Govecs: Eigener Antrieb für Flex und Kooperation für Sharing-Lade-Hubs

Mit dem eigenentwickelten Antrieb wird der wendige Roller noch effizienter. Er zielt speziell auf Sharing und soll robust, langlebig und vernetzt sein. Zudem hat man mit Swiftmile eine Ladestation entwickelt.

Revolution am Roller: Nicht nur mit einem eigenen E-Antrieb, sondern auch mit öffentlichen Ladehubs will Govecs das Nutzungsspektrum für die leichten E-Fahrzeuge deutlich erweitern. Bis zu 60 Prozent der Autofahrten ließen sich ersetzen. | Foto: Govecs
Revolution am Roller: Nicht nur mit einem eigenen E-Antrieb, sondern auch mit öffentlichen Ladehubs will Govecs das Nutzungsspektrum für die leichten E-Fahrzeuge deutlich erweitern. Bis zu 60 Prozent der Autofahrten ließen sich ersetzen. | Foto: Govecs
Johannes Reichel

Der Münchener E-Roller-Pionier Govecs hat jetzt ein Update für seinen Leichtelektro-Roller Flex vorgestellt, das auf einen eigenentwickelten Elektromotor setzt und noch effizienter sein soll. Der Flex 2.0 fährt wahlweise mit ein oder zwei der 9,4 Kilogramm schweren Batterien. Erstmals löst man sich beim Flex 2.0 von der Kooperation mit Bosch und entwickelte einen eigenen E-Antriebsstrang, der auf eine hohe Leistung bei optimaler Energieeffizienz ausgerichtet sein soll. So betrage die Reichweite beim Einsatz von zwei handlichen Batterien bis zu 110 Kilometer, verspricht der Hersteller. Beim Batterieanschluss am Roller selbst verzichtet der Hersteller komplett auf Kabel. Mit Hilfe eines Selbstentriegelungssystems sollen die zwei Batterien in weniger als zehn Sekunden gewechselt sein, mit entsprechenden Effekten in Logistik und Personal.

Der E-Roller schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, ist seitlich mit einem Bumper ausgestattet und in einen außenliegenden Stahlrahmen eingefasst, um im Sharing angemessen robust zu sein. Die Verkleidungen bestehen aus einem speziell entwickelten „GO ELAST“-Plastik, das nicht brechen kann, wirbt der Anbieter. Um die Nachhaltigkeit weiter zu erhöhen, wird der neue Scooter lokal in Spanien gefertigt, wo auch 80 Prozent der Lieferkette angesiedelt seien. Der Antriebsstrang wiederum wurde komplett in Deutschland entwickelt und wird auch hier produziert.

Vernetzung mit Telematik-Box

Wie vor kurzem bereits angekündigt, wird der Roller zudem IOT-fähig und ausgestattet mit einer Telematik-Box von Teltonika sowie mit integriertem IOT und GPS. Über eine API-Schnittstelle werden die Fahrzeugparameter an die eigene, in Deutschland gehostete, Govecs-Cloud gesendet. Daraus ergebe sich für Sharing-Betreiber die mögliche Nutzung des eigenen Flotten-Management-Systems und anschließend einer App nach den individuellen Bedarf. Dank des HMI-Designs (Human-Machine-Interface) lasse sich das TFT-Display des Elektrorollers ebenfalls nach Kundenwunsch gestalten.

Öffentliche Ladestationen von Swiftmile

Um Sharing-Betreibern nicht nur die optimalen Fahrzeuge und die passende Software, sondern ebenfalls eine Ladeinfrastruktur anbieten zu können, haben die Münchener darüber hinaus eine Kooperation mit Swiftmile geschlossen. Das in Kalifornien ansässige Unternehmen entwickelt smarte Ladestationen für Städte, etwa in Berlin, Miami und Washington D.C. eingesetzt. Derzeit entwickle man eine Ladestation, die speziell mit Govecs-Rollern kompatibel ist. Nach der Fahrt sei es Kunden von Sharing-Anbietern möglich, den Elektroroller in den sogenannten Mobility Hubs abzustellen und zum Laden für den nächsten Nutzer anstecken, wirbt man für das Modell. Das bringe zum einen den Vorteil, dass Elektroroller zukünftig nach einer Fahrt ordentlich abgestellt werden und zum anderen können Sharing-Betreiber ihre Flotte noch effizienter einsetzen könnten.

"Da die Roller zwischen den Fahrten selbst von den Nutzern geladen werden, sind viele Swapping-Vorgänge zukünftig nicht mehr nötig. So werden außerdem Emissionen aus diesem logistischen Betrieb reduziert“, argumentiert Thomas Grübel, CEO und Gründer von Govecs.

Das erste gemeinsame Mobility Hub der beiden Partner soll im ersten Quartal 2022 starten, an Standorten nahe Verkehrsknotenpunkten sowie in Geschäfts- und Wohnvierteln. Dank der Mobility Hubs müssten sich Sharing-Betreiber zudem nicht mehr nur auf Stadtkerne beschränken, sondern könnten in Zukunft auch ganze Städte bedienen. Der CEO von Swiftmile, Colin Roche, glaubt, mit der Kooperation einen wichtigen Beitrag im Bereich der urbanen Mobilität leisten zu können.

„Wir wissen, dass Mikromobilität bis zu 60 Prozent der Autofahrten in Europa ersetzen kann. Diese Kooperation wird noch mehr von diesem Potenzial entfalten", schwärmt der Sharing-Experte.

Swiftmile baut und betreibt Mobilitäts-Hubs zum Aufladen und Organisieren von E-Scootern, E-Bikes und anderen leichten Elektrofahrzeugen. Die Systeme seien für die Städte dank einer On-Hub-OOH-Werbeeinheit zu geringen oder gar keinen Kosten verfügbar, wirbt man. Der Anbieter mit Sitz in San Carlos, CA, sieht sich als Pionier und Marktführer im Laden leichter Elektrofahrzeuge und will die Batterie- und Ladestandardisierung für den gesamten Mikromobilitätssektor vorantreiben. 

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