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Hamburgs Linienbusse sind langsamer als vor 20 Jahren

(dpa) Immer mehr Tempo-30-Zonen – das bremst in Hamburg auch den öffentlichen Nahverkehr. Die Linienbusse sind im Schnitt deutlich langsamer unterwegs als vor 20 Jahren. E-Busse können ein Problem bekommen.

Aufgrund des höheren Thermomanagementbedarfs können verlängerte Umlaufzeiten z.B. durch Baustellenengpässe oder vermehrte 30er-Zonen ein Problem für E-Busse darstellen (im Bild der 100. E-Bus der Hamburger Hochbahn AG, ein Mercedes-Benz eCitaro). (Foto: Marcus Brandt/dpa)
Aufgrund des höheren Thermomanagementbedarfs können verlängerte Umlaufzeiten z.B. durch Baustellenengpässe oder vermehrte 30er-Zonen ein Problem für E-Busse darstellen (im Bild der 100. E-Bus der Hamburger Hochbahn AG, ein Mercedes-Benz eCitaro). (Foto: Marcus Brandt/dpa)
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Redaktion (allg.)
von Claus Bünnagel

Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit der Linienbusse in Hamburg ist in den vergangenen 20 Jahren gesunken. Schafften die Busse der Hochbahn im Jahr 2004 noch ein Durchschnittstempo von 20,1 km/h, so waren es im vergangenen Jahr nur noch 18,7. Allerdings stagniert dieser Wert seit zehn Jahren, wie aus einer Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion hervorgeht. Für das ebenfalls städtische Unternehmen Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) konnte der Senat nur die Entwicklung seit 2012 angeben. Demnach sank die durchschnittliche Geschwindigkeit bei der VHH seitdem von 21,1 auf 20,6 km/h im vergangenen Jahr. Bei einzelnen Linien ist die Verlangsamung deutlich stärker. So haben die Busse auf der VHH-Linie X80 ihr Tempo seit 2021 zwischen Bahnhof Bergedorf und U-Bahnhof Rödingsmarkt um knapp ein Drittel reduziert.

Reichweitenprobleme für E-Busse?

Als eine Ursache nennt der Senat die Ausweitung der Tempo-30-Zonen. Das niedrigere Tempo könne auch Auswirkungen auf die Reichweite der E-Busse haben, denn der Energiebedarf für Heizung, Lüftung und Klima steige bei längeren Fahrten. Wie aus der Senatsantwort hervorgeht, sind auf 17 % der Hamburger Buslinien auch Subunternehmer aktiv. Sie führen 12 % aller Fahrten durch.

„Das Busbeschleunigungsprogramm von SPD und Grünen ist völlig gescheitert“, erklärte CDU-Fraktionschef Dennis Thering. Nach seinen Worten trägt ein Baustellenchaos auf Hamburgs Straßen massiv zur Verlangsamung des Busverkehrs bei: „Nicht nur Autos stehen im Stau, sondern auch Hamburgs Busse.“

Vor gut zehn Jahren hatte der damalige SPD-Senat unter Bürgermeister Olaf Scholz ein Programm zur Busbeschleunigung auf den Weg gebracht.

E-Fuhrpark wächst

Die Zahl der E-Busse im Nahverkehr steigt unterdessen weiter. Mitte des Jahres werde die Hochbahn über 199 Solo- und 61 Gelenkbusse mit Batterieantrieb verfügen. Jedes vierte Fahrzeug werde dann emissionsfrei sein, teilte die Hochbahn mit. Die Gesamtflotte zählt 1.100 Busse, von denen zurzeit 242 einen Elektroantrieb haben. Bis 2030 sollen in Hamburg nur noch lokal emissionsfreie Busse fahren. Die Umstellung wird allerdings teurer als gedacht, weil die Förderung des Bundes im nächsten Jahr ausläuft. Ein E-Bus ist etwa doppelt so teuer wie ein Dieselbus. Bislang übernahm der Bund 80 % der Mehrkosten.

Die VHH verfügte im März über 182 E-Busse, bis zum Jahresende sollen es 287 sein. Im Januar hatten Senatsvertreter im Verkehrsausschuss von Problemen mit fehlenden E-Bussen, Fahrern und Ladeeinrichtungen auf den VHH-Buslinien 3 (Schenefeld-Kraftwerk Tiefstack) und X3 (Schenefeld-Meßberg) berichtet. Es seien Busse zweier Subunternehmer angemietet worden. Die Probleme sollen bis Ende April behoben sein, allerdings seien weiterhin viele ältere Busse, die schadensanfälliger seien, im Einsatz. Seit 2020 bestellen die Hochbahn und die VHH für Hamburg ausschließlich E-Busse.

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