Gordon Murray zeigt autonomen Einsitzer „Motiv“

Gordon Murray kennt man vor allem durch das Design diverser Supersportwagen. Jetzt hat er den autonom fahrenden Einsitzer „Motiv“ präsentiert.

Gordon Murray hat erneut ein Micromobil unter dem Namen "Motiv" vorgestellt. | Foto: Gordon Murray
Gordon Murray hat erneut ein Micromobil unter dem Namen "Motiv" vorgestellt. | Foto: Gordon Murray
Gregor Soller

Gordon Murray hat neben seinem Hypercar T.50 auch eine autonome heckangetriebene Kabine im Köcher: Den „Motiv“. Bereits im Jahr 2013 hatte Murray zusammen mit Yamaha ein Ultrakompaktfahrzeug gleichen Namens präsentiert. Es blieb allerdings bei der Studie. Der neue Motiv wurde gemeinsam mit Delta Motorsport und itMoves entwickelt und soll auf der Messe Move 2020 in London debütieren.

Dank Sensoren und Radarsystemen soll sich der Motiv autonom durch den Verkehr bewegen lassen. Doch auch hier wird es noch einige Zeit dauern, bis alle Genehmigungen vorhanden sind. Eingestuft ist der Einsitzer als Leichtfahrzeug der Klasse L7e, was Führerscheinklasse und Crashnormen vereinfacht. Der Motiv misst 2,54 x 1,31 x 1,63 Meter. Sparsam ging Murray mit Glas um: Nur das Dach, die Frontscheibe und zwei Streifen an der Seite bieten Sicht nach außen respektive innen. Eingestiegen wird durch eine seitlich schwenkende Flügeltür, die bis zum Fahrzeugboden reicht. Für Crashsicherheit soll eine patentierte „iStream“ genannte Chassis-Struktur aus Alu sorgen.

Den Antrieb übernimmt eine E-Maschine, die 20 kW und 48,4 Newtonmeter Drehmoment bietet. Der ohne Akku rund 450 Kilogramm schwere Einsitzer soll so binnen 7,5 Sekunden von null auf 62 km/h beschleunigen, das Topspeed gibt Gordon Murray mit 65 km/h an. Ein 17,3 kWh großer Akku, von dem 13,8 kWh nutzbar sind im Unterboden soll rund 100 Kilometer Reichweite ermöglichen. Dank CCS-Ladetechnik soll der Akku in knapp 40 Minuten wieder von 20 auf 80 Prozent nachgeladen werden können.

Innen erwartet den Kunden oder Passagier auch ein 24 Zoll großes Display mit dem sich diverse Funktionen ansteuern lassen. Optional kann der Motiv auch ohne Sitz als autonomer Minivan genutzt werden. Dann bietet er rund 1.100 Liter Ladevolumen.

Was bedeutet das?

Für eine einzige Person baut der „Motiv“ vergleichsweise schwer und gar nicht so kompakt. Auch das Raumgefühl ist jetzt nicht unbedingt „luftig“ oder großzügig. Da ist der Einsatz als autonome Transportbox schon interessanter, wenngleich hier eine kantigere Optik helfen würde, Kisten oder Kuchenbleche zu verstauen. Man muss abwarten, wie großzügig und ernsthaft das Konzept mit den Partnern und potenziellen Anwendern durchdacht ist.

 

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