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Gab es 2009 auch ein Benziner-Kartell?

Die EU-Kommission prüft mehreren Berichten zufolge, ob sich Audi, BMW, Daimler, Porsche und Volkswagen auch bei Benzinern abgesprochen haben.

In der Vergangenheit könnte die deutsche Autoindustrie mehrere nebelige Absprachen getroffen haben - auch bezüglich der Abgasreinigung beim Benziner. | Foto: Unsplash/ Nik Shuliahin
In der Vergangenheit könnte die deutsche Autoindustrie mehrere nebelige Absprachen getroffen haben - auch bezüglich der Abgasreinigung beim Benziner. | Foto: Unsplash/ Nik Shuliahin
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Gregor Soller

Wie der „Spiegel“ recherchiert haben will, sollen die deutschen Autohersteller versucht haben, eine wirksame Abgasreinigung gemeinsam zu verhindern. Nach Angaben des Spiegel weisen Untersuchungen der EU-Wettbewerbskommission auf gemeinsame Verabredungen hin, die sowohl schärfere Grenzwerte bei Autos zu verhindern, als auch den Einsatz von Partikelfiltern in Benzinmotoren vermeiden sollten. Dabei sollen sich die Hersteller auf ein „politisches Lobbying in Brüssel“ geeinigt haben, das schärfere Grenzwerte für den Partikelausstoß von Ottomotoren so lange wie möglich verzögern sollte. So heißt es in den Unterlagen, die der EU-Kommission vorliegen: „Das Ziel einer Vermeidung einer kostenintensiven Maßnahme wie Partikelfilter wird seitens der E-Leiter bestätigt." Außerdem zitiert der Spiegel aus Protokollen der Antriebsleiter des sogenannten 5er-Kreises (Audi, BMW, Daimler, Porsche und Volkswagen), die aus dem Jahr 2009 stammen sollen: „Der Einsatz eines Partikelfilters soll beim Ottomotor unbedingt vermieden werden“, Weiter heißt es dort: „Die Antriebsleiter unterstützen eine gemeinsame Vorgehensweise.“ Mit Hinweis auf die noch laufenden Untersuchungen wollten die Hersteller bisher keine Stellungnahme zu Einzelheiten abgeben. Mittlerweile hat die Realität die Absichten und Planungen der Hersteller ohnehin überholt – trotzdem bleibt ein weiterer übler Nebengeschmack.

Was bedeutet das?

Jetzt auch noch die Benziner! Natürlich macht es in bestimmten Bereichen Sinn, sich gegenseitig abzusprechen, um teure Fehlentwicklungen zu vermeiden – wenn es allerdings um Umweltfragen geht, sollte das Allgemeinwohl über allem stehen. Vermeidungsabsprachen wie diese untergraben das vom Dieselskandal angeschlagene Image der deutschen Automobilindustrie weiter.

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