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FVA/VDMA Forum Elektromobilität: E-MOTIVE – die Zukunft des Antriebs ist elektrisch

Das 10. E-MOTIVE Expertenforum Elektrische Fahrzeugantriebe verbuchte eine Rekordteilnahme

Das Kongresszentrum in der Reithalle sah viel mehr Besucher als noch 2017. | Foto: VDMA
Das Kongresszentrum in der Reithalle sah viel mehr Besucher als noch 2017. | Foto: VDMA
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Gregor Soller

Der Wandel des Antriebsstrangs ist in vollem Gang: Alle deutschen und internationalen Automobilhersteller investieren massiv in die Elektrifizierung der Antriebe und bauen ihr Modellangebot an Elektro- und Hybridfahrzeugen stark aus. So verwundert es nicht, dass das E-Motive Expertenforum Elektrische Fahrzeugantriebe zu seinem 10. Jubiläum eine Rekordteilnehmerzahl verbuchen konnte. Aus elf Nationen kamen über 270 Teilnehmer aus Wissenschaft und Industrie, am 12. und 13. September zum Kongress der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e. V. (FVA) in Stuttgart. Das bedeutet einen Anstieg von 35 Prozent. Auf dem Kongress wurden die neuesten Trends und Technologien zur Entwicklung elektrischer Fahrzeugantriebe vorgestellt und diskutiert.

Der technologische Wettbewerb nimmt weltweit zu und wird härter. Das erzwingt die forcierte Weiterentwicklung und Integration neuer Technologien. Der Wandel erfordert deshalb eine stärkere Vernetzung der Akteure und den massiven Ausbau von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten: Intensive F&E-Aktivitäten und nachhaltige Innovationsnetzwerke sind notwendig und müssen weiter ausgebaut werden, um die führende Stellung der deutschen Automobilhersteller und ihrer Zulieferer zu verteidigen und auch in der Elektromobilität eine Spitzenposition zu erreichen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit und internationale Vernetzung sind die Grundlagen für den Erfolg im globalen Wettbewerb. Das E-MOTIVE Expertenforum fördert diesen internationalen Dialog zwischen Industrie und Wissenschaft und bündelt die Kompetenzen aus unterschiedlichen Branchen,“ sagt Dr. Tobias Böhm, Konzernforschung, Leiter Elektrifizierter Antriebsstrang, Volkswagen AG, Vorsitzender E-des Motive-Boards, dass für die inhaltliche Ausgestaltung des Kongresses verantwortlich ist.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn sprach zu Beginn der Veranstaltung über die Pläne zur nachhaltigen Mobilität in Stuttgart und hat die Automobilindustrie dazu aufgerufen, vollelektrische Fahrzeuge von deutschen Herstellern rasch auf die Straße zu bringen und nahm dabei kein Blatt vor den Mund. „Städte haben nichts von Ankündigungen, sondern brauchen Produkte, die man im Alltag einsetzen kann", sagte Kuhn. Als ein Beispiel nannte er vollelektrische Linienbusse, die „in einer hügeligen Stadt wie Stuttgart etwas taugen“. Kuhn sieht einen Wandel im Mobilitätsverhalten. Dies zeige sich beispielsweise an der wachsenden Beliebtheit der Elektrofahrzeuge. Kuhn: „Die Bürger in Stuttgart sind scharf auf E-Mobilität, und deren Schnelligkeit und Spritzigkeit.“ Deshalb lautete sein Rat an die Industrie, diese Ungeduld – die auch die Städte selbst hätten – bald zu bedienen. „Ich kann der Automobilwirtschaft nur raten, schnell aufzubrechen. Davon hängt nicht nur die wirtschaftliche Zukunft der Region ab, sondern auch die Ökologie und der Klimaschutz“, so Kuhn abschließend.

Die Keynote-Sprecher von Bosch, Daimler und Mahle gaben daraufhin Einblicke in ihre Strategien und Markterwartungen: „Wir sehen sehr gutes Potenzial im elektrischen Antrieb. Zum einen zeigt sich auf der Komponentenseite wie der E-Maschine, auch in der Leistungselektronik, eine sehr starke Nachfrage, zum anderen bei Systemen wie zum Beispiel bei der eAchse. Dabei stellen wir uns sowohl auf die Nachfrage der etablierten OEMs als auch auf die der Start-ups ein“, sagt Ralf Schmid, Senior Vice President Business Unit Electric Axles and Motors, Robert Bosch GmbH.

Daimler setzt auf einen massiven Ausbau seines Angebots an Elektrofahrzeugen und einer weiteren Optimierung im Bereich der Hybridfahrzeuge: „Wir werden bis 2022 zehn batterieelektrische Fahrzeuge eingeführt haben, so dass wir unseren Kunden Modelle vom smart bis zum großen SUV anbieten werden. Wir sind der felsenfesten Überzeugung, die Zukunft ist elektrisch. Daher werden wir auch unsere Plug-in-Hybrid Portfolio mit EQ Power Technologie konsequent weiter ausbauen. Zusammenarbeit, auch international, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Kooperationen und Partnerschaften befördern Innovationen und unterstützen somit den Wandel“, sagt Wilko A. Stark, Vice President Daimler and Mercedes-Benz Cars Strategy & Head of CASE, Daimler AG, auf dem E-Motive Expertenforum.

Mahle fährt eine Doppelstrategie: „Wir sind mittendrin im Zeitalter des elektrischen Antriebs. Bei Mahle verfolgen wir eine duale Strategie. Einerseits entwickeln wir die Verbrennungskraftmaschinen weiter und werden dort unsere ausgezeichnete Position halten können. Andererseits haben wir bei der Elektromobilität eine Fokalstrategie entwickelt, bei der wir uns einzelne Themen herausgegriffen haben. Beispielsweise Systemthemen wie die elektrische Hinterachse, um damit möglichst schnell in den Markt zu kommen und erfolgreich zu sein“, so Dr. Otmar Scharrer, Vice President Corporate Research and Advanced Engineering von Mahle.

Forschung und branchenübergreifenden Netzwerken kommt dabei eine zentrale und entscheidende Rolle zu. Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, Geschäftsführer der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e. V. (FVA) und Mitinitiator von E-MOTIVE erläutert im Gespräch auf dem Kongress die Idee des Netzwerkes: „Vor 10 Jahren haben wir mit der FVA als weltweit führendes Innovationsnetzwerk der Antriebstechnik die E-MOTIVE-Initiative gegründet. Damals mit dem Anspruch, dass wir auch für die Elektromobilität, insbesondere für den elektrifizierten Antriebsstrang, ein führendes Innovationsnetzwerk in der Welt sein wollen und sein müssen. Das haben wir geschafft, heute mit einer Rekordbeteiligung in der Autohauptstadt Stuttgart und mit den Top-Sponsoren Bosch, Daimler und Mahle, die das Ganze mittragen. Der Transformationsprozess hin zur Elektromobilität benötigt eine komplett neue Orientierung der Kompetenzenznetzwerke entlang der gesamten Wertschöpfungskette, auch was die Kompetenzen der Mitarbeiter angeht. Deswegen ist in einem disruptiven Prozess Vernetzung ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Das E-MOTIVE-Netzwerk mit den besten Köpfen aus Industrie und Wissenschaft und dem Werkzeug der Industriellen Gemeinschaftsforschung ist dafür eine ideale Plattform. Dafür steht das E-MOTIVE-Netzwerk der FVA.“

Was bedeutet das?

Zum Abschluss der Veranstaltung mit 40 Vorträgen aus Wissenschaft und Industrie stellte Thomas Lüdiger von der FEV Consulting GmbH die Ergebnisse der im Auftrag des VDMA erstellten Studie „Antrieb im Wandel“ vor. Sie zeigt, dass der Wandel für den Maschinenbau Chancen auf zusätzliche Wertschöpfung eröffnet. Der im Rahmen der Studie entwickelte ZEV-Index macht aber auch die hohe Dynamik der Transformation der Mobilität. Das heißt: Die betroffenen Unternehmen müssen jetzt handeln, um den Wandel erfolgreich zu gestalten und künftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die vollständige Studie ist für Mitglieder der FVA, des FVV und des VDMA kostenlos erhältlich.

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