Geely kooperiert mit Renault in Südkorea

Geely hat mit Renault ein Gemeinschaftsunternehmen in Korea gegründet.

Der Samsung XM 3 ist in Europa als Renault Arkana bekannt. In Südkorea verlor Samsung Motors zuletzt an Absatz. | Foto: Samsung Motors
Der Samsung XM 3 ist in Europa als Renault Arkana bekannt. In Südkorea verlor Samsung Motors zuletzt an Absatz. | Foto: Samsung Motors
Gregor Soller

Jetzt greift Geely auf Samsung Motors zu: Chinas größter privater Autokonzern und Renault Samsung Motors planen, ab 2024 Modelle mit Hybridantrieb und Verbrennungsmotoren im koreanischen Busan produzieren. Die dort gefertigten Modelle sollen zunächst für den lokalen Markt bestimmt sein. Später möchte man zumindest auf weitere asiatische Märkte expandieren. Die Zusammenarbeit ist zugleich Teil der Neuausrichtung des französischen Konzerns, die unter dem Namen „Renaulution“ läuft und in Korea der Marke Renault-Samsung ermöglichen soll, die Produktpalette mit technisch fortschrittlichen und effizienten Fahrzeugen aufzuwerten. Bisher produzierte Samsung in der Regel umgebadgte Renault Modelle respektive Renault importierte umgelabelte Modelle aus Korea – was für beide Seiten nicht komplett zufriedenstellend war: zu unterschiedlich sind die Märkte.

Seit mehr als 20 Jahren produziert Renault gemeinsam mit Samsung Automobile in Korea, und musste in den vergangenen Jahren deutliche Absatzrückgänge hinnehmen. Im vergangenen Jahr setzte das Gemeinschaftsunternehmen, an dem Renault zu 80 Prozent beteiligt ist, 57.480 Fahrzeuge ab – das ist ein Rückgang von 36 Prozent gegenüber 2020. Die geplanten Modelle nutzen die von Geely im europäischen Entwicklungszentrum in Göteborg entwickelte CMA-Plattform, die der Konzern aktuell für Volvo, Lynk & Co sowie Polestar und andere Automobile nutzt.

Nach Angaben von Geely wurden bisher knapp 1,3 Millionen CMA-Fahrzeuge weltweit abgesetzt. Die Plattform ist so ausgelegt, dass sie für alle Antriebsvarianten vom klassischen Verbrenner bis zum vollelektrischen Modell genutzt werden kann. Renault übernimmt in dem gemeinsamen Unternehmen unter anderem das Design der Modelle. Eric Li, der Vorstandsvorsitzende der Geely Holding Group, erklärte, dass Geely bisher eine erfolgreiche Geschichte in der Schaffung von Kooperationen habe, die sich auf Technologie konzentrieren. Und ergänzt:

„Wir freuen uns daher auf die Zusammenarbeit mit Renault und dem Entstehen neuer Synergien“.

Renault-Chef Luca de Meo sieht so die Möglichkeit, „die 20-jährige Verbindung von Renault und Samsung weiter fortzusetzen“.

Mercedes-Benz Cars, Renault, Volvo Cars: Alle kennen sich und sind über Geely indirekt miteinander verwoben 

Pikante Details am Rande: Auch Daimler ging mit Smart zu Geely und Renault kooperiert über diesen Weg wieder mit Volvo Cars – eine Kooperation, die einst vehement abgelehnt wurde: Eisnt sollte Renault von Volvo die Pkw übernehmen, dafür ging Renault Trucks an Volvo Trucks. Renault und Geely arbeiten bereits in China zusammen, nachdem die Franzosen 2021 ihre Kooperation mit Dongfeng beendeten. In Europa gehören Volvo, Polestar, Lotus und London Electric Vehicle zur Geely-Holding, die im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben weltweit mehr als 2,2 Millionen Fahrzeuge absetzte. Außerdem ist Geely mit rund zehn Prozent an Daimler beteiligt.

Was bedeutet das?

Geely hat ein gutes Händchen für Kooperationen und Übernahmen – und springt auch gern da ein, wo es bei europäischen Firmen klemmt. So dass diese ihr Gesicht wahren können und vor Ort oder mit bestimmten Marken im Boot bleiben. Gleichzeitig erhöhen die Chinesen so ihren Einfluss auf EU-Marken wie Mercedes-Benz und Renault-

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