has·to·be und enspired: Kooperation für kostenoptimiertes Laden

Die Anbieter enspired und has·to·be wollen kostengünstiges Laden ermöglichen, indem man die Preisschwankungen am Strommarkt nutzt und versprechen enorme Einsparungen für den Elektromobilisten. 

Schwankungen am Strommarkt nutzen und an den Kunden weitergeben, will ein Zusammenschluss zweier Player am Ladenetzmarkt. | Foto: has·to·be
Schwankungen am Strommarkt nutzen und an den Kunden weitergeben, will ein Zusammenschluss zweier Player am Ladenetzmarkt. | Foto: has·to·be
Johannes Reichel

Der österreichische Ladenetzspezialist has·to·be und der Energy-Tech-Spezialist enspired haben eine Kooperation bekanntgegeben, mit der man Kunden künftig kosten-optimiertes Laden ermöglichen will. Von "enormen Einsparungen für den E-Autofahrer beim Laden" sprechen die Anbieter. Geschen soll dies über die Optimierung von Flexibilitäten am kurzfristigen Strommarkt, dem sogenannten Intraday-Markt. Mittels vollständiger Automatisierung und dem Einsatz von „Künstlicher Intelligenz“ (KI) werde Strom genau dann gekauft oder verkauft, wenn die Preise für den Kunden am lukrativsten sind, so die Theorie. Aggregierte E-Ladestationen böten Flexibilität und schon die Verschiebung der Ladezeiten entlaste das Stromnetz. Dieses unterstützende Verhalten werde vom Strommarkt durch bessere Preise belohnt, skizziert der Energiespezialist. Die ersten Ergebnisse hätten gezeigt, dass durch das Optimieren der Ladeprofile Einsparungen von bis zu 40 Prozent erzielen ließen, so der Anbieter. 

"Der E-Autofahrer kann bequem die Rahmenbedingungen des Ladevorganges, also zum Beispiel bis wann das E-Auto vollgeladen sein soll, bestimmen und wir laden innerhalb der Vorgaben immer genau dann, wenn der Strom kurzfristig zu den besten Konditionen verfügbar ist”, wirbt Jürgen Mayerhofer, Gründer und Geschäftsführer von enspired. 

Die Aufgabenteilung ist klar: Während has·to·be sich um den Betrieb und die technische Steuerung des Ladevorganges sowie die Schnittstelle zum E-Autofahrer kümmere, sei enspired für die Optimierung der Ladeprofile auf Basis kurzfristiger Preisschwankungen und der zugehörigen Strombeschaffung am Intraday Strommarkt verantwortlich. Im Vergleich zu traditionellen Energiehandelsunternehmen, bei denen Händlerteams mit bis zu 15 Bildschirmen gleichzeitig arbeiteten und Gebote entweder manuell oder mit statischen Algorithmen platzierten, handele enspired mit Hilfe einer vollautomatisierten Plattform und dem Einsatz von selbstlernenden Modellen, skizziert der Anbieter weiter. 

Auch V2G soll als Geschäftsmodell genutzt werden

Über die aktuelle Kooperation plant man auch, die Batterien von E-Autos an den E-Ladestationen nicht nur zum Laden, sondern auch zum Entladen zu nutzen und sie damit als Art “virtuelles Kraftwerk” dem Stromnetz als kurzfristige Energie zu Verfügung zu stellen. Mit der V2G-Technologie lasse sich nicht nur ein zusätzlicher Gewinn realisieren, sondern auch die Stabilität des Stromnetzes unterstützen. Diese sei durch den Zuwachs des Anteils an erneuerbarer Energie immer schwieriger zu gewährleisten, glaubt enspired-Chef Mayerhofer.

“Die Produktion von Wind- oder Solarenergie ist auf Grund unsicherer Wettervorhersagen oft auch fünf Minuten vor der geplanten Lieferung nicht exakt prognostizierbar und Abweichungen müssen in Echtzeit durch die Flexibilität anderer Marktteilnehmer ausgeglichen werden, um großflächige Stromausfälle zu verhindern", so der Energieexperte Mayerhofer weiter.

Durch den Zusammenschluss vieler E-Autos über die E-Ladestationen der has·to·be könne man hier einen wertvollen Beitrag zur Netzstabilität leisten, glaubt der CEO. 



 

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