Grüne Akkus: Auch Volvo forciert Kooperation mit Northvolt

Nachhaltige Hochvoltakkus für künftige Volvo und Polestar sollen ab 2022 im F&E-Zentrum entwickelt, ab 2026 in einer Gigafactory gebaut werden. Volvo: Wichtiger Schritt zum "vollwertigen E-Autoanbieter".

Grüner wird's nicht: Volvo und Northvolt wollten das Kunststück nachhaltig produzierter E-Auto-Akkus hinbekommen und gründen ein Joint-Venture. | Foto: Volvo Cars
Grüner wird's nicht: Volvo und Northvolt wollten das Kunststück nachhaltig produzierter E-Auto-Akkus hinbekommen und gründen ein Joint-Venture. | Foto: Volvo Cars
Johannes Reichel

Nach dem Volkswagen-Konzern setzt auch die Geely-Tochter Volvo Cars Group auf die Technologie und eine Kooperation mit dem schwedischen Akkuspezialisten Northvolt, um nachhaltige Zell- und Batteriefertigung zu realisieren. Dazu will man ein 50:50-Joint Venture mit dem Batteriehersteller gründen. Die Akkus sollen auf die nächste Generation der vollelektrischen Volvo und Polestar Modelle zugeschnitten sein. In einem ersten Schritt soll hierfür ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Schweden entstehen, das bereits im Jahr 2022 seine Arbeit aufnimmt. Außerdem ist eine europäische Gigafactory mit jährlich bis zu 50 Gigawattstunden (GWh) Kapazität geplant, die 2026 in Betrieb gehen soll.

Im Rahmen der Kooperation will die Volvo Car Group ab 2024 auch 15 GWh an Batteriezellen pro Jahr aus dem bestehenden Batteriewerk Northvolt Ett im schwedischen Skellefteå beziehen. Neben den bereits angekündigten Vereinbarungen zu Batterielieferungen werde die Partnerschaft mit Northvolt den europäischen Bedarf an Akkus sichern, die für die ambitionierten Elektrifizierungspläne des schwedischen Premium-Herstellers erforderlich seien, heißt es weiter. Schon Mitte des Jahrzehnts sollen Elektroautos rund die Hälfte des Absatzes ausmachen, ab 2030 werden dann ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge verkauft, so die Ansage aus Göteborg.
 

 

Ganze Kette: Nachhaltige Produktion senkt CO2-Fußabdruck

Die Batteriefertigung für die Elektrofahrzeuge der Volvo Car Group zeichne bislang für einen Großteil der über den Fahrzeuglebenszyklus anfallenden CO2-Emissionen verantwortlich, gesteht der Hersteller ein. Durch die Zusammenarbeit mit dem Spezialisten für nachhaltige Akkufertigung Northvolt könne die Gruppe den ökologischen Fußabdruck künftiger E-Fahrzeuge verkleinern, der durch die Beschaffung und Produktion der Batterien entsteht.

„Die Zusammenarbeit mit Northvolt sichert uns die Versorgung mit hochwertigen, nachhaltigeren Batteriezellen für unsere reinen Elektroautos.. Daneben stärkt die enge Kooperation mit Northvolt auch unsere internen Entwicklungskapazitäten“, erklärt Håkan Samuelsson, Präsident und CEO der Volvo Car Group.

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Die neue Gigafactory, die zu 100 Prozent mit sauberer Energie betrieben werden soll, beschäftigt voraussichtlich rund 3.000 Mitarbeiter. Während der Standort des Batteriewerks noch nicht feststeht, ist der erste Einsatz schon klar: Die im Rahmen des Joint Ventures entwickelten Batteriezellen kommen in der nächsten vollelektrischen Generation des Volvo XC60 zum Einsatz, dem meistverkauften Volvo Modell weltweit. Die Elektro-Tochter Polestar erhalte udem einen weiteren Schub für seine europäischen Wachstumsambitionen. Unter dem Projektnamen „Polestar 0“ will die neue Marke bis 2030 ein komplett klimaneutrales Fahrzeug entwickeln.

„Volvo Cars und Polestar sind Branchenführer beim Übergang zur Elektrifizierung und perfekte Partner, um die nachhaltigsten Batteriezellen der Welt zu entwickeln und zu produzieren“, freut sich Peter Carlsson, Mitgründer und CEO von Northvolt.

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