Griechenland: Ab 2030 keine Verbrenner mehr

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis kündigte jetzt an, dass in Griechenland ab 2030 der Verkauf neuer Autos mit Verbrennungsmotoren verboten werden soll.

Idealbild: Auf der Insel Astypalea will VW emissionsfreien Verkehr schaffen. | Foto: Volkswagen
Idealbild: Auf der Insel Astypalea will VW emissionsfreien Verkehr schaffen. | Foto: Volkswagen
Gregor Soller

Auch Griechenland peilt jetzt ein Verbrenner-Aus zumindest für Neuwagen an. Bereits 2025 müssen in Athen und Thessaloniki alle neuen Taxis sowie ein Drittel der Mietwagen elektrisch sein, ab 2030 sollen gar keine neuen Verbrenner mehr zugelassen werden. Dabei behält sich Griechenland allerdings ein Hintertürchen offen: Gebrauchtwagen dürfen weiter gehandelt und gefahren erden – und die machen in Griechenland einen nicht unerheblichen Teil des Fuhrparks aus.

Ehrgeiziger als die EU

Trotzdem gibt sich Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis ehrgeizig: Er soll in seinem Kabinett erklärt haben, dass Griechenland damit ein ehrgeizigeres Ziel als die EU habe – denn der EU-Vorschlag zum Verbrenner-Aus, der noch von den nationalen Parlamenten ratifiziert werden muss, sieht bei Neuwagen die Null-Gramm-CO2-Grenze erst ab 2035 vor.

Das geplante Verbrenner-Aus ist Teil eines neuen griechischen Umweltgesetzes, das für diverse Sektoren wie Energieerzeugung, Gebäude, Verkehr und Energieerzeugung „Emissionsobergrenzen“ sowie spezifische Verpflichtungen zur Dekarbonisierung vorsieht. Damit möchte die griechische Regierung die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent und im nächsten Zwischenschritt bis 2040 um 80 Prozent senken. Die Null-Emissions-Grenze soll 2050 erreicht werden. allerdings wird nicht genau vermeldet, welches das Basisjahr für die prozentualen Einsparungen sein soll. Bereits ab 2023 soll bei Neubauten der Einbau von Ölheizungen verboten werden – sofern ein ausreichendes Gasnetz vorhanden ist.

Was bedeutet das?

Auch Griechenland beschleunigt zumindest offiziell die Anstrengungen zum Verbrennerausstieg. Allerdings ist das Hintertürchen mit den gebrauchten Fahrzeugen ein kleines „Scheunentor“, denn die machen einen nicht unerheblichen Teil des griechischen Fahrzeugbestandes bei Pkw und noch mehr bei Taxen und Lkw aus. Und nachdem in Griechenland viele Beschlüsse und Gesetze gern als „Idee“ ausgelegt werden, kann man leicht ehrgeizige Ziele formulieren. Auf die Umsetzung darf man gespannt ein.

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