Hyundai blickt mit Seven in die E-SUV-Zukunft

Modell gibt Ausblick auf Design und Technologie des nächsten elektrischen Hyundai SUV, mit innovativem Interieur, nachhaltigen Materialien und fortschrittlichen Hygiene-Funktionen.

Anders als die Verbrenner-SUV: Hyundai will mit dem Seven ein neues Kapitel aufschlagen. | Foto: Hyundai
Anders als die Verbrenner-SUV: Hyundai will mit dem Seven ein neues Kapitel aufschlagen. | Foto: Hyundai
Johannes Reichel

Der koreanische Automobilhersteller Hyundai hat auf der AutoMobility in Los Angeles wie avisiert sein batterieelektrische SUV-Konzeptfahrzeug Seven enthüllt. Die E-SUV-Studie wird vom 19. bis zum 28. November auf dem Hyundai Stand im LA Convention Center ausgestellt – zusammen mit anderen innovativen Hyundai Fahrzeugen wie dem E-CUV IONIQ 5 und dem Brennstoffzellen-Lkw XCIENT Fuel Cell.

Nach dem auf der IAA 2019 präsentierten Konzept 45 und der im vergangenen Jahr vorgestellten Studie PROPHECY schlägt der SEVEN ein neues Kapitel für die Submarke Hyundai IONIQ auf. „Der SEVEN demonstriert unsere kreative Vision und die progressive technische Entwicklung für die Zukunft der elektrifizierten Mobilität“, meint Jose Munoz, President und CEO von Hyundai Motor North America bei der Präsentation.

Die neue E-GMP-Plattform als technische Basis

Als technische Basis dient die Electric Global Modular Platform (E-GMP) von Hyundai, die explizit für batterieelektrische Fahrzeuge konzipiert wurde. Damit soll der Seven eine Reichweite von mehr als 480 Kilometern und kurze Ladezeiten bieten. An einer 350-Kilowatt-Schnellladestation lässt sich der E-SUV beispielsweise binnen rund 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent aufladen.
 

Klarer Bruch mit dem Design von Verbrenner-SUV
Die wesentlichen sichtbaren Merkmale der neuen Plattform sind der lange Radstand und der flache Boden – zusammen bieten sie zahlreiche Vorteile für die Gestaltung des Fahrzeugs. Der besonders lange Radstand von 3,20 Metern und die eigenständige Interieur-Gestaltung ermöglichen es, in dem Modell ein besseres Platzangebot zu bieten, als in jedem anderen Hyundai Fahrzeug zuvor, so das Versprechen.

Zudem weicht die aerodynamische Silhouette des Konzeptfahrzeugs deutlich von der eines typischen SUV ab. Neben dem langen Radstand verdeutlichen auch die niedrige Flanke der Motorhaube und die stromlinienförmig geschwungene Dachlinie den klaren Bruch mit traditionellen Gestaltungsnormen aus der Ära der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. In die Räder sind sogenannte “Active Air Flaps” integriert, die automatisch aus- oder wieder eingefahren werden – je nachdem, ob eine optimale Bremskühlung oder ein geringerer Luftwiderstand vonnöten ist.

Pixel-Design und neue Freiheiten im Innenraum
Das Design nimmt an den Scheinwerfern die “Parametric Pixels” auf, die sich wie ein roter Faden durch die Optik des Elektro-Konzepts ziehen. So soll auch bei Dunkelheit hoher Wiedererkennungswert bestehen. Öffnet der Fahrer das Fahrzeug, wird er mit einer Lichtsequenz begrüßt.

Der flache Boden erlaubt Hyundai eine Abkehr von der traditionellen Anordnung der Sitze in Reihen, was in einem offeneren und flexibleren Interieur resultiert. Die hinteren Türen öffnen gegenläufig und benötigen keine B-Säule. So entsteht ein großzügiger Zugang zum Innenraum, der durch sein hochwertiges Lounge-Ambiente besticht.

Lenken, bremsen, beschleunigen mit dem Kontrollstick
DZum Fahrersitz gehört ein Kontrollstick, mit dem der Fahrer ohne herkömmliches Lenkrad und Pedale lenken, bremsen sowie beschleunigen kann. Wird der Stick nicht gebraucht, fährt er automatisch ein und ist nicht mehr sichtbar. Das aufgeräumte Cockpit und die integrierten Bildschirme unterstützen den Lounge-Charakter im Interieur ebenso wie die drehbaren Sessel und eine über Eck konstruierte, geschwungene Rückbank.

Im Innenraum befindet sich neben den Sitzplätzen eine verschiebbare Konsole, dazu speziell entworfene Ausstattungsdetails und ein multifunktionales 27-Zoll-Display, Smart Hub genannt. Sind der Smart Hub und die Vordersitze mit der Rückbank verbunden, wird der E-SUV zu einem fahrbaren Wohnraum. Die in die Türverkleidungen eingearbeitete Ambientebeleuchtung schafft eine angenehme Atmosphäre, während der eingebaute Mini-Kühlschrank erfrischende Getränke bereithält und spezielle Putzfächer die Schuhe der Fahrgäste säubern. In das Dach der Elektro-Studie ist ein Bildschirm (“Vision-Roof”) integriert, auf dem sich unterschiedliche Inhalte für maximale Entspannung oder Unterhaltung anzeigen lassen.

Das Konzept setzt auf unterschiedliche umweltfreundliche Materialien und bietet gleichzeitig segmentführende Hygiene-Funktionen, etwa das “Hygiene Airflow System” und ein UVC-Sterilisator, der UVC-Strahlung (Ultraviolette keimtötende Strahlung) nutzt, um keimarme Oberflächen zu schaffen. Darüber hinaus kommen beim Seven Bio-Lacke und recycelte, umweltfreundliche Materialien wie Bambusholz und Bio-Harz zum Einsatz. Der hohe Einsatz von Kupfer und Textilien mit antibakteriellen Eigenschaften stellt sicher, dass alle Oberflächen so keimarm wie möglich bleiben.

Luftströme wie im Passagierflugzeug
Das “Hygiene Airflow System” ist dem ausgefeilten Belüftungsmanagement in Passagierflugzeugen nachempfunden. Im vertikalen Modus wird die Luft durch spezielle Einlässe in der Dachreling in den Innenraum geführt. Hier fließt sie von oben nach unten weiter und wird über Entlüftungen hinter den Hinterrädern wieder nach außen geleitet. Im horizontalen Modus fließt die Luft vom Armaturenbrett zu den hinteren Entlüftungen.

Das System arbeitet dauerhaft und somit unabhängig davon, ob das Fahrzeug in Bewegung ist. So wird die Übertragung von Bakterien oder Erregern zwischen den Passagieren reduziert, außerdem sind die Luftströme, die die vorderen und hinteren Insassen umgeben, voneinander isoliert.

Desinfektion mit UVC-Strahlen
Die UVC-Sterilisierung schaltet sich automatisch ein, sobald das Fahrzeug abgestellt wird und die Fahrgäste aussteigen. Dabei wird das gesamte Interieur mithilfe von UVC-Strahlen von Bakterien und Viren befreit. Zusätzlich hält der E-SUV desinfizierende Staufächer bereit, in denen persönliche Gegenstände hygienisch deponiert werden können.

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