Genf 2020: VW gibt Ausblick auf ID.4 per Webcast

Mit dem ID.4 will die Marke beweisen, dass ein SUV-Modell nachhaltig und aerodynamisch sein kann. Damit kontrastiert er in Genf stark mit dem 462-PS-Top-Modell der Touareg-Reihe, den man per Plug-in-Hybrid im Verbrauch zügeln will. Ein vernünftigeres Package bilden Golf GTE und GTD.

Hochbau sparsam: Der ID.4 soll noch in diesem Jahr anrollen und die Gattung der SUV in Sachen Effizienz und Nachhaltigkeit revolutionieren. | Foto: VW
Hochbau sparsam: Der ID.4 soll noch in diesem Jahr anrollen und die Gattung der SUV in Sachen Effizienz und Nachhaltigkeit revolutionieren. | Foto: VW
Johannes Reichel

Der Volkswagen-Konzern gibt anlässlich des abgesagten Genfer Salons 2020 einen Ausblick auf das nächste vollelektrische Modell ID.4 und will damit den Beweis antreten, dass ein SUV dennoch ein nachhaltiges und effizientes Fahrzeug sein kann. Dafür soll neben hoher motorischer Effizienz auch die exzellente Aerodynamik sorgen. Statt dem Auftritt auf der Messe vermittelt man nun in einem Webcast die ersten Eindrücke. Der erste vollelektrische SUV der Marke soll tatsächlich noch 2020 auf den Markt kommen und stellt nach dem ID.3 damit für das zweite Modell auf der Basis des neuen Modularen E-Antriebsbaukastens (MEB) dar.

„Analog zum ID.3 wird auch der ID.4 als bilanziell CO2-neutrales Fahrzeug auf den Markt kommen,“ verspricht Ralf Brandstätter, Chief Operating Officer der Marke Volkswagen.

Das Fahrzeug soll produziert und verkauft werden in den Schlüsselmärkten Europa, China und USA. Das Design des lokal emissionsfreien SUV soll sehr aerodynamisch ausgelegt sein für ein Hochdachfahrzeug. „Die gute Aerodynamik senkt den Luftwiderstand und vergrößert die Reichweite des ID.4 je nach Antriebs-Package auf bis zu 500 Kilometer", verspricht Ralf Brandstätter. Zum Start rollt der ID.4 zunächst mit Heckantrieb an, später folge eine Version mit elektrischem Allradantrieb. Die im Boden der Karosserie platzierte Hochvolt-Batterie soll für einen niedrigen Schwerpunkt und damit hohe Fahrdynamik bei einer gut ausbalancierte Achslastverteilung sorgen. Wie alle MEB-Modelle soll auch der erste SUV dank der kompakten E-Antriebstechnik für die Klasse viel Platz im Innenraum bieten. Das Cockpit ist wie beim ID.3 klar strukturiert und konsequent digitalisiert, die Bedienung erfolgt fast komplett über Touch-Flächen und eine "intelligente" und dem Vernehmen nach intuitive Sprachsteuerung.

Hybridisierung soll überbrücken

Für die Marke VW, die sich mittelfristig voll auf den batterielektrischen Antrieb fokussiert, stellt der ID.4 einen weiteren wichtigen Meilenstein dar. Bis zum Jahr 2050 will man bilanziell vollständig CO2-neutral aufgestellt sein, schon bis 2025 soll der CO2-Ausstoß der Volkswagen Flotte aber um ein Drittel gesenkt werden. Dabei setzt man kurzfristig auch auf Hybridisierung. Zur Messe kommt etwa der Touareg R mit Plug-In-Hybridsystem, dessen Kombination aus einer 100 kW (136 PS) starken E-Maschine und einem V6-Turbobenziner (TSI) mit 250 kW (340 PS) im rein elektrischen Modus (bis zu 140 km/h) durchschnittliche Tagesdistanzen der meisten Berufspendler emissionsfreien Betrieb ermöglichen soll.

Maß der Mitte: Golf GTE für Pendler, GTD für Langstreckler

Ein deutlich sparsameres Package dürfte der neue Golf GTE mit deutlich gesteigerter Reichweite und 50 Prozent mehr Batteriekapazität sein: Der Plug-in-Hybrid-Antrieb aus einer E-Maschine mit 85 KW (115 PS) und einem Vierzylinder-Turbobenziner (TSI) mit 110 kW (150 PS) soll elektrische Reichweiten von bis zu 60 km erzielen können. Der GTE fährt im E-Modus bis zu 130 km/h schnell. Allerdings dürfte auf Langstrecken der neue Golf GTD deutlich sparsamer und effizienter sein, der dank der innovativen Twindosing-Technologie Stickoxid-Emissionen im Vergleich zum Vorgänger deutlich reduziert haben soll. Er steht zudem in Sachen Performance mit 200 PS und 400 Nm Drehmoment auch dem ebenfalls upgedateten Golf GTI in Nichts nach. 

Was bedeutet das?

VW hätte in Genf ein sehr reelles Programm aufgefahren, das bis Jahresende im Handel steht und en Kern der Marke stärkt. 

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