Genf 2020: Neuer Audi A3

Nach VW Golf, Seat Leon und Skoda Octavia fehlte noch der Audi A3 – der das kompakte Konzernquartett komplettiert.

Auf dem Genfer Salon hätte der neue A3 stehen sollen. | Foto: Audi
Auf dem Genfer Salon hätte der neue A3 stehen sollen. | Foto: Audi
Gregor Soller

Der neue A3 kommt nur noch als viertüriger „Sportback“ und bietet die Innovationen vor allem bei Infotainment, Fahrwerk und Fahrerassistenzsystemen – leider nicht bei den Antrieben. In Europa startet der neue Audi A3 Sportback mit drei Motorisierungen – einem 1.5 TFSI mit 110 kW (150 PS), einem 2.0 TDI, der 85 kW (116 PS) oder 110 kW (150 PS) leistet, wobei es die Diesel in den CO2-Werten unter die magische 100-Gramm-Marke schaffen. Alle starten mit Frontantrieb und sind an ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder die Siebengang S tronic gekoppelt, deren Wählhebel jetzt als kompakter Shifter ausgeführt ist.

Kurz nach dem Marktstart erweitert Audi das Angebot sukzessive um weitere Motorisierungen, darunter elektrifizierte Antriebe und Versionen mit quattro-Antrieb. Gestrichen ist wahrscheinlich die Erdgasversion, dafür dürfte der Plug-in-Hybrid wie bei den Geschwistern gesetzt sein.

Vierlenker-Hinterachse erst ab 150 PS

Das Fahrwerk des neuen A3 Sportback bietet die Vierlenker-Hinterachse auch erst für Aggregate ab 110 kW (150 PS). Auf Wunsch gibt es eine adaptive Dämpferregelung, die gleichzeitig die Karosserie 10 Millimeter tiefer legt. Hier passt sich jeder Dämpfer permanent dem Straßenzustand, der Fahrsituation und der Einstellung im Fahrdynamiksystem Audi drive select an.

Das Cockpit ist auf den Fahrer fokussiert. Es nutzt bekannte Elemente aus den Oberklasse-Modellen der Marke und ist serienmäßig mit einem 10,1 Zoll Touch-Display ausgestattet, das sich zentral in die Instrumententafel einfügt. Es erkennt die Eingabe von Buchstaben per Handschrift, gibt akustische Rückmeldung und lässt sich natürlich-sprachlich steuern. Auch das Kombiinstrument, das der Fahrer über das Multifunktionslenkrad bedient, ist serienmäßig digital. Zusätzliche Funktionen, wie die große Darstellung der Navigationskarte, bietet das Audi virtual cockpit. In der Plus-Version misst es 12,3 Zoll und enthält drei verschiedene Ansichten, darunter eine Grafik mit sportlicher Optik. Auf Wunsch kommt ein Head-up-Display an Bord, das wichtige Informationen in Farbe auf die Windschutzscheibe projiziert.


MMI-Bedienkonzept aufgefrischt – inklusive Amazon Alexa

Hinter dem MMI-Bedienkonzept steht der neue Modulare Infotainmentbaukasten der dritten Generation. Er hat laut Audi eine zehnmal höhere Rechenleistung als sein Vorgänger, führt alle Konnektivitäts-Aufgaben, darunter die Telefonie und die Audi connect-Dienste mit LTE Advanced-Geschwindigkeit aus und integriert dazu einen WLAN-Hotspot. Interessant für Flotten und Familien: Individuelle Einstellungen lassen sich laut Audi in bis zu sechs Nutzerprofilen speichern – von der Klimatisierung über die Position des Sitzes bis zu häufig gewählten Navigationszielen und oft genutzten Medien. Audi connect reichert Points-of-Interests mit Fotos, Öffnungszeiten und Nutzerbewertungen an. Zu den connect-Diensten gehören auch die Car-to-X-Services. Sie helfen, Parkplätze am Straßenrand zu finden oder per Ampel-Kommunikation auf der grünen Welle zu surfen. Die Vernetzung zwischen A3 Sportback und Smartphone erfolgt per myAudi App, Apple Car Play oder Android Auto sowie per Audi phone box. Letztere koppelt das Gerät an die Autoantenne und lädt es induktiv. Kurz nach dem Marktstart folgen der Audi connect Schlüssel, der zum Ent- und Verriegeln des Autos und zum Motorstart per Android-Smartphone berechtigt, sowie Amazon Alexa.

Mit Audi pre sense front, dem Ausweichassistenten sowie der Spurverlassenswarnung hilft der A3 Sportback Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmern zu vermeiden und bietet serienmäßig ein hohes Sicherheitsniveau. Optional kommen weitere Assistenzsysteme an Bord, wie die Spurwechsel- und Ausstiegswarnung sowie der Querverkehr- und Parkassistent. Bei der Längs- und Querführung unterstützt der Adaptive Fahrassistent, der aus vielen Oberklasse-Modellen bekannt ist. Er hält Geschwindigkeit und Abstand zum Vorausfahrenden und hilft durch sanfte Eingriffe in die elektromechanische Lenkung bei der Spurführung.

Der neue A3 Sportback bietet mehr Platz, ist aber ebenfalls wieder gewachsen – schade. Mit einer Länge von 4,34 Meter und 1,82 Meter Breite ohne Spiegel misst er je gut drei Zentimeter mehr als der Vorgänger, während die Höhe von 1,43 Meter und der Radstand von 2,64 Meter unverändert blieben. Der Gepäckraum bietet je nach Position der Rücksitzbank 380 bis 1.200 Liter Volumen. Der Vorverkauf für den A3 Sportback beginnt in vielen europäischen Ländern im März 2020, die ersten Auslieferungen erfolgen Anfang Mai. Der 1.5 TFSI mit 110 kW (150 PS) startet bei 28.900 Euro brutto, das sind knapp 24.300 Euro netto.

 

Was bedeutet das?

Der neue A3 bleibt der brave Nachfolger seiner Vorgänger und lässt zum Start die ganz großen Innovationen aus. Man darf gespannt sein, was die Ingolstädter für ihn künftig noch nachreichen werden. Echter Vorsprung durch Technik sieht aber anders aus, zumal er auch gegenüber seinen Konzerngeschwistern keine nennenswerten innovativen Vorsprünge auffahren kann. .

 

 

Printer Friendly, PDF & Email