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Genf 2024: Der Renault 5 ist zurück!

Mit dem R5 E-Tech Electric bietet Renault eine spannende Kompaktalternative für 25.000 Euro an.

In Genf wurde der neue elektrische R5 präsentiert. Nicht nur in gelb. | Foto: Renault
In Genf wurde der neue elektrische R5 präsentiert. Nicht nur in gelb. | Foto: Renault
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Gregor Soller

Nachdem Renault seit dem Twingo 1993 eher keine Ikonen mehr schaffte, kramte man in der Vergangenheit und entdeckte R5 und R4 wieder. Beide werden rein elektrisch „zurückkommen“, größer, stärker und anders positioniert. Kurz zu den Fakten: Mit 3,92 Meter Länge bleibt er unter der magischen Vier-Meter Marke. Die großen 18-Zöller und die breiten Backen lassen den R5 kräftig auftreten. Wir durften vorab schon in Frankreich in die Fertigung schauen, die schon erste Vorserienmodelle hervorbrachte. Die Renault Group wird den 5 E-Tech Electric ab 2024 und die Antriebsbatterie ab Sommer 2025 in Frankreich produzieren. Die Montage von Fahrzeug und Batterie erfolgt im Werk Douai, einem der Produktionsstandorte des ursprünglichen Renault 5.

Der R5 soll wieder komplett „made in France“ sein

Der Elektromotor einschließlich Untersetzungsgetriebe und Leistungselektronik wird in Cléon hergestellt, während die Batterien ab Sommer 2025 in der Gigafactory Douai im Rahmen der Partnerschaft mit Envision AESC hergestellt werden. Bis 2030 soll der CO2-Fußabdruck der Module um 35 Prozent geringer ausfallen als beim ZOE. Die Fertigung des Renault 5 E-Tech Electric und seiner Antriebskomponenten erfolgt komplett in Nordfrankreich, wobei die Produktion auf ein kompaktes Ökosystem von Zulieferern im Umkreis von 300 Kilometern um den ElectriCity Produktionsverbund zurückgreifen kann. Dieses Engagement für eine wettbewerbsfähige lokale Produktion ist die Basis für die Entwicklung eines europäischen „Electric Valley“, das auf die gesamte Wertschöpfungskette von Elektrofahrzeugen abgestimmt ist. Ziel ist es unter anderem, Arbeitsplätze zu sichern und den ökologischen Fußabdruck zu verringern.

„AmpR Small“ als Basis – auch für Alpine und Nissan

Die Basis ist die sogenannte AmpR Small-Plattform, die skalierbar ist und auch den technischen Unterbau für den elektrischen Nissan Micra bietet, der die R5-Basis dann kulleräugig interpretiert. Um den günstigen Bbasis-Preis zu realisieren, setzt Renault auf einen kompakten 40-kWh-NMC-Akku für rund 300 km Reicheite nach WLTP, wovon real eher 200 plusminus x bleiben dürften oder eine 52-kWh-NMC-Version, gut für rund 400 km nach WLTP. Real also 300 plusminus x. Wie im Rohbau schon zu erkennen war, kann der R5 perspektivisch auch Vehicle-to-Grid (V2G), um Teil des smarten Stromnetzes zu werden. Die Ladeleistung bleibt mit 80 respektive 100 kW in DC eher dezent, AC bietet Renault die üblichen 11 kW an. Vorteil der kleinen Akkus sind die niedrigen Leergewichte: Der R5 wiegt mit 40-kWh-Akku nur 1.372 Kilogramm, mit 52 kWh-Akku immer noch leichte 1.456 Kilogramm. Und: Er darf sogar ein 500-kg-Anhängerchen ziehen…

Innen eher kein Raumwunder – optisch zitiert er das Urmodell

Etwas schade ist, dass der schicke R5 es nicht zum Raumwunder bringt: Innen zitiert er optisch klar den Ur-R5 aber mit 2,54 Meter Radstand fällt der Platz im Fond nicht ganz so üppig aus, was etwas verwundert, da man Elektroautos grundsätzlich als Raumwunder auslegen könnte…der Kofferraum bietet 326 Liter Volumen. Technisch wagt man sich aber etwas weiter nach vorn und gönnt dem R5 eine Multi-Link-Hinterachse für sauberes Fahrverhalten. Immerhin wird über dem „Basis-R5“ noch eine Alpine-Version stehen.

Drei Leistungsstufen im 20-kW-Schritt

Dazu kommt ein frischer Antrieb samt neuem Inverter, wobei man sich hier bei Megané respektive Scenic E-Tech bedient und viel mit Valeo kollaboriert. Interessanterweise plant Renault gleich drei (!) Leistungsstufen in 20-kW-Sprüngen, nämlich 70 kW (95 PS), 90 kW (122 PS) und 110 kW (150 PS). Das Drehmoment beträgt 245 Nm, die Abstufung erledigt lediglich Software. 

 

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Optisch ließ man sich viel einfallen: Das Ex-Lüftungsgitter zeigt den Ladestand an und leuchtet auf, sobald man oder frau sich der Fahrer dem Auto. Dazu „zwinkert“ der R5 mit den LED-Scheinwerferaugen – ein Gag, den man aus der Studie in die Serie hob. Dieser Geist soll auch in der gesamten Wertschöpfungskette des Renault 5 E-Tech Electric erhalten bleiben. Dank des Know-hows der auf Kreislaufwirtschaft spezialisierten Renault Group Tochtergesellschaft „The Future is NEUTRAL“ und im Einklang mit den Verpflichtungen der Marke soll der Renault 5 E-Tech Electric einen Recyclinggrad von 85 Prozent erreichen. Dabei werden 22 Prozent der Materialien aus der Kreislaufwirtschaft stammen, darunter 41 Kilogramm recycelte Polymere.

Die Sitzbezüge der Ausstattungslinien Techno und Iconic Five bestehen vollständig aus recyceltem Material. In der letztgenannten Ausstattungsvariante kommen speziell für das Lenkrad und die Innenraumdämmung auch Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen zum Einsatz. Womit man sich dann doch von den einstigen Ikonen abhebt, für die immer alles neu kam.

Was bedeutet das?

Der neue R5 ist ein Statement, zumal Renault ihm noch einen R4 und Twingo-Wiedergänger zur Seite stellen will. Damit bieten die Franzosen perspektivisch bezahlbare sympathische Stromer, ohne allerdings technisch Maßstäbe zu setzen – die kommen eher über die Optik. Bitter nur, dass seit dem Twingo von 1993 aber eigentlich keine Ikone mehr kam und man hier auf die eigene Geschichte zurückgreifen muss, um wieder ein Statement zu setzen.

 

 

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