeutet das?

Auch Conti legt zur IAA nach und nutzt dabei die Verbindungen zur Tech-Schwester.

Bei Continental hilft die Nähe zur Technik-Schwester. Man darf gespannt sein, inwieweit die veränerlichen Profile den Weg in die Serie finden werden. Die Idee geistert schon seit Jahren in den Köpfen der Entwickler herum - wenn man sie realisieren könnte, wäre das perfekt - denn je nach Wetter und Fahrbahn verschieben sich die Prioritäten, die an die schwarzen Sohlen gestellt werden.

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