General Motors erhöht Elektrifizierungstempo

GM hat bei einer zweitägigen Veranstaltung für Investoren nähere Details zu Plänen im Bereich der Elektromobilität bekanntgegeben.

Elektrifizierung und Services sollen GM in Zukunft wachsende Umsätze und Margen bescheren - wie CEO Mary Barra plant. | Foto: GM
Elektrifizierung und Services sollen GM in Zukunft wachsende Umsätze und Margen bescheren - wie CEO Mary Barra plant. | Foto: GM
Gregor Soller

General Motors will wieder massiv wachsen und den Jahresumsatz bis 2030 verdoppeln – bei üppigen Gewinnmargen von 12 bis 14 Prozent. Getrieben werden soll dieses geplante Wachstum unter anderem von Elektrofahrzeugen, vernetzten Diensten und neuen Geschäftsfeldern.

Dabei prognostiziert der US-Hersteller, dass Elektrofahrzeuge bis 2030 rund 31 Prozent vom Umsatz ausmachen sollen – was eine eher dezente Planung ist, wenn man bedenkt, dass bis dahin die ersten Autohersteller ihr Portfolio bereits komplett auf Elektromodelle umgestellt haben wollen. Doch die übrigen 69 Prozent sollen nicht mit Verbrennern erzielt werden, sondern laut CFO Paul Jacobson sollen Software und neue Geschäftsbereiche um rund 50 Prozent pro Jahr zulegen und neben dem Autogeschäft massiv Einnahmen beitragen. Der größte Teil des Wachstums soll in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts stattfinden und sich mit zunehmender Skalierung beschleunigen.

Neue Services sollen große Umsätze bringen

Ein Beispiel sind unter anderem die neuen Marken „Cruise“ und „Brightdrop“, die neben einem „klassischen“ Elektrovan ein komplettes Dienstleitungsangebot für KEP-Dienste bereitstellen soll, inklusive Software. Mittlerweile ist der Brightdrop EV 600 auch in Produktion gegangen und soll gegen den Van von Amazon und Rivian punkten. Die Tochtergesellschaft für kommerzielle E-Vans erwartet bis Mitte des Jahrzehnts von 5 Milliarden Dollar Umsatz und bis 2030 potenziell 10 Milliarden Dollar - bei einer sehr satten Marge von 20 Prozent. Bei der Kommerzialisierung von Cruise geht GM von noch höheren Beträgen aus: Bis Ende des Jahrzehnts will GM mit seinen autonomen Diensten jährlich einen Umsatz von 50 Milliarden US-Dollar erzielen. Die GM-Vorsitzende und CEO Mary Barra kündigte amerikanisch-optimistisch an:

„GM hat die Welt schon einmal verändert und wir tun es wieder“

Sie ergänzte dazu:

„Wir haben mehrere Triebkräfte für langfristiges Wachstum und ich war noch nie so zuversichtlich oder begeistert von den vor uns liegenden Möglichkeiten.“

Auch die Fertigung wird umgebaut

Aber auch die Produktion wird umgebaut: Bis 2030 sollen mehr als 50 Prozent der Produktionsstandorte von General Motors in Nordamerika und in China für die Produktion von Elektroautos geeignet sein, wie GM weiter mitteilt. Als nächstes Modell auf der Ultium-Plattform kündigte GM den elektrischen Chevrolet Silverado an. Er soll im Januar 2022 auf der CES vorgestellt werden.

Auch Nachhaltigkeit spielt eine größere Rolle: Mit GE Renewable Energy will GM die Möglichkeiten zur Verbesserung der Versorgung mit seltenen Erden, Magneten, Kupfer und Stahl unter anderem für die Herstellung von Elektrofahrzeugen bewerten. Der Fokus der Zusammenarbeit, für die ende Partner eine Absichtserklärung unterzeichneten, liegt zunächst auf der Schaffung einer nordamerikanischen und europäischen Lieferkette für die vertikal integrierte Magnetfertigung – GM will das für seine Elektroautos nutzen, GE Renewable Energy für seine Produkte rund um erneuerbare Energien, etwa in Generatoren in Windrädern.

Was bedeutet das?

Auch durch GM geht ein Ruck – der Konzern will vor allem bei E-Mobilität und Dienstleistungen wachsen – man darf gespannt sein, ob das auch weltweit gelingt.

 

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