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Hyundai und die Uni Seoul eröffnen Batterieforschungszentrum

Das Forschungszentrum soll Entwicklung wichtiger Batterietechnologien vorantreiben. Der Automobilkonzern investiert bis 2030 über 30 Milliarden KRW – etwa 21,3 Millionen Euro – in die gemeinsame Batterieforschung.

Feierliche Eröffnung des Forschungszentrums in Seoul. Personen auf dem Bild - siehe Ende des Artikels.| Foto: Hyundai Motor Group
Feierliche Eröffnung des Forschungszentrums in Seoul. Personen auf dem Bild - siehe Ende des Artikels.| Foto: Hyundai Motor Group
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Thomas Kanzler

Die Hyundai Motor Group, zu der Hyundai, Kia und Genesis gehören, eröffnet mit der Seoul National University (SNU) ein gemeinsames Batterieforschungszentrum. Die Zusammenarbeit zwischen dem Konzern und der SNU zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft zu fördern, um im Bereich der Batterietechnik weltweit eine Führungsrolle einzunehmen.

„Unser Ziel, eine breite Palette von Mobilitätslösungen mit fortschrittlichen Batterien zu entwickeln, wird von unserem starken Engagement für eine nachhaltige Zukunft für künftige Generationen angetrieben“, betont der Vorstandsvorsitzende der Hyundai Motor Group, Euisun Chung. „Durch bahnbrechende gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen hoffen wir, alle Forschenden zu befähigen, den Übergang zur Elektrifizierung der Mobilität voranzutreiben."

In Anwesenheit der Führungsriege des Hyundai-Konzerns und Vertreter der Universität Seoul fand die Eröffnungsfeier auf dem Hauptcampus der Seoul National University statt.

„Das Batterieforschungszentrum wird der Ausgangspunkt für Batterietechnologien mit verbesserter Leistung und zuverlässiger Sicherheit im Einklang mit der vorausschauenden Innovation der Hyundai Motor Group im Bereich der Elektrifizierung sein“, erklärt Hong Lim Ryu, Präsident der Seoul National University. „Wir erwarten, dass die besten Dozenten und Doktoranden Synergien mit den kompetenten Forschern der Hyundai Motor Group schaffen und so den Grundstein für verschiedene Innovationen legen, die von den Grundlagen der Batterien bis hin zu deren Anwendung reichen."

Das Forschungszentrum nahm im bereits im November 2021 Gestalt an, als der Konzern und die Seoul National University eine Absichtserklärung über die „Einrichtung eines gemeinsamen Batterieforschungszentrums und mittel- bis langfristige gemeinsame Forschung" unterzeichneten.

Hier sollen die führenden Batterieexperten zusammenarbeiten

Um eine enge Zusammenarbeit zwischen den Forschenden zu fördern, wird die neue Einrichtung innerhalb des erweiterten Instituts für chemische Prozesse der Seoul National University auf drei Etagen (901 m2) einen eigenen Raum für die reine Batterieforschung einrichten. Sie wird aus sieben Laboren und Konferenzräumen für die Entwicklung, Analyse, Messung und Verarbeitung von Batterien bestehen. Das Forschungszentrum konzentriert sich auf die Erforschung von Batterietechnologien der nächsten Generation, die die Reichweite von Elektrofahrzeugen deutlich erhöhen und die Ladezeit verkürzen können, sowie auf die Erforschung von Technologien zur Überwachung des Batteriezustands und innovativer Verfahrenstechniken.

Anwendungsbasierte Forschung

Konkret werden insgesamt 22 gemeinsame Forschungsprojekte in vier Bereichen durchgeführt, darunter Lithium-Metall-Batterien, Festkörperbatterien, Batteriemanagementsysteme (BMS) und Batterieprozesstechnik. Insgesamt 21 Professoren, Master- und Doktoranden von renommierten koreanischen Universitäten werden an den Projekten teilnehmen. 14 der 22 Forschungsprojekte befassen sich mit Lithium-Metall- und Festkörperbatterien und konzentrieren sich auf die Entwicklung von Batterien der nächsten Generation.

Auf dem Gebiet der Lithium-Metall-Batterien wird an der Technologie von Lithium-Elektrolyt-Materialelementen mit hoher Lebensdauer und an der Formanalyse zur Minimierung des Verschleißes geforscht, während auf dem Gebiet der Festkörperbatterien sulfidbasierte Anodenmaterialien, Elektroden-/Elektrolyt-Beschichtungsverfahren und aktive Kathodenmaterialien mit ultrahoher Energiedichte erforscht werden.

Ein wesentliches Merkmal des Forschungszentrums wird sein, dass es sich nicht nur auf theoretische Forschung, sondern auch auf Forschung und Entwicklung unter Berücksichtigung der Massenproduktion konzentriert. Bei allgemeiner Industrie- und Hochschulforschung ist ein zusätzlicher Zeit- und Kostenaufwand unvermeidlich, um die Ergebnisse auf Massenprodukte anzuwenden.

Enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie

Kia und Hyundai entsenden Mitarbeiter, die in den Forschungsteams integriert werden. Im Rahmen von Beratungen und Seminaren zur Batterietechnologie werden Erkenntnisse und Entwicklungsrichtungen erörtert. Zudem wird ein beratendes Gremium gebildet, das regelmäßig Informationen über globale Trends und Ergebnisse der Batterieindustrie austauscht. Vor allem will die Gruppe durch die Förderung herausragender Talente im Batteriesektor den Weg dafür ebnen. Südkorea soll so zu einem der weltweit führenden Standorte für Batterietechnik werden.

Zudem plant der Konzern, alle Aspekte der Batterieentwicklung durch die Stabilisierung der Materialversorgung, die Stärkung des Batterie-Designs und der Batterie-Managementfähigkeiten sowie die Entwicklung von Batterien der nächsten Generation abzudecken.

Enorme Investitionen in die Batterietechnik geplant

Hyundai Motor wird in den nächsten 10 Jahren 9,5 Billionen KRW (etwa 6,7 Milliarden Euro) investieren, um die Batterieleistung aktiv zu verbessern, fortschrittliche Technologien für Batterien der nächsten Generation zu entwickeln und die Infrastruktur aufzubauen.

Hyundai rechnet damit, dass im Vergleich zu den Preisen von 2018 die Kosten für Batterien im Jahr 2026 um 75 Prozent und im Jahr 2030 um 45 Prozent gesenkt werden, um die Erschwinglichkeit und Praktikabilität von Elektro-Fahrzeugen zu verbessern. Um das Jahr 2025 werden Lithium-Ferro-Phosphat-Batterien (LFP), die gemeinsam mit Batterieunternehmen entwickelt werden, erstmals in neuen Elektrofahrzeugen eingesetzt.

Um die Entwicklung von Lithium-Metall- und Festkörperbatterien zu beschleunigen und ihre Fähigkeit zur Massenproduktion zu prüfen, wird das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Hyundai Motor und Kia in Uiwang im nächsten Jahr den Bau des Batterieforschungsgebäudes der nächsten Generation abschließen. Die in dem neuen Gebäude entwickelten Batterien sollen nicht nur für Elektrofahrzeuge, sondern auch für verschiedene andere mobile Anwendungen wie Robotik und fortschrittliche Luftmobilität (Advanced Air Mobility - AAM) eingesetzt werden.

Lebenszyklus der Batterie im Fokus

Der Konzern wird die Einführung von Elektro-Fahrzeugen mit größeren Reichweiten, längeren Lebenszyklen und höherer Sicherheit vorantreiben, indem sie Batteriemanagementsysteme (BMS) sowie Technologien zur Batteriekonditionierung, wie die Vorwärmung und Kühlung von Batterien, verbessert.

Mittel- bis langfristig will die Gruppe außerdem ein System für das Recycling von Altbatterien und das Recycling von Rohstoffen einrichten, um die Umwelt zu schützen und Rohstoffe nachhaltig zu sichern. Die Gruppe plant, einen nachhaltigen „Batterie-Lebenszyklus" zu vollenden, in dem Batterien sicher verwertet und Rohstoffe für die Batterieherstellung gewonnen und wiederverwendet werden.

Was bedeutet das?

Die Hyundai Motor Group beschleunigt die Entwicklung von Batterien der nächsten Generation, mit dem Ziel, bis 2030 3,64 Millionen Elektrofahrzeuge zu produzieren. Zusätzlich zu der Kooperation mit der Universität in Seoul baut der Hyundai Konzern die externe Zusammenarbeit zur Sicherung der Batteriekapazitäten stetig aus, indem Joint Ventures mit großen Batterieunternehmen wie SK On und LG Energy Solution gegründet werden, um eine stabile Versorgung mit und Nachfrage nach Batterien sicherzustellen.

 

Anwesende der Eröffnung – siehe Foto

Die Eröffnungsfeier fand auf dem Hauptcampus der Seoul National University statt und wurde von hochrangigen Gästen besucht, darunter Euisun Chung, Executive Chair der Hyundai Motor Group; Yong Wha Kim, President und Chief Technology Officer der Hyundai Motor Group; Heung Soo Kim, Executive Vice President und Head of Global Strategy Office der Hyundai Motor Group; und Chang Hwan Kim, Senior Vice President und Head of Battery Development Center der Hyundai Motor Group.

Von der Seoul National University nahmen Hong Lim Ryu, Präsident der Seoul National University, Yoo Suk Hong, Dekan der Seoul National University College of Engineering, Seung Hwan Ko, stellvertretender Dekan für Forschungsangelegenheiten des College of Engineering, Jong Chan Lee, Leiter der School of Chemical and Biological Engineering, und Jang Wook Choi, Leiter des Joint Battery Research Center und Professor an der School of Chemical and Biological Engineering, an der Einweihungsfeier teil.

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