Honda Jazz: Nur noch Hybrid und Hammerpackage

Der neue Jazz kommt ab Mitte 2020 nur noch als Hybrid.

In Amsterdam präsentierte Honda die vierte Jazz-Generation. | Foto: G. Soller
In Amsterdam präsentierte Honda die vierte Jazz-Generation. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

Mit dem neuen Jazz spielt Honda wieder groß auf: Einerseits mit dem luftigen raumoptimierten Package, andererseits mit der Hybridisierung. Denn die neue Generation des Jazz ist das erste Modell im europäischen Honda Portfolio, das das Emblem „e:HEV“ für seinen Antriebsstrang trägt. Damit kommt beim Jazz Hybrid erstmals die neue Markenfamilie „e:Technology“ zum Einsatz, die künftig bei allen elektrifizierten Honda Modellen verwendet wird. Motorisch wird es anfangs bei einer Version bleiben, ausstattungsseitig wird es zwei Versionen geben: Neu ist der Crosstar im Crossover-Stil. Der Crosstar bietet mehr Bodenfreiheit, ein eigenständiges Kühlergrill-Design und eine integrierte Dachreling.

Geblieben ist bei beiden Modellen das Package mit klappbaren Sitzflächen im Fond und Riesen-Kofferräumen, die extrem niedrige Ladekanten aufweisen. Dank dem One-Box-Design haben auch vier 1,9-Meter-Personen locker Platz. Zusammen mit dem Hybridantrieb, der in der Realität Verbräuche zwischen vier und fünf Litern /100 km erwarten lässt, bietet Honda hier ein sehr starkes Package! Leider wird der Jazz auch nicht mehr zum Niedrigtarif zu haben sein.

In Haptik und Infotainment legte man ebenfalls nach: Der neue LED-Touchscreen lässt sich wie ein Smartphone bedienen: Per Wischen bewegt sich der Nutzer durch die Liste der Apps und Medien. Zusätzlich zu den bereits integrierten Apps lässt sich auch das Smartphone in das Infotainment-System einbinden; im neuen Jazz geht das erstmals drahtlos per Android Auto und Apple CarPlay. Für hohen Komfort sorgen die breiteren Vordersitze und eine in die Mittelkonsole integrierte Armlehne. Dank ihrer neuen Mattenstruktur statt der bisherigen Federung bieten die neuen Sitze mehr Halt und tragen dazu bei, die Ermüdung auf langen Fahrten zu verringern. Auf den optimierten Rücksitzen mit dickeren Polstern sitzen auch die Passagiere im Fond bequemer. Leider kann auch Honda nicht zaubern: Der Hartplastikanteil bleibt hoch,. Wird aber teils gut kaschiert: Do hat die I-Tafel eine wertige Narbung einen sehr matten Glanzgrad und Stoffeinleger heben die Wertigkeit. Ebenfalls extrem wertig: Die Lenkradtasten und die Rastpunkte der Klimatisierung. Einzigartig in dieser Klasse ist weiter die Anordnung des Kraftstofftanks in der Mitte des Chassis unter den Vordersitzen – sie sorgt dafür, dass der Jazz auch in der neuen Generation mit Hybridantrieb die vielseitig konfigurierbaren Magic Seats im Fond beibehalten kann und extrem viel Innenhöhe bietet.

Aber auch bei Sicherheits- und Assistenzsystemen legte man nach: Eine neue hochauflösende Kamera ersetzt die bisherige Kombination aus Kamera und Radar und ermöglicht damit noch umfassendere Anwendungen. So wird die Fahrzeugumgebung jetzt noch besser wahrgenommen, darunter Fahrbahnränder ohne Bordstein oder Markierungen.
Die Fußgänger- und Fahrradfahrererkennung des Kollisionswarnsystems funktioniert nun auch bei Nacht ohne Straßenbeleuchtung, eine zusätzliche Notbremsfunktion schreitet ein, wenn entgegenkommende Fahrzeuge den Weg des Jazz kreuzen oder in seine Fahrspur einbiegen. Weitere neue Funktionen, die durch die neue Kamera ermöglicht werden und die Sicherheit in noch mehr Situationen erhöhen: Die adaptive Geschwindigkeitsregelung erlaubt jetzt ein Folgen des vorausfahrenden Fahrzeugs bei langsamem Tempo in dichtem Verkehr, während der Spurhalteassistent nun neben der Nutzung auf mehrspurigen Straßen auch bei innerstädtischen Fahrten und auf Landstraßen verwendet werden kann.

Der neue Jazz hat ein noch schärferes Profil als der Vorgänger und bietet objektiv gesehen eines der stärksten Packages des Segmentes. Damit ist der Jazz zwar nicht der „Sportwagen“ und die Spaßmaschine, die Honda wieder stärker in den Mittelpunkt rückt, aber eine sinnvolle und durchdachte Alternative zum Rest des Feldes. Und Spaß macht er dann vielleicht trotzdem auch wegen der Fahreigenschaften – unabhängig vom sinnvollen Package. Der Verkaufsstart für den Honda Jazz der neuen Generation in Europa ist für Mitte 2020 vorgesehen. Zu den Preisen ist nichts bekannt, sie werden aber tendenziell eher im Bereich zwischen 16.000 bis 18.000 Euro starten.

Was bedeutet das?

Der Jazz ist sich treu geblieben und bietet mit Hybrid und viel Platz weiter ein tolles Package. Optisch wurde der Neue deutlich dezenter gestaltet und wird seinen Weg definitiv machen. In der Hoffnung, dass Honda bei den Preisen etwas Maß halten kann.


 

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