Grüner Wasserstoff: Tankstelle in Prenzlau startet

Öko-Wasserstoff aus der Uckermark, die Tankstelle des Energieerzeugers ENERTRAG liefert täglich 750 kg H2, für die Betankung von 25 Bussen oder LKW. Erweiterung auf 1.600 kg möglich.

v.l.n.r.: Lars Böhme (UVG), Sven Herrmann (ENERTRAG), Karina Dörk (Landrätin Uckermark), Hendrik Sommer (Bürgermeister Prenzlau), Daniel Kurth (Landrat Barnim), Jörg Müller (ENERTRAG), Manuela Blaicher (ENERTRAG) bei der Eröffnung im winterlichen Prenzlau. (Foto: ENERTRAG/Silke Reents)
v.l.n.r.: Lars Böhme (UVG), Sven Herrmann (ENERTRAG), Karina Dörk (Landrätin Uckermark), Hendrik Sommer (Bürgermeister Prenzlau), Daniel Kurth (Landrat Barnim), Jörg Müller (ENERTRAG), Manuela Blaicher (ENERTRAG) bei der Eröffnung im winterlichen Prenzlau. (Foto: ENERTRAG/Silke Reents)
Johannes Reichel
von Martina Weyh

Ab sofort können in Prenzlau Busse des ÖPNV, Güter- und auch Individualverkehr zwischen den urbanen Zentren Berlin und Stettin grünen Wasserstoff tanken, der ausschließlich mit erneuerbarem Strom aus der Region erzeugt wird. Die Tankstelle des deutschen Herstellers Maximator verfügt über zwei Kompressorstufen, die Betankungen mit 350 und 700 bar für Nutzfahrzeuge und PKW erlauben. Zu Beginn steht eine tägliche Kapazität von 750 kg Wasserstoff zur Verfügung. 25 Busse oder LKW können damit betankt werden – eine Erweiterung der Kapazitäten auf 1.600 kg täglich ist möglich, so der Betreiber.

Zu den ersten Kunden zählen die auf Wasserstoffantrieb umgerüsteten Busse der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft sowie der neue Hyundai Xcient Fuel Cell LKW, der im Rahmen einer Roadshow in Brandenburg Anfang der Woche Halt machte.

 „Für die Stadt Prenzlau sind die H2-Tankstelle und die sukzessive Umstellung des ÖPNV auf alternative Antriebstechnologien wichtige Impulse“, so Hendrik Sommer, Bürgermeister von Prenzlau. „Insbesondere das ganzheitliche Konzept mit der geplanten Nutzung der Elektrolyse-Abwärme durch unsere Stadtwerke hat uns überzeugt.“

Die Wasserstofftankstelle ist der erste Baustein des Wasserstoffzentrums Prenzlau. Die Pläne dafür sehen die Installation von bis zu 13 Megawatt Elektrolyseleistung sowie die Integration eines Labors zur Qualitätskontrolle und Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Technologien vor.

„Grüner Wasserstoff muss dort eingesetzt werden, wo die Hebelwirkung am größten ist und wo er am meisten Kohlendioxid vermeidet“, so ENERTRAG-Vorstandsvorsitzender Jörg Müller. „Der Aufbau weiterer Tankstellen in der Region und die Nutzung im Mobilitätssektor sind daher naheliegend.“

Bei der offiziellen Eröffnung zeigte sich Karina Dörk, Landrätin des Landkreises Uckermark, erfreut über die Inbetriebnahme des jüngsten H2-Projektes. Die Landrätin erwartet, dass in der Uckermark und im Barnim bald weitere Projekte folgen werden, denn in der Region gebe es „beste Voraussetzungen, um bei der Entwicklung der Wasserstoff-Technologie eine Vorreiterrolle einzunehmen“.

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