Honda: 37 Milliarden Euro für neue Modelle und Feststoff-Akku-Technik

Honda hinkt bei der E-Mobilität hinterher. Mit der Elektro Offensive „Electric Vision“ und Investitionen in Feststoffzellen-Technik und neue Stromer starten die Japaner nun die Aufholjagd. Bis 2030 sollen 30 neue E-Hondas auf den Markt kommen.

Bisher der einzige Stromer der Japaner: Honda e.| Foto: Honda
Bisher der einzige Stromer der Japaner: Honda e.| Foto: Honda
Thomas Kanzler

Bei der Elektrifizierung der Modellpalette hat Honda noch nicht viel zu bieten. Der weltweit siebtgrößte Autohersteller hat mit dem Honda E gerade einmal ein reines E-Auto im Programm. Nun kündigt Honda an, knapp 37 Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Modelle mit E-Antrieb zu stecken.

Nur wenige Modelle für Europa, Kooperationen in USA und Japan

Erst kürzlich hatte der japanische Autokonzern bekräftigt, sich bis 2040 komplett von den Verbrennern zu verabschieden. Für den europäischen Markt wird für 2023 ein SUV erwartet, dass sich an der Studie e:NY1 orientieren dürfte. Von insgesamt drei E-Modellen verspricht Honda für Europa, die USA und Asien bleiben aber der wichtigste Markt für Honda.

In den Vereinigten Staaten hat Honda kürzlich eine Kooperation mit General Motors zur Entwicklung und Produktion preiswerter Fahrzeuge geschlossen, ein großes SUV ist angekündigt. Für China hat der japanische Konzern angekündigt, in den nächsten fünf Jahren zehn neue E-Modelle auf den Markt zu bringen. Für den heimischen Markt in Japan wird bis 2024 ein kleines Nutzfahrzeug kommen, ein SUV und ein Mini-PKW sind ebenfalls in Planung. Weitere Modelle entstehen in Zusammenarbeit mit dem Elektronikkonzern Sony. Eine ganze Familie an E-Fahrzeugen, die besonders bei Digitalisierung und Vernetzung Maßstäbe setzen sollen, wird in den nächsten Jahren erwartet.

Für die Produktion der neuen Modelle soll in USA ein neues Werk ausschließlich für Elektro-Autos aufgebaut werden, für den Markt in China werden sogar zwei neue Produktionsstätten entstehen.

Feststoffzellen und Batteriehersteller-Kooperationen

Die Energiespeicher kauft Honda bei verschiedenen Herstellern zu. Für Mini PKWs für den japanischen Markt bei Envision AESC, Fahrzeuge in China werden mit Akkus von CATL ausgestattet. In USA setzt Honda auf eine Kooperation mit General Motor und nutzt die Akku-Technik der Amerikaner.

Bis 2024 soll eine Pilotanlage in Betrieb gehen und mit der Produktion von Feststoffzellen-Akkus beginnen. Hier sollen Erfahrungen für Forschung und Entwicklung gesammelt werden. In Serie sollen die Solid-State-Batterien in Hondas gehen, die in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre auf den Markt kommen. Insgesamt 315 Millionen Euro fließen in den Aufbau der Honda-eigenen Feststoffzellen-Produktion.

Honda muss CO2-Zertifikate zukaufen

Honda führt bisher drei elektrische Modelle im Angebot, davon ist aber nur der Honda e rein elektrisch angetrieben. Um die Vorgaben der EU bezüglich des Schadstoff-Ausstoßes zu erfüllen, reicht das allerdings nicht aus. Um kostspielige CO2-Strafzahlungen in der EU zu vermeiden, kauft Honda Zertifikate des Elektroauto-Herstellers Tesla zu. Wie aus offiziellen Dokumenten der EU-Kommission hervorgeht, haben sich die Japaner dem CO2-Pool von Stellantis und den Kaliforniern angeschlossen.

Für Tesla selbst sind die Deals durchaus lukrativ. Die Gewinne aus dem CO2-Pooling haben entscheidend dazu beigetragen, dass der amerikanische Konzern zuletzt mehrere Quartale in Folge schwarze Zahlen geschrieben hat.

Was bedeutet das?

Der zweitgrößte Fahrzeughersteller Japans ist bei der E-Mobilität ins Hintertreffen geraten. Der mit Design-Preisen überhäufte Honda e ist zweifelsfrei ein schönes Fahrzeug, er ist aber leider zu klein, zu teuer und in Reichweite und Effizienz nicht gut genug. Die nächsten E-Modelle der Japaner müssen performen, sonst wird es schwer für den Autobauer.

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