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Goodwood: Caterham präsentiert E-Sportwagen "Project V"

Dass Caterham mal mit Alpine gekuschelt hat, sieht man dem „Project V“ an – einem geschlossenen Coupé, dass mit den Super-Seven-Einbäumen so gar nix mehr gemeinsam hat.

Wie vernünftig: Der Caterham "Project V" ist ein 1190-Kilo-Zweisitzer mit 55-kWh-Akku. | Foto: Caterham
Wie vernünftig: Der Caterham "Project V" ist ein 1190-Kilo-Zweisitzer mit 55-kWh-Akku. | Foto: Caterham
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Gregor Soller

Caterham=Super Seven-Einbaum. Diese Gleichung könnte künftig nicht mehr uneingeschränkt aufgehen, denn das Project V ist ein vollwertiger E-Sportwagen. Kurzer geschichtlicher Rückblick: Caterham baute bisher Einbäume im Lotus Seven-Style und darf als legitimer Nachfahre des Urmodells von Colin Chapman gelten. Denn 1973 kaufte Graham Nearn, ein Lotus-Händler aus dem britischen Gemeinde Caterham die Lizenz zum Bau des Seven direkt von Lotus-Gründer Colin Chapman, der finanziell damals mal wieder sehr klamm war und sich mit Esprit, Elite und Eclat ohnehin „ernsteren“ Sportwagen (und Viersitzern) widmen wollte.

Wechselhafte Geschichte – jetzt scheint Struktur reinzukommen

Angetrieben wurden die Leichtgewichte in der Regel von Ford-, Rover- oder später auch Motorradmotoren (heute Suzuki), die Leergewichte sind immer dreistellig. Kürzlich stellte man eine Elektro-Version vor, die nicht mehr ganz so leicht baut und nachdem die Nische der Einbäume so groß nicht ist, gab und gibt es immer mal Anläufe, sie zu verlassen. 1995 bis 1999 entstand der Caterham 21 laut Wikipedia in nur 49 Einheiten, der nicht allzu viel Begeisterung fand. 2005 kam eine größere Version des Einbaums, die mehr Platz bot und man wagte sich mit dem Namen zwischenzeitlich gar in Die Formel 1.

Der japanische Eigentümer bringt Ruhe und finanzielle Power mit

Mittlerweile hat man nach mehreren Besitzerwechseln seit dem 31.3.2021 einen stärkeren Geldgeber im Rücken: Die 1983 als „Honda Verno Tokai“ gegründete japanische Händlergruppe VT Holdings kaufte Caterham und pusht die Marke seitdem. VT-Holdings-Chef Kazuho Takahashi deutete bereits an, dass sich Einiges ändern würde und stellte einen Produktionsstart des neuen Modells für 2026 in Aussicht. Auch in der Geschäftsführung tauschte man: Seit 2022 steuert Bob Laishley Caterham, als Designchef wurde der Franzose Anthony Jannarelly angeheuert, der beim Project V mit Italdesign zusammenarbeitet, wo der Prototyp entstand.

1.190 Kilogramm Leergewicht sind eine Ansage

Project V soll mit 55-kWh-Akku 1.190 Kilo wiegen, was für einen Caterham extrem viel ist, für einen Elektrosportwagen, der der aktuellen Alpine 110 gar nicht so unähnlich sieht, aber sehr leicht ist. Dafür setzen die Briten auf Kohlefaser- und Aluminiumverbundwerkstoff. An der Hinterachse stellt ein Permanentmagnet-Synchronmotor 200 kW (272 PS) bereit. Die Reichweite gibt Caterham mit bis zu 400 Kilometer an, was eine gewisse Sparsamkeit voraussetzen würde. Von 0 auf 100 km/h soll es in 4,5 Sekunden gehen, das Topspeed wird bei 230 km/h abgeregelt.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Das Cockpit wirkt nach wie vor etwas grobschlächtig, bietet aber erstmals einen Screen samt Multimedia und etwas „Komfort“. Mit 4.255 mm Länge und 1.893 mm Breite bei 1.226 mm Höhe orientiert man sich da, wo einst Porsche den Ur-911 stehen hatte. Beim Goodwood Festival of Speed soll jetzt das Publikumsinteresse ausgelotet werden.

Was bedeutet das?

Mit dem Project V geht Caterham in die Lücke, die Porsche und Alpine hinterließen: Man plant einen (noch) kompakten und (noch einigermaßen) leichten Elektrosportwagen. Da die klassischen Einbäume vielen Kunden im Alltag viel zu radikal sind, könnte der „V“ das meistverkaufte Modell der Marke werden – auch wenn er teurer als das übrige Programm wird. Zu teuer sollte er allerdings nicht werden…

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