GP Joule: eFarm-Projekt für Wasserstoffmobilität ausgezeichnet

Projekt in Schleswig-Holstein zeigt beispielhaft, wie lokal produzierter Ökostrom zu grünem Wasserstoff umgewandelt und für die Mobilität zur Verfügung gestellt werden kann.

Prämiertes Projekt: GP Joule verknüpfte die Sektoren Energie und Mobilität beispielgebend. | Foto: JP Joule
Prämiertes Projekt: GP Joule verknüpfte die Sektoren Energie und Mobilität beispielgebend. | Foto: JP Joule
Johannes Reichel

Der Reußenköger Energiesystemanbieter GP Joule ist für sein Sektorkoppelungs-Projekt eFarm mit dem German Renewables Award in der Kategorie „Projekt des Jahres“ ausgezeichnet worden. Der Spezialist integrierte dabei Energielösungen aus Sonne, Wind und Biomasse sowie ein Partner auf Versorgungsebene für Strom, Wärme, Wasserstoff und Elektro-Mobilität. Man habe bereits 2016 die Vision von einer möglichen regionalen Kreislaufwirtschaft zur Marktreife entwickelt, skizzierte Petersen den Hintergrund. Sie nun in die Praxis umgesetzt und auch noch als Award-Gewinner zu sehen, sei eine tolle Bestätigung. Gefördert wurde eFarm unter anderem vom Bundesverkehrsministerium mit acht Millionen Euro. An der Preisverleihung im Opernloft im Alten Fährterminal Altona in Hamburg nahmen Ove Petersen, Co-Gründer und CEO der GP JOULE-Gruppe, und André Steinau, Referent der Unternehmensleitung und Projektleiter eFarm, teil.

"Es zeigt insbesondere jetzt, dass neue Wirtschaftssysteme mit der Energiewende entstehen werden, die ökologischen Nutzen mit langfristiger ökonomischer regionaler Wertschöpfung verbinden können“, kommentierte Petersen die Auszeichnung.

Kreislauf: Lokaler Ökostrom zu Wasserstoff für Mobilität

Das preisgekrönte Projekt, an dem neben GP JOULE insgesamt 19 Gesellschafter beteiligt sind, will eine neue, nachhaltige Wertschöpfungskette darstellen. Hierbei wird Ökostrom dezentral aus Solar- und Windkraftanlagen an fünf Standorten im Norden Schleswig- Holsteins produziert und direkt vor Ort in Elektrolyseuren in grünen Wasserstoff umgewandelt. Die dabei entstehende Abwärme wird zum Beheizen von Gebäuden genutzt. Somit erreicht die Elektrolyse einen Wirkungsgrad von mehr als 95 Prozent. Der Wasserstoff steht als CO2-freier Treibstoff an derzeit zwei eigens gebauten Wasserstofftankstellen in Niebüll und Husum bereit. Zwei von der Projektgesellschaft neu angeschafften Wasserstoff-Busse sollen ab Oktober den Wasserstoffabsatz initiieren. Diese werden im örtlichen ÖPNV betrieben. Darüber hinaus biete die Region kurzfristig ein Potenzial von etwa 100 gewerblichen und privaten Interessenten, die auf Brennstoffzellenfahrzeuge umsteigen werden, avisierte der Energiesystemspezialist.

„In wenigen Sätzen zusammengefasst klingt dies alles sehr logisch und einfach. Es stecken mehrere Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeit darin“, erklärte André Steinau.

Mit dem German Renewables Award honoriert das Cluster Erneuerbare Energien Hamburg herausragende Innovationen und persönliches Engagement für die Erneuerbaren Energien. Bereits zum neunten Mal vergibt die unabhängige Jury die Auszeichnung in den Kategorien Produktinnovation des Jahres, Projekt des Jahres, Studentenarbeit des Jahres und Lebenswerk.

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