Hat Tesla den Super-Akku?

Die künftige Batterie soll günstiger sein und bis zu 1,6 Millionen Kilometer Reichweite bieten.

Tesla könnte auf den Battery days Ende Mai bahnbrechende Neuerungen bezüglich seiner künftigen Akkus verkünden. | Foto: Andreas Dress/Unsplash
Tesla könnte auf den Battery days Ende Mai bahnbrechende Neuerungen bezüglich seiner künftigen Akkus verkünden. | Foto: Andreas Dress/Unsplash
Franka Stoeck

Der für den April 2020 geplante "Battery Day" von Tesla lies schon erahnen, dass die US-Marke auf diesem Gebiet wieder weiterkommen will. Corona-bedingt verschob man diesen mittlerweile auf die dritte Mai-Woche 2020. Trotzdem bleibt Elon Musks seinen markigen Sprüchen mit Superlativen treu, auch wenn er zuletzt dezenter kommunizierte. Es werde einer der „aufregendsten Tage“ der Tesla-Geschichte twitterte er ohne konkrete Fakten zu nennen.

Hartnäckig halten sich auf mehreren Kanälen die Gerüchte, dass Tesla künftig selbst in die Zellfertigung einsteigen wolle um auch diesen Teil der Wertschöpfungskette kontrollieren zu können. Auch die Nachrichtenagentur Reuters kündigt für den „Battery Day“ Neuerungen an, aber anderer Art: Dabei gehe es um eine neue Generation von Akkuellen, die Tesla zwar nicht selbst fertigt, aber mit entwickelt habe. 2019 übernahmen die Kalifornier den Energiespeicher-Spezialisten Maxwell Technologies mit dem „Mastermind“ Jeff Dahn, dessen Ergebnisse beim Battery Day 2020 präsentiert werden sollen. Dahn leitet ein von Tesla finanziertes Forschungslabor in Kanada. Zuletzt hatte er Informationen zu einer neuen Zelle veröffentlicht, die bis zu 1,6 Millionen Kilometer halten soll. Zuem hält er viele Patente. Zum Vergleich: aktuell traut man guten Akkuzellen im Auto selten mehr als 400.000 Kilometer zu ohne dass diese massiv an Reichweite verlieren – die Garantien umfassen in der Regel eher 160.000 Kilometer.

Lebensdauer und Zellchemie sollen jetzt massiv verbessert werden. Und auch hier brodelt die Gerüchteküche hoch und bringt auf mehreren Plattformen CATL als neuen Tesla-Partner aus und in China ins Spiel. Ursprünglich stellt Tesla seine Batterien in Kooperation mit Panasonic her, wobei sich das Verhältnis zwischen den Partnern mittlerweile deutlich abgekühlt haben soll. CATL kann mittlerweile angeblich kobaltfreie Batterie liefern – das ist gut für die Umwelt und die Kosten! Und die sollen mittelfristig unter 100 US-Dollar pro Kilowattstunde fallen, um mit Verbrennern gleichziehen zu können. Auf dem Battery Day könnte Musk nun noch günstigere Akkus präsentieren.

Spannend ist dazu eine Meldung der südkoreanischen Tageszeitung "The Korean Times". Nach der soll Tesla beim koreanischen Konzern Hanwha Maschinen geordert haben, die für die für die Herstellung von Batteriezellen gebraucht werden. Die Hanwha-Maschinen sollen zunächst in der Tesla-Fabrik in Fremont installiert werden, allerdings soll es auch Aufträge für die Gigafactorys in Nevada, China sowie Grünheide geben. Wobei die Partnerschaft mit Hanwha bereits seit 2015 besteht.

Was bedeutet das?

Tesla könnte Ende Mai 2020 eine kleine Akku-Revolution präsentieren. Günstige Batteriezellen ohne Kobalt mit langer Lebensdauer würde die Marke wieder massiv nach vorn bringen, bevor die Konkurrenz hier auf- oder gar eingeholt hat.

 

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