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Hypermotion 2018: Alternative Autos zeigen Präsenz

Die automobile Hardware ist nichts ohne die passende Software, respektive Einbettung in Mobilitätssysteme. Auch das ist eine Botschaft, die die Hypermotion transportiert, gerade weil auch einige Autohersteller präsent sind.

Die Hypermotion punktete wieder mit provozierenden Fragen und bot interessante Ideen und Antworten. | Foto: G. Soller
Die Hypermotion punktete wieder mit provozierenden Fragen und bot interessante Ideen und Antworten. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

Nicht nur die Zahl der Startups hatte sich verdreifacht: Auch klassischen Autohersteller kamen zahlreicher zur zweiten Auflage der Hypermotion und präsentierten ihre alternativ angetriebenen Neuheiten: Jens Schulz, Vertriebsleiter von Mitsubishi Motors Deutschland brachte die Stimmung der Branche auf den Punkt: Es sei wie bei einer Ketchupflasche – erst käme nichts und dann plötzlich sehr viel. So jedenfalls charakterisierte er die Absatzzahlen des Outlander PHEV, den die Marke mit den Diamanten aktuell gar nicht schnell genug liefern könne. Direkt daneben stellte Jaguar Land Rover einmal mehr den I-Pace aus, der immer noch zu den Eyecatchern gehörte und ebenfalls steigende Lieferfristen aufweist: Für dieses Jahr ist die Katze ausverkauft, für nächstes Jahr nimmt man wieder Bestellungen an. Gegenüber brachte Kia Motors den Kona Plug-In-Hybrid als Taxi in Stellung, was ebenfalls viele Besucher anzog, wenngleich man zugab, dass man mit dem neuen vollelektrischen Kona noch mehr Interesse erzeugt hätte. Fast direkt hinter Halle 5 liegt übrigens die Kia-Deutschland-Zentrale, also wurde das Auto direkt in die Halle gefahren? Nein, dieses Exemplar wäre aus Darmstadt angerollt, stieß aber auf großes Interesse.

Auto flüchtig? Per Geofencing Alarm programmieren

Direkt gegenüber stand dagegen ein Porsche 911 F-Modell, also vor 1973 gebaut – und nicht elektrifiziert, allerdings mit Vodaphones Black Box versehen – als Diebstahlsicherung, wie Christos Dimakopoulos erklärt, doch Vodaphones Automotive-Abteilung kann noch viel mehr: Mittlerweile können Flotten darüber sämtliche Fahrdaten erfassen und per Geofencing Alarme programmieren, falls das Auto ein vorher begrenztes Gebiet verlässt. Außerdem kann man kontrollieren, wie sparsam oder ordentlich die Nutzer mit dem Auto umgehen. Kein Wunder, dass Vodaphone die Box als Tier-One-Zulieferer auch in alle neuen Porsche liefert, wo sie gegen Gebühr „zugeschaltet“ werden kann. Und tatsächlich nutzen immer mehr Kunden diesen Service für ihre Flotte.

Der Mini daneben wurde von PLRI zum „Diagnostikraum“ umgebaut: Sensoren messen Atem- und Pulsfrequenz und der Mini bietet EKG, einen EDA-Sensor oder er misst die Atmungsrate. Das Alles wurde am PLRI entwickelt, dem Peter L. Reichert Institut for Medical Informatics, das mit der TU Braunschweig kooperiert. Hoang Pi Leh, Master of Science, der die ganzen Details präsentiert, denkt schon an zukünftige Anwendungen: So könnte man Rabatte bei der Krankenkasse oder Versicherung erhalten oder erkrankte Fahrer wieder fahren lassen, solange sie sich zur „Überwachung“ bereit erklären.

Oder man setzt sie gleich in das autonome Experimentalfahrzeug „ILO“ von Siemens, das im Zentrum des Standes parkte: Mittlerweile haben die Münchner drei autonome Ilos auf ihrem Testgelände in München-Perlach im Einsatz, ein vierter dreht derweil in Singapur seine Runden. Wobei Siemens den Fokus weniger auf das Auto als vielmehr auf die V2X-Kommunikation legt, wofür man die Verkehrssysteme ertüchtigen möchte. Besonderes Augenmerk gilt dabei auch künftigen „Mischverkehren“ aus „sehenden“ und „blinden“ Autos – in dem Fall muss die Car2Car- oder Vehicle2X-Kommunikation auch alte Fahrzeuge erkennen, die nicht autonom oder teilautonom unterwegs sind. Überrascht war man laut Mobility-Ingenieur David Bitzl vor allem über die „Abschattung“ zahlreicher Objekte, weshalb man Ilo zum üblichen Kamera-und Sensorsystem und GPS-Daten auch ein RTLS-Set spendierte. Interessant ist Ilo auch als Sharing-Konzept, das rund um die Uhr 24/7 im Einsatz sein kann, um Menschen zu befördern.

Was bedeutet das?

Auch wenn die Hypermotion längst keine Automobilmesse ist, und auch nicht sein will: Sie bettet die "mobile" Hardware doch in eine passende "Software"-Umgebung ein, die immer wichtiger wird. Ist ein Jaguar I-Pace zu teuer? Kann man bestimmt auch bald im Sharing buchen. Oder man steigt kurzerhand in ein Taxi und fährt mit. Das gibt's schon: Zum Beispiel in München. Autos? Ja, organisieren wir Ihnen auch, meint stellvertretend Florian Fröhlich vom Beratungsunternehmen mobileeee. Aber das ist nicht so wichtig, wichtiger ist, dass der Rahmen im Fuhrpark passt und die Infrastruktur steht. Dann kommt das Fahrzeug, ganz nach Gusto. Kein Zweifel, bei so vielen guten Ideen, ist es nur eine Frage der "Echt"-Zeit, wann der Knoten in der Ketchup-Flasche platzt. Ob das nicht vielleicht sogar schon der Fall war? Die Fülle an kreativen Geschäftsideen auf der hypermotion legt das jedenfalls nahe. 

 

 

 

 

 

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