Govecs: Roller-Leasing als smarte Alternative zum Dienstwagen

Anbieter launcht mit Mercator ein Roller-Leasing. Arbeitnehmer sollen bis 46 Prozent zum Barkauf sparen, Arbeitgeber erhalten ein Instrument für Mitarbeiterbindung, Image und Steuerersparnis.

Neben der mittlerweile fast schon wieder legendären E-Schwalbe gibt es auch den neuen Elmoto Loop oder den "Alltagsroller" Flex als Leasing-Modell. | Foto: Govecs
Neben der mittlerweile fast schon wieder legendären E-Schwalbe gibt es auch den neuen Elmoto Loop oder den "Alltagsroller" Flex als Leasing-Modell. | Foto: Govecs
Johannes Reichel

Der Münchener E-Roller-Hersteller Govecs hat gemeinsam mit Mercator-Leasing ein Leasing-Modell für Firmen-Roller angekündigt und sieht sich damit in Deutschland in einer Vorreiterrolle. „Wir möchten noch mehr Menschen zu nachhaltiger Mobilität bewegen. Gemeinsam mit unserem Partner konnten wir ein Konzept entwickeln, das gleichermaßen Vorteile für den Arbeitnehmer als auch den Arbeitgeber bietet“, erklärt Thomas Grübel, Gründer und CEO des nach eigenen Angaben in Europa führenden E-Roller-Herstellers. Mit Mercator habe man einen Finanzpartner gewählt, der in der Zusammenarbeit mit Jobrad bereits über Expertise im Bereich Firmen-Leasing verfüge. Das Konzept mit den Elektrorollern soll nun ähnlich aufgesetzt werden. Der Arbeitgeber least den Roller und stellt ihn dem Mitarbeiter per Überlassungsvertrag zur Verfügung.

Als Leasing-Fahrzeuge stehen dabei vier klimaneutral produzierte Modelle zur Auswahl. Neben der E-Schwalbe auch der neue Elmoto Loop als sportliches E-Moped, das Alltagsmodell Flex sowie der Elmoto Kick als "entspannte Lösung für den letzten Kilometer zur Arbeit", wie es heißt.

Hohe Rabatte und transparente Kosten

Der Hersteller wirbt für das Modell mit einer hohen Einsparung, die bis zu 46 Prozent gegenüber dem Barkauf betrage. Der Elektroroller werde dem Mitarbeiter über drei Jahre (36 Monate) hinweg in monatlichen Raten und ohne Anzahlung überlassen. Da der Roller über den Arbeitgeber bezogen wird, erfolgt die Zahlung unkompliziert über eine Gehaltsumwandlung. Der individuelle Rabatt und die monatliche Nettobelastung lasse sich vorab über den Vorteilsrechner berechnen.

„Zudem erhält der Mitarbeiter ein Full-Service-Paket: Der E-Roller wird kostenlos gewartet und die Versicherung ist ebenfalls bereits enthalten", wirbt Grübel weiter.

Man habe bewusst für ein transparentes System gewählt: Neben der monatlichen Rate müsse der Arbeitnehmer nur noch für den Strom aufkommen. Der Arbeitnehmer könne sich sein Wunschfahrzeug zudem individuell konfigurieren. Etwa kann er bei der E-Schwalbe zwischen der 45 oder 90 km/h-Variante wählen oder welche der sechs Farben mit welchem der drei Sitzen kombiniert werden soll.

Smarte Alternative zum Dienstwagen: Mitarbeiterbindung und Image

Zudem wirbt der Anbieter mit den Faktoren Mitarbeitermotivation und -bindung. „Für Arbeitgeber stellt das Elektroroller-Leasing-Modell eine smarte Alternative zum Dienstwagen dar", glaubt Grübel. Der Anschaffungspreis sei viel niedriger und der Einsatz von Elektromobilität trage positiv zur Außenwahrnehmung bei. Er verweist zudem auf buchalterische Vorzüge: Durch erhöhte Betriebsausgaben profitiere der Arbeitgeber von Steuereinsparungen. Zudem gibt es auch Modelle für Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende. Erst vor kurzem hatte der Anbieter auch ein erstes Sharing-Konzept als Franchise-Modell unter der Marke Zoom gestartet.

Was bedeutet das?

Es ist ein Schritt mit hoher Symbolik und Signalwirkung: Govecs steigt ins Roller-Leasing ein und schickt sich an, die Dienstwagenburg zu schleifen. Noch immer ist es Ausweis und Visitenkarte der eigenen Karriere und des Status, dass man einen Dienstwagen pilotiert .- und vor allem welchen! Doch das kommt gerade ins Rolle(r)n: Nicht nur bei jüngeren Leuten ist ein schickes Bike mittlerweile auch eine "Duftmarke" und mit einem Elektro-Roller kommt man gleich noch "cooler" und möglicherweise auch unverschwitzt im Büro an. Wenn nur die vermaledeite Regelung mit den 45 km/h nicht wäre, die doch einer weiteren Verbreitung der Gattung "E-Motorroller" arg im Weg steht. Mit knapp 50 ist man in Städten wie München, Hamburg oder Berlin quasi Freiwild für den Autoverkehr und eher hinderlich, wenn nicht gefährdet. Hier müsste der den neuen "Mobilitätsformen" nach eigener Darstellung ja so aufgeschlossene Verkehrsminister mal aufräumen: 60 km/h für E-Roller, das wäre ein plausibles Tempo.

Und skaliert gedacht, wäre den Städten in Sachen Abgas und Flächenfraß wirksam und schnell geholfen. Übrigens auch im Hinblick auf verstärkten gewerblichen Einsatz der Scooter. Die ohnehin immer weniger Regentage kann man ja auch mit dem ÖPNV überbrücken - oder mit einer ordentlichen Allwetterkluft. Feststeht: Die E-Scooter haben neben den Fahrrädern das größte Potenzial zu einer raschen Verkehrsentlastung - und sind fester Teil der Mobilitätsrevolution.

 

Printer Friendly, PDF & Email