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Garia präsentiert elektrischen Mikrotransporter für die Stadt

Anlässlich der Shop-Eröffnung von Evectro in Hamburg feiert ein neuer E-Transporter aus Dänemark Premiere, der für Logistiker spannend sein könnte und Wurzeln im Golf-Bereich hat. Wir waren schon mit dem Bonsai-Stromer unterwegs.

Kompakt-Wagen: Der Garia Utility City passt mit 3,23 Meter Länge in die kleinste Parklücke. | Foto: J. Reichel
Kompakt-Wagen: Der Garia Utility City passt mit 3,23 Meter Länge in die kleinste Parklücke. | Foto: J. Reichel
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Johannes Reichel

Im Zuge der Neueröffnung eines Shops für gewerbliche Leichtelektromobilität in Hamburg hat auch ein neuer elektrischer Leichttransporter Deutschland-Premiere gefeiert. Der Garia Utility City stammt vom gleichnamigen dänischen Golfwagen-Spezialisten und stellt eine laut Hersteller komplette Neuentwicklung als Nutzfahrzeugvariante dar. Das 1,35-Tonnen-Transporter ist nach L7e-Leichtfahrzeug-Norm homologiert und darf daher mit Moped-Führerschein gefahren werden. Das vollelektrische Nutzfahrzeug wird bereits von der schwedischen Post in größerer Stückzahl von 1.200 Fahrzeugen im Sommer und Winter eingesetzt und verfügt über einen zwischen 1,6 und 7 Kubikmeter großen, professionellen Kofferaufbau in verschiedenen Ausprägungen. Auch ein Pritschenvariante und ein Fahrgestell ist verfügbar. Das Aufbaumaß orientiert sich am Palettenformat von 80 auf 120 cm. Bei 1,85 Meter Außenhöhe der Kabine ist auch eine tiefgaragentaugliche Variante darstellbar. Das Fahrzeug punktet mit einer schmalen Breite von 1,34 Meter sowie einer Länge von lediglich 3,23 Meter als 4,5-Kubik-Standardvariante und wartet mit 740 Kilogramm Nutzlast auf bei 790 Kilogramm Leergewicht, inklusive Akkus.

Professionelle Kofferaufbauten
Im dem ersten Eindruck nach solide verarbeiteten Kofferaufbau aus Sandwich-Panelen mit Alu-Rahmen bleiben hier zwei Meter Länge, 1,25 Meter Breite sowie 1,75 Meter Höhe für Fracht. Zugänglich ist der Aufbau über ein Doppelflügel-Heckportal samt Trittstufe sowie eine Seitentür. Die Kabine gefällt durch gute Zugänglichkeit über eine 180 Grad öffenbare, vorn angeschlagene und komplett transparante Plexiglastür, einen ebenen Boden und simple Bedienung. Für Vortrieb sorgt ein 8 kW 48-Volt-Elektromotor verfügt mit 55 Nm Drehmoment (875 Nm an der Hinterachse über ein einstufiges Getriebe), der die Fuhre recht flott bis auf 45 km/h in Fahrt bringt. Dies geschieht leider ziemlich ruckartig, das Fahrpedal lässt kaum eine lineare Beschleunigung zu. Zudem liegt die Geräuschkulisse des laut heulenden italienischen Aggregats auf für E-Maschinen hohen Niveau. Überhaupt könnte die ganze mit einer MC-Pherson-Vorderachse, einem Leiterrahmen sowie einer starren Hinterachse ausgestattete Konstruktion verwindungssteifer sein: Schlaglöcher verschallen sich so ordentlich bis in die Kabine, das Fahrwerk reicht ebenfalls einiges an Schlägen durch, auch in das im übrigen sehr direkt übersetzte Lenkrad. Maßstäbe eines "normalen" Transporters sollte man hier allerdings generell nicht anlegen, für die Zwecke der Belieferung auf kurzen Strecken genügt das Niveau.

Super wendig, aber nur rudimentärer Komfort

Das bürstenlose E-Aggregat und wird gespeist aus einer 10,24 kWh großen Lithium-Ionen-Batterie, die unter der zweckmäßig gestalteten Sitzbank installiert ist. Wahlweise gibt es einen zweiten Energiespeicher, der die Reichweite von 100 auf 200 km erhöht. Der Rekuperationsgrad lässt sich mittels einer App anpassen, wird im Normalfall aber über das Bremspedal reguliert. Das Fahrzeug zeichnet sich durch einen extrem kompakten Wendekreis von nur 6,5 Meter, kurze Überhänge und exzellente Übersicht aus, die Spiegel sind ausreichend groß dimensioniert, könnten aber einen Weitwinkel bieten. Zudem überzeugt die schmale Silhouette für Zonen mit beschränkter Durchfahrtsbreite sowie für gelegentliches Parken am Straßenrand.

Aufheizung inkonsequent, aber wirkungsvoll: per Webasto

Für wirksame Aufheizung der Kabine sorgt im Winter noch eine dieselbetriebene Webasto-Anlage, die man laut Herstellervertreter Stehen Meldgaard Laursen von Garia gerne so bald wie möglich durch eine elektrisch betriebene Variante ersetzen will. Zudem kann man im Winter einen Modus mit gedrosselter Leistung aktivieren, der somit die gleiche Reichweite wie im Sommer sicherstellen soll. Das Fahrzeug soll ab 18.000 Euro kosten, die größte Variante schlägt mit etwa 29.000 Euro zu Buche. Allerdings soll man die Fahrzeuge sowohl bei Evectro mieten wie auch im Leasing zu günstigen Konditionen erwerben können, wie Geschäftsführer Lemke betont. Für das nächste Jahr ist laut Garia-Manager Steen Laursen eine Variante mit N1-Zulassung geplant, die auch die Crash-Normen erfüllen soll und bis zu 80 km/h schnell ist.

Große Potenziale: E-Scooter für Profis

Außerdem setzt der Anbieter auf E-Scooter der Hersteller Doohan sowie erstmals in Deutschland des neuen katalanischen Anbieters Silence. Dessen dreirädriger Roller mit Neigetechnik an der Hinterachse lässt sich mit einer bis zu 350 Liter großen Staubox ausrüsten, verfügt über einen per Trolley wechselbaren, 4 oder 6 kWh großen Lithium-Ionen-Akku mit 164 bis 200 Kilometer Reichweite sowie über einen je nach Einstufung in L1e oder L3e 2 oder 4 kW starken bürstenlosen Elektromotor mit Rekuperation. Die L1e-Version ist auf 45 km/h beschränkt, die L3e-Version darf 80 km/h fahren. Das Gesamtgewicht des schweren E-Scooters beträgt 395 Kilogramm, bei einem Leergewicht von 120 Kilogramm. Der Anbieter verspricht zu einem konventionellen Roller 80 Prozent niedrigere Energiekosten, sowie ein Drittel niedrigere Wartungskosten für den Antrieb und die Bremsen. Gekoppelt ist der E-Scooter an eine Flottentelematik mit Echtzeitlokalisation und Geofencing.

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