Hyundai/IonQ: Effizientere Akkus mit Quanten-Computing

Kooperation mit IonQ soll Steigerung der Effektivität und Qualität von Hochvoltbatterien bringen. Durch die Forschung will man bei der Herstellung Kosten, Zeit und Aufwand minimieren.

Da ist mehr drin: Hyundai will per Quantencomputing die Ergiebigkeit von Akkuzellchemie steigern und die Produktion vereinfachen. | Foto: Hyundai
Da ist mehr drin: Hyundai will per Quantencomputing die Ergiebigkeit von Akkuzellchemie steigern und die Produktion vereinfachen. | Foto: Hyundai
Johannes Reichel

Die Hyundai Motor Company hat eine Partnerschaft mit dem amerikanischen Unternehmen IonQ verkündet, das sich mit der Forschung an und Entwicklung von Quantencomputern befasst. Ziel der Partnerschaft sei die Entwicklung neuer Variational Quantum Eigensolver (VQE), also von Algorithmen zur Untersuchung von Lithiumverbindungen und deren chemischen Reaktionen in der Batteriechemie, wie der Autohersteller präzisiert.

"Es ist davon auszugehen, dass die Simulation der Quantenchemie die Qualität von Lithiumbatterien der nächsten Generation erheblich verbessern wird, indem die Lade- und Entladezyklen der Geräte sowie ihre Haltbarkeit, Kapazität und Sicherheit optimiert werden", glaubt man bei den Koreanern.

Die Zusammenarbeit bündle das Fachwissen von IonQ im Bereich der Quanteninformatik mit dem Fachwissen von Hyundai beim Einsatz von Lithiumbatterien. Gemeinsam wollen die Teams beider Unternehmen das gemessen an der Anzahl der Qubits (kleinste Rechen- und Informationseinheit eines Quantencomputers) und Quantengatter (elementare Rechenoperationen eines Quantencomputers) fortschrittlichste Batteriechemiemodell, das bisher für Quantencomputer vorgestellt wurde, entwickeln. Zudem lege die Partnerschaft den Grundstein für die Entwicklung effizienterer Batterien, indem sich die chemischen Reaktionen genauer simulieren und kontrollieren ließen, unterstrich der Hersteller weiter. 

"Diese Forschung hat das Potenzial, neue Arten von Ausgangsmaterial zu führen, die in den kommenden Jahren Zeit, Kosten und Aufwand sparen – ein entscheidender Fortschritt, da Batterien in der Regel die teuerste Komponente eines Elektrofahrzeugs (BEV) darstellen", argumentiert das Unternehmen. 

Die Partnerschaft sieht man als Bestandteil für die Strategie 2025 des Konzerns, die weltweit den Verkauf von 560.000 Elektrofahrzeugen pro Jahr und die Einführung von mehr als zwölf reinen batterieelektrischen Fahrzeugmodellen (BEV) vorsieht. Die Kooperation stelle die jüngste im Rahmen der kontinuierlichen Bemühungen von IonQ auf dem Gebiet der Quantenchemie dar. Zuvor wurden die Computer von IonQ dazu verwendet, eine End-to-End-Pipeline für die Simulation großer Moleküle, wie sie bei der Herstellung von Düngemitteln vorkommen, zu demonstrieren. Die Quantencomputer von IonQ wurden auch für Simulationen von Wassermolekülen eingesetzt, was das Potenzial von Quantencomputern für Anwendungen in der Quantenchemie demonstriert.

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