Genf 2020: Bosch und Benteler holen Pininfarina an Bord

Naheliegende Lösung: Nachdem man schon für den Elektro-Sportwagen der Mahindra-Tochter Pininfarina Automobili das Chassis stellt, gewinnen die Partner jetzt auch die Muttergesellschaft Pininfarina S.p.A. für die Kooperation - und ergänzen ihre Kompetenzen.

Kommt ins Rollen: Neben prominenten Kunden haben die Partner Bosch/Benteler jetzt auch Pininfarina S.p.A als Entwicklungspartner gewinnen können. | Foto: Benteler
Kommt ins Rollen: Neben prominenten Kunden haben die Partner Bosch/Benteler jetzt auch Pininfarina S.p.A als Entwicklungspartner gewinnen können. | Foto: Benteler
Johannes Reichel

Es war ein offenes Geheimnis, jetzt haben die beiden Entwicklungspartner beim sogenannten Rolling Chassis Benteler und Bosch einen prominenten weiteren Partner gefunden, der sich mit in die weitere Entwicklung einklinkt: Die Pininfarina S.p.A. soll jetzt ihre Kompetenzen in den Bereichen Design und Technik ergänzen, um Karosserien erfolgreich mit dem Fahrwerk zu verbinden, wie es heißt. Technische Basis bildet das sogenannte Rolling Chassis, das die beiden Zulieferer seit dem vergangenen Jahr gemeinsam entwickelten. Es fußt technologisch wiederum auf dem Benteler Electric Drive System (BEDS) und bündelt das Firmen-Know-How des Zulieferkonzerns, etwa in Form eines integrierten Crash-Management, flexible und skalierbare Batteriespeichersysteme sowie Fahrwerkslösungen für elektrische Achsen. Bosch seinerseits liefert elektrische und elektronische Komponenten und Subsysteme zu, darunter das Fahrzeugsteuergerät, elektrische Antriebe, elektrische Servolenkung und das Bremssystem einschließlich Software- und Systemintegration.

Im September 2019 hatte Benteler erste Kunden für das Rolling Chassis vermeldet, neben dem Sportwagenhersteller Automobili Pininfarina, der eine Lizenz an dem Markennamen „Pininfarina“ erworben hat und wie die Pininfarina SPA zum indischen Mahindra-Konzern gehört. Darüber hinaus arbeitet man mit Evergrande zusammen. Der chinesische Immobilienkonzern stieg Anfang 2019 in den Markt für Elektrofahrzeuge ein.

Dank seiner Gesamtfahrzeug-Kompetenz verfüge Pininfarina über das Know-how für die erfolgreiche Integration einzelner Komponenten beim Fahrzeugbau, glaubt Benteler. Damit deckten die drei Partner den vollständigen Entwicklungsprozess eines Elektrofahrzeugs bis zum Produktionsstart ab, inklusive dem Bau von Prototypen. Der Vorteil liege darin, dass Herstellern künftig in kürzester Zeit in unterschiedlichsten Varianten und Designs ihre Fahrzeugkonzepte umsetzen könnten. Das spare eigene Ressourcen und Zeit, werben die Partner.

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