Hinter den Kulissen: Ben Fleet Services GmbH: Smarte Carsharing-Dienstleister

Haben Sie sich schon mal gefragt, wie all die gesharten Autos meist sauber und geladen sind? Wir erhielten von Ben Fleet Services GmbH, kurz Ben einen Einblick hinter die Kulissen

Ein kluger Algorithmus hilft Ben und den Carsharing-Anbietern, die Standzeiten zu verkürzen und Tickets schneller abzuarbeiten. | Foto: Ben Fleet Services GmbH
Ein kluger Algorithmus hilft Ben und den Carsharing-Anbietern, die Standzeiten zu verkürzen und Tickets schneller abzuarbeiten. | Foto: Ben Fleet Services GmbH
Gregor Soller

Carsharing ist gut und schön, aber die Fahrzeuge sollten nach Möglichkeit sauber und im Falle von Stromern geladen sein. Zu den Hauptkunden von Ben zählen entsprechend große Carsharing- und Micro-Mobility-Anbieter wie beispielsweise SixtShare oder MILES Mobility, für die das Startup jegliche Dienstleistungen übernimmt, die den reibungslosen Betrieb von Flotten sicherstellen sollen.

Intelligente Software als Dreh- und Angelpunkt

Dreh- und Angelpunkt ist eine Software: Dank der soll Ben Fleet Services sein Dienstleistungsangebot in die bestehenden Systeme ihrer Kunden integrieren können um so nebenbei die Einsatzbereitschaft der Flotte zu erhöhen. Die Software steht grundsätzlich auf drei Säulen: Der API-Anbindung zum System der Kunden (Mobilitätsanbieter), der internen Dispositionssoftware und der Agent-App für die Mitarbeiter auf der Straße.

Durch die API-Anbindung erhält Ben in Echtzeit die Jobs wie Reinigung, Tanken/Laden sowie Relocation von Fahrzeugen als Tickets aus den Operations-Systemen der Kunden direkt in deren Dispositionssoftware. Dort werden diese gebündelt. Die Agents erhalten auf Anfrage bzw. nach Erledigen des aktuellen Service-Tickets den für sie passendsten nächsten Job.

Welcher Job das ist, bestimmen Algorithmen, die auf Basis des Skillsets des jeweiligen Agents, Entfernung zum Job, Dringlichkeit des Tickets und weiteren Kriterien die Auswahl automatisiert treffen. Allein durch die Automatisierung kann die Effizienz des Agents schon gesteigert werden.

Die Bündelung von Jobs und Kunden erhöht die Effizienz

Das Herz der Software ist jedoch die kluge Kombination von Jobs und Kunden. Durch die Bündelung von Jobs verschiedener Kunden wird die Dichte an potenziellen Service-Tickets massiv erhöht, was es Ben Fleet Services ermöglicht, Services deutlich schneller abzuarbeiten, da sich das Einsatzgebiet jedes Agents deutlich verringert. Das wiederum hilft, Carsharing profitabel zu machen: Die Reduzierung von Down- und Idle-Time (Zeit, in der das Fahrzeug aufgrund von anstehenden Wartungsarbeiten nicht betriebsbereit ist) ermöglicht eine höhere Verfügbarkeit und damit eine potenziell höhere Auslastung.

In der Praxis lassen sich viele Wege und Zeit sparen

Mit eigenen Service-Teams fährt jeder Mobilitätsanbieter/Carsharer im Endeffekt die gleichen Touren durch eine Stadt. Die Fahrtzeiten zwischen den einzelnen Services sind aufgrund der geringen Dichte der einzelnen Jobs dabei meist deutlich höher als die eigentlichen Servicezeiten. Genau diese Fahrzeiten lassen sich durch Kombination von Jobs und Kunden massiv reduzieren.

Zur Veranschaulichung ein Beispiel: Ein Service Agent beendet seinen aktuellen Reinigungs-Job für Carsharer X. Der nächstgelegene Reinigungs-Job von Carsharer X wäre 15 Minuten entfernt. Allerdings benötigt ein Fahrzeug von Carsharer Y in der gleichen Straße auch eine Reinigung oder noch besser: ein Carsharing-Fahrzeug muss an einer Ladesäule geladen werden. Der Agent nutzt das Fahrzeug, um es in der Nähe des darauffolgenden Jobs an der Ladesäule anzuschließen. Dadurch werden Fahrzeiten massiv reduziert und Services deutlich schneller erledigt. Je nach Dringlichkeit schaffen sie es bereits, Tickets in unter einer Stunde, in Extremfällen sogar in bis zu 20 Minuten, zu erledigen.

Die digitale Schnittstelle zu den Systemen der Mobilitätsprovider reduziert zunächst den administrativen Aufwand und damit den Overhead auf beiden Seiten. Vor allem Abstimmungs-, Planungs- und Distributionsaufwände. Darüber hinaus ermöglicht die Software eine Echtzeit-Übermittlung von Servicedaten inklusive Dokumentation (u.a. Bilder, Schadensdokumentation) und ermöglicht somit eine bessere Steuerung der Flotte. Neben der nachgelagerten Einsparung ist es aber vor allem die Reduzierung der Down und Idle Time der Fahrzeuge, die eine Profitabilität von Sharing Flotten ermöglicht.

Dank KI vom reaktiven zum proaktiven Dienstleiter

Langfristig hat sich Ben zum Ziel gesetzt diese Zeiten noch weiter zu reduzieren, und zwar indem sie vom reaktiven zum proaktiven Dienstleister werden. Auf Basis der gesammelten Daten lassen sich Muster erkennen, die das Business Model in Zukunft hin zu “Predictive Servicing” und “100% fleet readiness” entwickeln sollen.

 

Was bedeutet das?

Eine smarte Software macht es möglich: Sie versucht, möglichst viele Daten der Dienstleister und Kunden zusammenzulegen, um so Zeit und Wege zu sparen. Und das immer proaktiver, da sich auch im Carsharing „Muster“ der Nutzung ergeben – man muss sie nur erkennen und verrechnen können!

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