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Hyundai Kona 2023 Elektro – der Stromer wird zur mobilen Powerbank

Der südkoreanische Konzern bringt das nächste BEV mit V2L-(Vehicle to Load) Technik auf den Markt. Erstmals in Ioniq 5 2021 verfügbar, ermöglicht V2L es dem Kunden, jedes beliebige Gerät mit dem Strom aus der Fahrzeugbatterie zu betreiben.

Der Kona ist jetzt auch mit V2L-Technologie versehen. Damit kann der Kunde elektrische Geräte am Fahrzeug aufladen.| Foto: Hyundai
Der Kona ist jetzt auch mit V2L-Technologie versehen. Damit kann der Kunde elektrische Geräte am Fahrzeug aufladen.| Foto: Hyundai
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Thomas Kanzler

Bei seiner Markteinführung im Herbst 2023 wird auch der neue Hyundai Kona Elektro bidirektionales Laden bieten. Obwohl das kompakte E-SUV nicht die E-GMP-Plattform von Ioniq 5 und Ioniq 6 nutzt, können Kunden ihre Elektrogeräte an eine Standardsteckdose im Innenraum des Fahrzeugs anschließen und nutzen oder aufladen. Außerhalb des Fahrzeugs ist dies über einen V2L-Adapter möglich.

So kann bidirektionales Laden genutzt werden

Mit bidirektionalem Laden können Kunden ihre Elektrogeräte so mit Strom versorgen, wie sie es wünschen, wo immer sie es wünschen. Seit 2021 hat Hyundai eine Reihe von Projekten zur Demonstration dieser Technologie in ganz Europa gestartet. Eines dieser Projekte war der Einsatz der V2L-Technologie in der abgelegenen und eisigen Wildnis Nordnorwegens. Als mobile Stromquelle diente ein Hyundai Ioniq 5, der die Rentierfarm Tromsø Arctic Reindeer drei Tage lang mit Strom versorgte – inklusive Abendessen in einer autarken Hütte, die nur über die V2L-Funktion des Hyundai mit Energie gespeist wurde.

Auch die Stromversorgung während des Campens in der Natur ist dank bidirektionalen Ladens und der V2L-Technologie möglich. Das beweist das von Hyundai initiierte Camp Zero in Schweden. Hier versorgte ein Ioniq 5 einen Wohnwagen inklusive Induktionsplatte, Espressomaschine, Wasserkocher, Kühl- und Gefrierschrank, Lautsprechersystem und Lichterkette mit dem nötigen Strom.

Vehicle-to-Grid – die Lösung zur Stabilisierung des Stromnetzes

Eine weitere Form des bidirektionalen Ladens ist Vehicle-to-Grid (V2G). V2G kann den in den Batterien von Elektrofahrzeugen gespeicherten Strom nutzen und zu bestimmten Zeiten in das Netz zurückspeisen, zum Beispiel bei Spitzenlast. In den vergangenen zwei Jahren hat Hyundai diese innovative Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) weiterentwickelt. Von V2G profitieren sowohl die Besitzer der Fahrzeuge als auch unsere Gesellschaft im Allgemeinen. Neben der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und Solarkraft kann auch die Nutzung von Strom aus Batterien von Elektroautos zur Diversifizierung des Energiemix beitragen.

Die V2G-Pilotprojekte von Hyundai

Um seine Unternehmensvision „Progress for Humanity“ umzusetzen und das Ziel der Kohlenstoffneutralität in Europa bis 2035 zu unterstützen, sucht Hyundai nach praxistauglichen Lösungen für eine nachhaltige Mobilität der Zukunft. Bidirektionales Laden und die V2G-Technologie sind Beispiele dafür. In Europa setzt das Unternehmen die V2G-Technologie bereits in die Praxis um. In Zusammenarbeit mit Partnern aus den Bereichen Energieversorgung und Technologie hat Hyundai zwei wichtige Pilotprojekte in den Niederlanden und Deutschland ins Leben gerufen.

In der niederländischen Stadt Utrecht soll die erste bidirektionale Region der Welt entstehen. Hier arbeitet Hyundai mit dem lokalen Mobilitätsanbieter „We Drive Solar“ zusammen und setzt eine Flotte von Ioniq 5 für ein neues Carsharing-System ein, welches mit V2G-Technologie betrieben wird. Die Flotte soll nicht nur die Bewohner im Stadtentwicklungsviertel Cartesius befördern, sondern auch das lokale Stromnetz unterstützen, indem sie an mit Solarenergie betriebenen Ladestationen aufgeladen wird. In Spitzenzeiten, in denen große Mengen an Energie verbraucht werden, können die Stromer diese nachhaltige Energie wieder in das lokale Netz einspeisen.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Ein weiteres V2G-Testprojekt hatte Hyundai in Deutschland gestartet, das von Cradle Berlin koordiniert wurde, dem Bereich Corporate Venturing und Open Innovation der Hyundai Motor Company. Im Rahmen des Projekts hat Hyundai die Fähigkeit des Ioniq 5 getestet, innerhalb eines geschlossenen Heim-Energiesystems Energie mit dem Netz zu teilen. Dazu wurde je ein Ioniq 5 an acht Haushalte angeschlossen, um den Energiefluss zwischen ihnen und zurück ins Netz auszugleichen. Um vorherzusagen, wann und wie viel Energie die Stromer liefern können, hatte Hyundai ein eigenes Home-Energy-Management-System (HEMS) entwickelt.

V2G für eine nachhaltige Zukunft

Je mehr Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt und genutzt wird, desto mehr kann die V2G-Technologie ein Baustein zur Verringerung der Auswirkungen des Klimawandels sein. Da BEVs mit dieser Technologie in Spitzenzeiten Energie aus alternativen Energiequellen wie Sonne und Wind speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen können, kann die V2G-Technologie die Lösung für ein Gleichgewicht zwischen Nachfrage und Bereitstellung von Energie sein.

Was bedeutet das?

Aktuell steht die V2G-Technologie noch nicht für eine allgemeine Nutzung bereit, da die Stromnetzbetreiber noch vor der Herausforderung stehen, wie sie den Energiefluss am besten messen und steuern können. Sobald eine Lösung gefunden sei, sei laut Hyundai die bidirektionale Technologie des Unternehmens bereit, Verbraucher mit regenerativer Energie zu versorgen und so einen nachhaltigeren Lebensstil zu fördern

Praxistests belegen, dass dank der Vielseitigkeit der V2L-Anwendungen auch in einer Region, die nicht an das Stromnetz angeschlossen ist, eine Stromversorgung mit alternativen Quellen möglich ist. Hyundai unterstreicht mit der V2L-Technologie seinen Anspruch, den Wandel zum Anbieter intelligenter, sauberer und nachhaltiger Mobilitätslösungen ernst zu nehmen.

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