Greenpeace will Wende mit günstigem Mobil-Strom unterstützen

Mit 28,8 und 22,8 ct/kWh und einem Grundpreis von 8,90/mtl. fährt die Genossenschaft eine scharfe Preislinie für alle, die "auf ihr eigenes Auto noch nicht verzichten können", wie GE-Chef Müller erklärt.

Schneller im "grünen Bereich": Mit Ökostrom fährt das E-Auto binnen drei Jahren oder 37.500 km umweltfreundlicher. Sonst dauert es im deutschen Strommix 127.000 km lang, bis der Stromer grüner ist. | Foto: Greenpeace Energy
Schneller im "grünen Bereich": Mit Ökostrom fährt das E-Auto binnen drei Jahren oder 37.500 km umweltfreundlicher. Sonst dauert es im deutschen Strommix 127.000 km lang, bis der Stromer grüner ist. | Foto: Greenpeace Energy
Johannes Reichel

Mit zwei neuen Mobilstrom-Tarifen hat die Ökoenergiegenossenschaft Greenpeace Energy sein Energieangebot erweitert und will damit einen Beitrag zur überfälligen Verkehrswende in Deutschland leisten. Beim neuen Tarif „Mobilstrom aktiv“ werden der E-Auto-Ladestrom und der Haushaltsstrom über einen gemeinsamen Zähler abgerechnet; der Preis liegt hier bei 28,8 Cent pro Kilowattstunde. Der Tarif „Mobilstrom plus“ richtet sich an diejenigen, deren E-Auto zuhause über eine Ladesäule mit separatem, unterbrechbarem Zähler geladen wird, zu dann 22,8 Cent die Kilowattstunde zuzüglich eines monatlichen Grundpreises von 8,90 Euro. Weil Netzbetreiber solche unterbrechbaren Zähler je nach Netzsituation ein- und ausschalten dürfen, sinken die Netzentgelte. Der Anbieter wolle diesen Vorteil direkt an seine Mobilstrom plus-Kundinnen und -Kunden weitergeben.

„Unser Ziel ist es, den CO2-Ausstoß in der Mobilität zu senken, indem wir mehr E-Autofahrerinnen und -fahrer mit hochwertigem Ökostrom zu attraktiven Preisen versorgen. Wir bieten damit ein klimafreundliches Paket für alle, die aufs eigene Auto noch nicht verzichten können, dabei aber 100-prozentig CO2-frei mobil sein wollen“, erklärt Greenpeace Energy-Vorstand Nils Müller.

Auf den Verkehr entfielen derzeit rund 18 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen, die wiederum zu gut 60 Prozent von Pkw verursacht werden, rechnet die Energiegenossenschaft vor. Der Verkehrssektor sei damit der einzige Bereich, in dem die Emissionen etwa so hoch sind wie im Vergleichsjahr 1990, mahnt der Energieanbieter. Nur circa vier Prozent der eingesetzten Energie stammten nach Zahlen des Bundesumweltministeriums dabei aus erneuerbaren Quellen.

„Wir müssen die Verkehrswende mit nachhaltigen Angeboten beschleunigen, denn sonst kommen wir auch bei der Energiewende insgesamt nicht schnell genug voran“, appelliert der Greenpeace Energy-Vorstand.

Wichtigste Maßnahmen seien aus seiner Sicht unter anderen die Vermeidung von motorisiertem Verkehr, die Ausweitung von entsprechend verbesserten öffentlichen Nah- und Fernverkehrsangeboten sowie die größtmögliche Energieeffizienz. Wo Individualverkehr noch nicht vermeidbar sei und dafür auf Elektroautos umgestiegen werde, spiele die Herkunft des genutzten Stroms eine besonders große Rolle.

"E-Mobile spielen ihre Klimaschutz-Vorteile nur aus, wenn der Strom nicht aus Kohlekraftwerken oder anderen fossilen Quellen, sondern allein aus erneuerbaren Energien stammt", mahnt der Anbieter.

Der Energieprovider kauft seinen Strom direkt bei Ökokraftwerken. Rund die Hälfte davon stammt aus Windkraftanlagen, die keine Förderung mehr erhalten. Durch einen fairen Abnahmepreis könnten sie weiter Grünstrom produzieren. Dies führe zu mehr erneuerbarem und weniger fossilem Strom im Netz – und damit real zu einem geringeren CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde.

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