Geely stellt Strategieplan bis 2025 vor

Unter dem Namen „Smart Geely 2025“ möchte der chinesische Autokonzern bis pro Jahr 3,65 Millionen Fahrzeuge der Marken Geely Auto, Lynk & Co, Geometry und Zeekr absetzen.

Unter "Smart Geely" präsentiert der Konzern seinen Plan bis 2025. | Foto: Geely
Unter "Smart Geely" präsentiert der Konzern seinen Plan bis 2025. | Foto: Geely
Gregor Soller

Geely hat einen kompletten Strategieplan bis 2025 vorgelegt – allerdings nur für die chinesischen „Eigenmarken“ ohne Volvo und Polestar. Die hohen Stückzahlen will Geely durch den Launch von mehr als 25 neuen Modellen aller Marken bis 2025 schaffen. Geely Auto selbst werde mehr als zehn intelligente und elektrifizierte Modelle auf den Markt bringen, die aber auch von Hybridantriebslösungen einer neuen Geely-Marke angetrieben werden.

Leishen Power als neue Hybridmarke

Dafür will Geely eine weitere neue globale Marke für Hybridantriebe einführen namens Leishen Power. Die steht für Produkte wie Vollhybride, Range-Extender und Plug-in-Hybride, welche bis zu 200 Kilometer rein elektrische Reichweite bieten sollen. Basis soll eine modulare Hybrid-Antriebsplattform mit der Bezeichnung Leishen Hi-X sein. Sie soll für Modelle des A- bis C-Segments und in HEV/PHEV/REEV-Konfigurationen für Marken innerhalb der Geely Auto Group verwendet werden. Dabei solle die Akkukapazität der Plug-ins so vergrößert erhöht werden, dass diese künftig auf 100 bis 200 Kilometer E-Reichweite kommen.
 

Denn von den avisierten 3,65 Millionen Fahrzeugen soll mehr als eine Million elektrifiziert sein. Dabei soll Zeekr allein 650.000 Einheiten zum Jahresabsatz beitragen. Aber auch die noch junge Marke Geometry soll ab 2022 fünf neue Modelle auf den Markt bringen, die auf rein elektrischen Plattformen und der SEA-Architektur basieren. Außerdem dürfte Lynk & Co dürfte mehr als fünf intelligente Modelle launchen. Für Europa möchte Lynk-CEO Alain Visser allerdings bei maximal zwei bis drei Modellen bleiben, wie er uns im Interview verriet. Außerdem will Geely 2023 noch eine weitere neue Marke für BEV einführen, die fünf neue rein elektrische Modelle herausbringen soll.

Neben dem Wachstum in China sollen auch die Exportzahlen steigen. Von den 3,65 Millionen Fahrzeugen sollen mehr als 600.000 Fahrzeuge im Ausland verkauft werden. Dabei soll sich die Marke Geely Auto auf die Märkte in Osteuropa, dem Nahen Osten, Südostasien und Südamerika konzentrieren. Lynk & Co soll unter anderem in Europa, Russland, Malaysia, Australien und Neuseeland populär werden und Stückzahlen machen. Geely will nach eigenen Angaben „Nummer eins in Malaysia“ und „Nummer drei in den ASEAN-Märkten“ werden. Westeuropa nennt Geely vor allem als Markt für „neue Energieprodukte“.

Außerdem strebt der Konzern Allianzen in den Bereichen Chips, Software, Betriebssysteme, intelligente Konnektivität und Satellitennetzwerke an. Konkrete Projekte sind hier laut Geely die Weiterentwicklung der Elektronikarchitektur GEEA2.0 zur GEEA3.0. Bei dieser Weiterentwicklung sollen auch Zugänge zu zentralen Cloud-Computing-Funktionen geebnet werden soll.

Eigene Chips und eigene Softwarearchitektur

Außerdem kündigt Geely die Massenproduktion eines selbst entwickelten Chips („SE1000“) für Anfang 2022 an. Außerdem verfüge Geely nach eigenen Angaben eine eigene Software-Architektur mit mehr als 1.000 API-Schnittstellen, Software-Tools und –Plattformen. Außerdem habe man Service-Partnerschaften mit mehr als 1.000 digitalen Partnern für Entwickler in aller Welt gegründet und die Plattformen entsprechend geöffnet. Bis 2025 wolle man jedes Quartal ein bis zwei FOTA-Upgrades (Firmware Over the Air) präsentieren, die komplette Fahrzeug- und Antriebsstranglösungen abdecken, so dass sich die Entwicklung der Fahrzeuge von einer „herstellergesteuerten zu einer nutzergesteuerten Software und einer nutzergesteuerten Co-Kreation entwickeln kann“.

Intelligente Fahrzeuge sollen in die Zukunft führen

Auch die Geely Holding Group als Muttergesellschaft will einen Beitrag zur Entwicklung smarter Fahrzeuge leisten, vor allem in Hinblick auf autonomes Fahren: Dazu habe man inzwischen die Einrichtung von 305 sogenannten Raum- und Zeitreferenzstationen abgeschlossen. Die hochpräzisen Vermessungs- und Kartierungsdaten Chinas sollen bis 2023 fertiggestellt und der Geely Auto Group zur Verfügung gestellt werden, damit sie für das autonome Fahren genutzt werden könnten. Vor diesem Hintergrund soll bis 2025 die Kommerzialisierung von Technologien des autonomen Fahrlevels 4 realisiert und Technologien für das autonome Fahren im Level fünf entwickelt werden. Die Elektromodelle sollen künftig von 400 auf 800-Volt-Technologien wechseln, dazu kommen Leistungsmodule aus Siliziumkarbid sowie ölgekühlte Motoren.

Akkuwechsel in 59 Sekunden

Bei er Akkutechnik fokussiert sich der Konzern auf Modul- und Batteriepack-Technologien und nutzt für die Chemie weiter Joint Ventures mit Partnern wie CATL. Auch das Batterietausch-Geschäft nimmt zumindest in China wieder Fahrt auf. Dazu will nach Nio auch die Geely-Gruppe Wechselstationen errichten: Bis 2025 sollen es 5.000 Bin 100 Städten eingerichtet werden. Aktuell sei man bei rund 100 Batteriewechselstationen in ganz China, an denen Akkus in „59 Sekunden“ getauscht werden können. Genutzt wird der Dienst aktuell unter anderem von dem von Geely finanzierten Ride-Hailing-Dienst CaoCao Mobility.

Was bedeutet das?

Geely hat ein starkes Paket vorgelegt, dass sich vor allem auf den Heimatmarkt bezieht. Für Europa wird abzuwarten sein, inwiefern Lynk&Co, Volvo, Polestar und das Smart-Joint Venture mit Daimler davon profitieren können.

 

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