Hyundai: Mini-EV für Kinderkrankenhaus gespendet

Im Rahmen des „Little Big e-Motion“-Projekts soll das kleine E-Auto jungen Patienten den Krankenhausaufenthalt erleichtern. Unter anderem durch Sammeln von Gesundheitsdaten.

Auf Social Media-Kanälen zeigt Hyundai ein Video zur Vorstellung des Mini-EV. | Bild: Hyundai Motor Company
Auf Social Media-Kanälen zeigt Hyundai ein Video zur Vorstellung des Mini-EV. | Bild: Hyundai Motor Company
Bettina Brunner

Dieses kleine Gefährt dürfte nicht nur Kinderherzen höherschlagen lassen: Mit dem Mini-EV hat der koreanische Automobilhersteller Hyundai ein rein elektrisches Mini-Auto für Kinder präsentiert. Das Design greift die 2019 auf der IAA veröffentlichte Fahrzeugstudie 45 auf und wurde vom selben Entwicklerteam gestaltet. Aktuell ist ein Mini-EV im Kinderkrankenhaus SJD im spanischen Barcelona im Einsatz. Laut Hersteller soll es „einen möglichst angenehmen Transport der Kinder vom Krankenhausbett zum Behandlungsraum“ bieten, da dieser für die jungen Patienten oft als unangenehm empfunden werde. Dabei soll nicht nur der Spaßfaktor Unterstützung versprechen.

 

Fünf Schlüsseltechnologien überwachen den "Fahrer"

Das Auto ist mit der EAVC-Technologie ausgestattet. Die „Emotion Adaptive Vehicle Control“ greift auf künstliche Intelligenz zurück und wertet sensible Daten des Fahrzeugführers aus. Nach Angaben von Hyundai besteht das System aus fünf Schlüsseltechnologien: ein Gesichtserkennungssystem, ein Atemtrainingsgürtel, ein Sensor zur Überwachung der Herzfrequenz, eine auf Emotionen basierende adaptive Licht-Technologie und ein Geruchsspender.

Beim Gesichtserkennungssystem kommt eine Kamera zum Einsatz, um die Emotionen des Kindes in Echtzeit zu erkennen. Der Atemtrainingsgürtel übt bei Bedarf einen sanften Druck mit seinen Lufttaschen aus, der zu einer gleichmäßigeren Atmung verhelfen soll. Der Beschleunigungssensor und der Herzfrequenzmesser überwachen die Herz- und Atemfrequenz. Über die adaptive Licht-Technologie wird in den Farben grün, gelb oder rot der vermeintliche emotionale Zustand des Kindes angezeigt. Gekoppelt an die Atemfrequenz, versprüht der Geruchsspender Duftstoffe. Sollte sich durch diese Maßnahmen der Gemütszustand des Patienten verbessern, erzeugt das Mini-Elektroauto automatisch Seifenblasen. Jinmo Lee, Senior Reasearch Engineer bei Hyundai Motor und Projektleiter, definiert die Ziele der Entwicklung:

„Wir wollen mit unseren Technologien dazu beitragen, das Leben der Menschen in verschiedenen Bereichen zu verbessern. Wir hoffen, dass die EAVC-Technologie und das Mini-Elektroauto den jungen Patienten ein Lächeln ins Gesicht zaubert und ein unterhaltsames Mobilitätserlebnis bietet, um sie auf dem Weg zur Genesung zu unterstützen.“

Der Mini-EV interagiert also mit seinen kleinen Fahrern und signalisiert dem Krankenhauspersonal den abgefragten Zustand der Patienten, die im Gegenzug die Interaktion mit den Kindern aussparen. Der Konzern sieht darin zu Pandemiezeiten einen nützlichen Vorteil. Hyundai Motor beabsichtigt, seine EAVC-Technologie weiterzuentwickeln und in zukünftigen Mobilitätslösungen einzusetzen.

Was bedeutet das?

Es bleibt abzuwarten, wieviel Krankenhausflure künftig zur Einbahnstraße teilumfunktioniert werden. Fest steht: Die technischen Entwicklungen sind faszinierend, die massive Erhebung persönlichster Daten aber irgendwo auch alarmierend. Viele Fahrer empfinden ihr Auto als Schutzzone, eine klare Abgrenzung zur Umwelt mit Durchsetzungsanspruch. Für wegweisende Technologien wie der EAVC aber werden Fahrer zu Umwelt, konstant überwacht und analysiert. Der Diskussion über die technischen Möglichkeiten sollte eine ethische Debatte zur Vereinbarkeit mit Persönlichkeitsrechten und Datenschutz folgen.

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