Greenpeace-Studie: Homeoffice könnte Millionen Tonnen CO2 sparen

Würden auch über die Pandemie hinaus öfter zu Hause gearbeitet, könnte das Millionen Tonnen CO2 einsparen und den Verkehr reduzieren, meint eine Studie der NGO. Abschaffung der Pendlerpauschale gefordert.

Rebound-Effekt: Nach dem Lockdown nahm das Verkehrsaufkommen rapide wieder zu, wie Ende Mai auf dem Mittleren Ring in München zu besichtigen. Homeoffice könnte die Pendlerströme reduzieren und dem Klima nützen. | Foto: J. Reichel
Rebound-Effekt: Nach dem Lockdown nahm das Verkehrsaufkommen rapide wieder zu, wie Ende Mai auf dem Mittleren Ring in München zu besichtigen. Homeoffice könnte die Pendlerströme reduzieren und dem Klima nützen. | Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Gemäß einer Studie der Umwelt-NGO Greenpeace ließen sich 5,4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr im Verkehr einsparen, wenn 40 Prozent der Arbeitnehmenden dauerhaft an zwei Tagen pro Woche von zuhause arbeiten würden. Das ergeben die Berechnungen der Berliner Denkfabrik IZT im Auftrag von Greenpeace und entspricht 18 Prozent aller durch Pendeln entstehenden Emissionen. In verschiedenen Szenarien kalkulieren die Autorinnen die jeweils vermiedenen Treibhausgase und die so gesparten Personenkilometer.

„Die Corona-Monate haben gezeigt, dass sich viele Arbeiten problemlos von zu Haus erledigen lassen Bundesregierung und Unternehmen sollten die Arbeit im Homeoffice jetzt konsequent fördern, denn Telearbeit schützt das Klima, entlastet den Verkehr und schenkt Arbeitnehmenden Zeit und Flexibilität", fordert Greenpeace-Sprecher Benjamin Stephan.

Die Studie konstatiert, dass die Maßnahmen gegen die Corona-Krise die Zahl der Homeoffice-Nutzerinnen und -Nutzer deutlich steigen ließ. Betrug der Anteil der zuhause Arbeitenden vor der Pandemie etwa 13 Prozent, errechnete eine Studie, dass im Frühjahr 2020 etwa 25 Prozent der Arbeitnehmenden ausschließlich von zuhause arbeiteten. Eine weitere Studie geht davon aus, dass während der Pandemie 37 Prozent begonnen haben, zumindest zeitweise von zuhause zu arbeiten.

Zwei Tage Homeoffice - 35 Milliarden Personenkilometer

Die Greenpeace-Studie kalkuliert nun, wie viel CO2 sich durch vermiedene Pendelkilometer einsparen lässt, wenn der Anteil an Telearbeit künftig bei konservativen 25 Prozent oder bei fortschrittlichen 40 Prozent liegt. In diesen beiden Szenarien wird unterschieden, welche CO2-Wirkung ein oder zwei Homeoffice-Tage hätten. Auch die eingesparten Personenkilometer werden ausgewiesen. Arbeiten 40 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an zwei Tagen zu Hause, fallen pro Jahr gut 35 Milliarden Personenkilometer durch weniger Pendeln weg. Straßen würden gerade in den Stoßzeiten deutlich entlastet.

Weltweit stärken die Erfahrungen der Corona-Zeit die Nutzung von Telearbeit. Unternehmen wie die Allianz, Siemens, Google oder Facebook gehen davon aus, dass auch künftig große Teile ihrer Belegschaft zu Hause arbeiten werden. Die Umwelt-NGO fordert die Bundesregierung auf, diesen ökologisch sinnvollen Trend zu verstärken und ihn sozial gerecht zu gestalten.

„Die Bundesregierung sollte jetzt damit beginnen, die Pendlerpauschale schrittweise zu streichen und die freiwerdenden Gelder in einen attraktiven öffentlichen Verkehr investieren“, appelliert Stephan.

Nach seinem Dafürhalten würden so auch schlechter bezahlte Arbeitnehmende profitieren, deren Tätigkeiten sich seltener ins Homeoffice verlagern ließen.

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