Großbritannien zieht Verbrenner-Aus vor

Die britische Regierung will das für 2040 geplante Verbot für den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotoren auf 2035 vorziehen.

London zeiht das Verbrenner-Aus vor. | Foto: Serena Lepice Lentini/Unsplash
London zeiht das Verbrenner-Aus vor. | Foto: Serena Lepice Lentini/Unsplash
Gregor Soller

Boris Johnson macht nicht nur beim Brexit Druck, sondern auch beim Verbrenner-Aus. Das Neuzulassungsverbot soll vorgezogen werden und auch für Hybridfahrzeuge gelten. Die Verschärfung des Verbots von Modellen mit Benzin- oder Dieselmotor ist laut britischen Medien eine Reaktion auf die Kritik von Experten. Nach deren Angaben sei 2040 zu spät, um das Ziel zu erreichen, bis 2050 CO2-frei zu sein. Neu ist, dass das Verbot auch alle Hybridarten, inklusive Plug-in-Hybride enthält. Bisher waren in der britischen „Road to zero“-Strategie „emissionsarme Fahrzeuge“ wie Hybride und PHEV mit einem CO2-Ausstoß von weniger als 75 Gramm pro Kilometer erlaubt.

Dabei denkt man in die Zukunft: Wenn im Jahr 2040 noch neue Verbrenner zugelassen werden, sind diese auch im Jahr 2050 noch in größeren Stückzahlen unterwegs. Tritt das Verbot bereits 2035 in Kraft, wären 2050 bereits deutlich weniger konventionelle Autos im Fahrzeugbestand, so die Experten. Einige Regierungsberater hatten gar gefordert, das Zulassungsverbot schon 2030 einzuführen. Die Regierung lässt sich offen, die Pläne nochmals vorzuziehen, „wenn ein schnellerer Übergang möglich wäre“.

Der britische Premierminister Boris Johnson kündigte die Maßnahme am Dienstag bei einer Auftaktveranstaltung zum COP26-Klimagipfel offiziell an:

„Die Ausrichtung der COP26 ist eine wichtige Gelegenheit für Großbritannien und Nationen auf der ganzen Welt, den Kampf gegen den Klimawandel voranzutreiben. Während wir unsere Pläne darlegen, unser ehrgeiziges Netto-Null-Ziel für 2050 in diesem Jahr zu erreichen, werden wir andere dringend dazu auffordern, sich uns anzuschließen, Netto-Null-Emissionen zu verursachen.“

Immerhin steigt auch in UK der Anteil elektrifizierter Autos: 2019 wurden in Großbritannien 37.850 Batterie-elektrische Fahrzeuge verkauft – gegenüber 2018 ein Plus von 144 Prozent.

Was bedeutet das?

Großbritannien macht Druck beim Verbrennerausstieg.

 

 

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