Hyundai: Mit Next Hydrogen zu günstigem grünen Wasserstoff

Kooperation soll die Entwicklung eines alkalischen Wasserelektrolysesystems forcieren und die Produktionskosten stark reduzieren. Fuel Cell für Züge, Schiffe und Flugzeuge im Blick.

Grün und günstig: Hyundai will die Produktion von nachhaltigem Wasserstoff vereinfachen und kooperiert mit einem kanadischen Spezialisten. Neben den Lkw wie dem XCient Fuel Cell will man bald auch eine Brennstoffzelle für Züge, Schiffe und Flugzeuge industrialisieren. | Foto: Hyundai
Grün und günstig: Hyundai will die Produktion von nachhaltigem Wasserstoff vereinfachen und kooperiert mit einem kanadischen Spezialisten. Neben den Lkw wie dem XCient Fuel Cell will man bald auch eine Brennstoffzelle für Züge, Schiffe und Flugzeuge industrialisieren. | Foto: Hyundai
Johannes Reichel

Die Hyundai Motor Company und die Kia Corporation forcieren ihre Anstrengungen in Sachen Wasserstoffantrieb und wollen über eine Kooperation mit dem kanadischen Unternehmen Next Hydrogen Corporation die kostengünstige Produktion von sauberem H2 mittels alkalischer Elektrolyse voranbringen. Dazu wurde jetzt eine Absichtserklärung unterzeichnet. Das kanadische Unternehmen, eine Tochtergesellschaft von Next Hydrogen Solutions Inc., ist auf die Wasserelektrolysetechnologie spezialisiert. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Partner gemeinsam ein alkalisches Wasserelektrolysesystem und den zugehörigen Stack, das zentrale Element des Systems, entwickeln, um den sogenannten grünen Wasserstoff wirtschaftlich zu erzeugen, wie es heißt. Im Rahmen der Kooperation sollen zudem die potenziellen technologischen Anwendungen und zukünftige Geschäftsmöglichkeiten ausgelotet werden.

H2-Herstellung günstiger und einfacher machen

Wasserstoff sauber oder grün herzustellen, ohne dass dabei CO2-Emissionen entstehen, sei derzeit teuer und zeitaufwendig. Die Partner haben sich zum Ziel gesetzt, die preisliche Wettbewerbsfähigkeit von grünem Wasserstoff unter Berücksichtigung regionaler Klima- und Umweltbesonderheiten zu verbessern. Bei der angepeilten Methode wird Wasser unter Verwendung eines alkalischen Elektrolyten wie Kalium- oder Natriumhydroxid elektrolysiert. Sie gilt laut der Kooperationspartner als eine der bewährtesten und technologisch am gründlichsten getesteten Wasserelektrolysemethoden und könne eine umfangreiche Erfolgsbilanz in Forschung und Entwicklung vorweisen. Außerdem lasse sich damit Wasserstoff in großem Maßstab erzeugen, was die Anlagenkosten senkt. Zudem seien die Katalysatoren relativ preiswert.

Kernziel: Stack, der mit hoher Stromdichte betrieben wird

Der wichtigste Fortschritt, der man von dem Projekt erwartet, ist die Entwicklung eines neuen Stacks, der mit hoher Stromdichte betrieben werden kann. Dadurch wäre es möglich, bei gleichem Flächenbedarf mehr Wasserstoff zu produzieren. Der neu entwickelte Stack werde die Komponententechnologie von Hyundai Motor und Kia in Bezug auf Elektroden, Bipolarplatten und Stromabnehmer nutzen, während Next Hydrogen seine Designtechnologie beisteuere, skizziert der Automobilkonzern, der die Leistungstests des neuen Stacks auch beaufsichtigen will. Ein Pilottest ist für das kommende Jahr geplant. Die Gruppe verstärke darüber hinaus ihre Bemühungen, ein Brennstoffzellensystem der nächsten Generation zu entwickeln, das in verschiedenen Formen der Mobilität von urbaner Luftmobilität (UAM) über Straßenverkehr bis zu Schifffahrt und Zugverkehr angewendet werden könne, teilte das Unternehmen weiter mit.

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