Futuricum liefert drei E-Betonfahrmischer an Holcim

Bei den Futuricum „Concrete 40E“-Fünfachsern werden Motor und Mischtrommel rein elektrisch betrieben.

Futuiricum lieferte jetzt drei "Concrete 40E" an Holcim. | Foto: Designwerk
Futuiricum lieferte jetzt drei "Concrete 40E" an Holcim. | Foto: Designwerk
Gregor Soller

Auch in der Schweiz kommt der E-Lkw langsam in Fahrt: Futuricum ist die E-Lkw-Marke von Designwerk in Winterthur. Zusammen mit Liebherr machte man sich an die Entwicklung eines elektrischen Mischers. Mit der Auslieferung änderte man auch den Namen: Statt ETM 1005 und ETM 1205 (womit Futuricum auf die zehn oder zwölf Kubikmeter fassende Trommel verweisen wollte) heißen die Fahrmischer nun griffiger „Concrete 40E“ – in Anlehnung an das Gesamtgewicht von 40 Tonnen. Die Nutzlast gibt Futuricum mit 22 Tonnen an.

Für Chassis und Kabine greifen die Eidgenossen auf den Volvo FM zurück. Laut Designwerk sollen sich die elektrischen Betonmischer vor allem dort einsetzen lassen, wo die Transportwege kurz und die Ausgangspunkte fix seien – dazu gehört die Bau- respektive Betonwirtschaft. Zudem erlauben sie eine schnellere, geräuscharme Beschleunigung und senken durch die Rückgewinnung der Bremsenergie den Energieverbrauch weiter. Der Hauptvorteil ist allerdings im Stand vor Ort auszumachen: Wo der Diesel über den Nebenabtrieb mit erhöhter Drehzahl die Trommel antreiben muss, sind die Stromer viel leiser.

Bei den Fahrmischer bieten zwei 170-kWh-Akkus 340 kWh Gesamtkapazität, die Antriebsleistung des nur in der Schweiz zulassungsfähigen Fünfachsers mit Liftachse liegt bei üppigen 500 kW, das sind in alter Währung 680 PS, womit der Mischer eher extrem stark motorisiert ist. Die verbauten Batterien sollen genügend Strom für einen Tageseinsatz auf der Baustelle bieten – mit bis zu 380 Kilometern sollten auch mehrere Umläufe möglich sein. Die Kunden haben die Wahl zwischen drei Batterie-Paketen: Small mit 170 kWh, Medium mit 255 kWh (1x 170 kWh + 85 kWh) sowie Large mit 340 kWh.

Damit die Fahrten bei Holcim auch „grün“ bleiben, sollen die Akkus über Nacht mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen geladen werden. Alternativ ist auch eine etwas schnellere Zwischenladung möglich: Die DC-Ladeleistung ist mit bis zu 175 kW angegeben, bei AC schöpft man 22 kW aus. Optional ist auch ein 44-kW-Onboard-Charger erhältlich. Die Ladezeit mit Gleichstrom liegt je nach Batteriegröße zwischen 1,3 und 2,2 Stunden auf 80 Prozent SoC, mit Wechselstrom gibt Futuricum zwischen 7,5 und 15 Stunden an – hier wird dann aber die Zeit bis 100 Prozent Kapazität angegeben.

Ersten Aussagen von Futuricum zu Folge sollen sich die Betonfahrmischer im täglichen Einsatz bewähren. Futuricum-Vertriebsleiter Bernhard Kunz freut sich:

„Dank der weiterführenden Zusammenarbeit mit der Holcim Schweiz und unserer Partnerschaft mit Avesco AG und Liebherr-Baumaschinen AG, können rasch Erfahrungswerte für die stete Weiterentwicklung der E-Fahrmischer gesammelt werden.“

Was bedeutet das?


Hocim gehört zu den Größen nicht nur der eidgenössischen Betonwirtschaft und hat die Kapazität, auch mal drei elektrische Fahrmischer in den Fuhrpark zu nehmen – die sich gut zu bewähren scheinen. Zumal sich Umläufe in der Bauwirtschaft wegen kalkulierbarer Routen und hier theoretischer Zwischenlademöglichkeiten im Betonwerk während des Ladens sehr gut für Elektrifizierung anbieten. Mit 18 Tonnen Leergewicht hält sich dieses zudem im Rahmen.

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